Samstag, 11. Oktober 2008

Wiederentdeckung des ständigen Diakonats in der DG

Das Zweite Vatikanischen Konzil ( vom 11. Oktober 1962 bis zum 8. Dezember 1965) ließ die lateinische Kirche den ständigen Diakon wiederentdecken. Es sollte aber noch mehr als vierzig Jahre dauern, bis auch im deutschsprachigen Teil des Bistums Lüttich Ständige Diakone zum Erscheinungsbild der Kirche gehören werden. Die Gründe dafür sind nur wenigen Eingeweihten bekannt. Fest steht jedoch, dass ein Umdenken stattgefunden hat, so dass nun auch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft (DG) Männer sich für den Dienst zum Diakon ausbilden lassen können.

Diakone können ihren Dienst im Haupt- und Nebenberuf ausüben, sie können verheiratet oder unverheiratet sein. Das Amt des Ständigen Diakon hat seine Bedeutung, wo es um die Hinführung der Menschen zu Christus und zum Glauben geht. So spendet der Diakon die Taufe, er predigt in der Eucharistiefeier und in der Eucharistiefeier steht er für die Menschen denen er in seinem Dienst begegnet und bringt deren Sorgen und Anliegen mit zum Altar. Der Diakon arbeitet in verschiedener Weise in der Verkündigung des Evangeliums mit. Außerdem kann er Trauungen und Beerdigungen halten und allen nichteucharistischen Gottesdiensten vorstehen. Zu den Aufgaben eines Ständigen Diakons gehört im weiteren Sinn die Begleitung der Christen im Alltagsleben. So hat unser Bischof einige mit der Gefängnis- und der Krankenhausseelsorge betraut; andere wiederum sind in der Arbeit mit Armen, Obdachlosen, Flüchtlingen oder gefährdeten Jugendlichen tätig. Für andere liegt der Wirkungskreis in der Ehepastoral und der Seelsorge für Geschiedene. Es gibt Diakone in der Pilgerbegleitung, in der Trauerbegleitung sowie in der Seelsorge für Personen mit Behinderung. Andere sind im schulischen Bereich, zum Beispiel in der Begleitung von Besinnungstagen, tätig. In den Pfarrverbänden wirken Diakone in der Ehevorbereitung oder in der Erstkommunion und Firmkatechese, bei Taufen oder Beerdigungen mit oder in der Begleitung von Erwachsenen, die den christlichen Glauben neu entdecken bzw. wieder entdecken. Es gibt wohl noch viele andere Bereiche, wo Handlungsbedarf besteht, viele Felder, wo Diakone als Arbeiter für die Ernte gebraucht werden.

Das Vikariat des deutschsprachigen Gebietes, Büro des Ständigen Diakonates, möchte in den Gottesdiensten am 11. und 12. Oktober 2008 die Gottesdienstbesucher für das Amt des Diakons sensibilisieren. Ich kann nur wünschen und hoffen, dass bald auch bei uns Männer den Ruf des Herrn und der Kirche zu diesem Dienst erkennen und sich darauf einlassen.


Geschichtliches

Diakone - Als in der Urgemeinde in Jerusalem immer mehr Arme, insbesondere Witwen und Waisen, zu betreuen waren und es dabei zu Streitigkeiten zwischen den Judenchristen aramäischer und griechischer Sprache kam, befürchteten die Apostel, dass sie deshalb ihre Aufgaben in Lehre und Predigt vernachlässigen müssten. Die versammelte Gemeinde wählte darum sieben Diakone, Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit, die sich insbesondere um die vernachlässigten Witwen der griechisch sprechenden Judenchristen kümmern sollten.

Stephanus - Einer dieser sieben Diakone war Stephanus, beschrieben als voll Kraft und Gnade. Wie aus seinem griechischen Namen (dt. Kranz, Krone) zu schließen ist, gehörte er selbst zu den Juden mit griechischsprachigem Hintergrund, deren Familien meist lange außerhalb des Heiligen Landes, also im Bereich griechischer Sprache und Kultur, gelebt hatten. Er wirkte in Jerusalem als Armenpfleger und als Evangelist.

Prozess - In Kapitel 6 und 7 der Apostelgeschichte wird berichtet, wie es aufgrund des Wirkens des Stephanus zu einer Gerichtsverhandlung vor dem Hohen Rat, dem Sanhedrin kam. Von einer Gruppe hellenistischer Juden wird behauptet, Stephanus habe gesagt, dass Jesus, der Nazoräer, die Stätte – gemeint ist der Tempel – zerstören und die jüdischen Gebräuche verändern wolle. Der Hohepriester wendet sich auf Grund der Vorwürfe mit der Frage „Ist das so?“ an Stephanus, woraufhin dieser mit der längsten Rede der Apostelgeschichte antwortet (vgl. Apgostelgeschichte, Kapitel 7,2-53).

Martyrium - Nach seiner Verteidigungsrede soll er aufgesehen und gerufen haben: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen“. Diese Identifikation Jesu mit dem in Dan. 7 verheißenen Menschensohn erbitterte die Mitglieder des Synedriums dermaßen, dass sie Stephanus auf der Stelle packten und vor der Stadt steinigten. Stephanus befahl seinen Geist Jesus, sank in die Knie und rief: „Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ Durch diese Worte erwies sich Stephanus als jemand, der im Geiste Jesu lebte und sprach, da auch Jesus sterbend seinen Geist in die die Hände des Herrn gelegt und für seine Henker gebetet hatte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“.

Bedeutung für die Kirche - Stephanus ist der erste, von dem überliefert wird, dass er wegen seines Bekenntnisses zu Jesus Christus getötet wurde. Damit gilt er als der erste Märtyrer oder auch Erzmärtyrer. Seine Tötung war der Auftakt zu einer Christenverfolgung in Jerusalem, an der sich Saulus-Paulus, der spätere Apostel, besonders eifrig beteiligte. Nach Stephanus sind zahlreiche Kirchen und andere christliche Einrichtungen in aller Welt benannt.

Gedenktag - Der 26. Dezember, der Tag nach Weihnachten ist im Bereich der römischen Kirche dem Gedenken des Stephanus gewidmet, ist kirchlicher und in manchen Ländern auch gesetzlicher Feiertag. Gestern noch feierten wir die Geburt des göttlichen Kindes im Stall von Bethlehem. Heute schon feiern wir den Gedenktag des ersten Märtyrers, der für das Bekenntnis zu diesem Kind sein Leben ließ. Ein Kontrast, wie er größer nicht sein könnte. Aber so ist das: Leben und Sterben liegen nahe beieinander.

Die Parallelen zwischen seinem Tod und Jesu Tod sind überdeutlich. Beide sind für die Wahrheit des Glaubens eingetreten und haben für diese Wahrheit ihr Leben hingegeben. Stephanus hat wie Jesus im Angesicht des Todes Gott um Erbarmen für seine Verfolger gebeten. Ein Mensch mit christusähnlichem Antlitz. Solch ein Mensch der Liebe und der Wahrheit kann den Himmel offen sehen, der für andere verschlossen bleibt.

Im 21. Jahrhundert ist ein solches Bekenntnis zwar normalerweise nicht mehr tödlich. Dennoch braucht es manchmal Mut, dazu zu stehen, dass man als Christ oder Christin an Jesus, den Sohn Gottes, glaubt. Furchtlose Menschen wie Stephanus sind daher Vorbilder auch für unsere Zeit.


Donnerstag, 9. Oktober 2008

Film über125 Jahre Augustinerinnen in St. Vith


Im ZVS-Filmverlag erscheint am 20. Oktober die neue DVD der beiden Filmemacher Walter Langer und Hugo Lampertz zur Geschichte der St.Vither Krankenpflege durch die Schwestern des Augustinerordens, die im Jahre 1882 ihren Anfang nahm. Zugleich beleuchtet der Film auch den Werdegang des St.Vither Krankenhauses, das durch den maßgeblichen Einsatz des Emmelser Rektors Peter Cremer entstand. Gezeigt wird, dass die Geschichte des Krankenhauses und das Wirken der Ordensschwestern parallel zur wechselvollen und z.T. dramatischen Geschichte des St.Vither Landes verlief. Historische Aufnahmen aus der Gründerzeit, vom Leben im Krankenhaus und den anderen Gebäuden, von der Kriegs- und Nachkriegszeit sowie Interviews mit Zeitzeugen veranschaulichen die 125 Jahre, in der die Schwestern ihre segensreiche Tätigkeit zum Wohl und Nutzen der Eifelbevölkerung verrichteten.

Der 50minütige Film kann ab sofort, und nur bis zum 20.Oktober 2008, als DVD oder als VHS-Version zum Preis von 11,00 Euro vorbestellt werden. Ab Erscheinungsdatum wird der Film 15,00 Euro kosten. Zur Vorbestellung überweisen Sie bitte den Betrag (ggf. zzgl. Versandkosten von 2,50 Euro) auf unser Konto 000-3250145-63 (aus dem Ausland: IBAN: BE40 0003 2501 4563 BIC: BPOTBEB1) und geben Sie bitte an, ob Sie eine DVD- oder Videokassette wünschen.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Bruder Ludwig Kaut zu Gast in Bracht

Seit Anfang August befindet sich Bruder Ludwig Kaut aus Alster auf Heimaturlaub. Der fünfundfünfzigjährige Steyler Missionar arbeitet seit 27 Jahren im Land des Amazonas und das Wortwörtlich, denn sein Tätigkeitsfeld liegt direkt am Amazonas im Staate Para.

Am 8. Oktober 2008 hatte die Missionsgruppe des Pfarrverbandes Reuland Bruder Ludwig Kaut ins Dorflokal nach Bracht eingeladen, um über seine Tätigkeit zu berichten. Ludwig Wirtzfeld hatte etwa 120 Fotos digital aufbereitet und Bruder Ludwig Kaut erwies sich als ausgezeichneter Referent der es verstand anhand dieser Fotos, auf Leinwand projiziert, seine Arbeit lebhaft und für die 20 erschienenen Zuhörer nachvollziehbar, vorzustellen. Die Pastoral und soziale Arbeit sind sein Betätigungsfeld. Alle vier Monate besucht Ludwig Kaut jede der 20 Pfarren, die zu seinem Aufgabenbereich gehören. Oft bleibt er mehrere Tage, um Vorträge zu halten oder Bibelarbeit in Gruppen einzuüben, Kinder zu taufen oder um sich zum persönlichen Gespräch bereit zu halten. „Hungern muss bei uns niemand“ sagt Bruder Ludwig Kaut, sieht eine seiner vielen Aufgaben aber darin, der Landbevölkerung zu helfen ihre Felder abwechslungsreich und Artenreich zu bebauen, was dem heimischen Speiseplan und der Gesundheit sehr zu Gute kommt. Das Umweltbewusstsein bei der einheimischen Bevölkerung stärken ist eine Aufgabe die ihm außerdem sehr am Herzen liegt.

Alles in allem ein abwechslungsreicher Abend. Kommende Woche heißt es für Ludwig Kaut dann wieder Abschied nehmen von seiner Familie in Alster und den vielen Bekannten.

Die Missionsgruppe des Pfarrverbandes Reuland wünscht Bruder Ludwig Kaut Gottes Segen für sein weiteres Wirken in den Missionen am Amazonas.

Erntedank - Nichts ist selbstverständlich

„Solange die Erde steht, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“, gab Gott Noah als Versprechen. Selbst wenn wir uns noch so sehr bemühen: Wir haben die Schöpfung nicht unter Kontrolle, können Wachstum und den Erhalt der Natur nicht garantieren. Sie werden uns geschenkt. Deshalb gibt es das Erntedankfest. Früher haben die Menschen für die Früchte der Felder gedankt, heute sagen sie Danke für alles, was sie „geerntet“ und geschenkt bekommen haben: Nahrung und Freunde, Wohnung und Kleidung, Gesundheit und Gelingen.

Zum Erntedankfest wird es wieder einmal ganz bunt in der Kirche.
Das Farbenspiel der Schöpfung breitet sich in den Früchten von
Feld, Wiese und Acker in seiner ganzen Schönheit vor dem Altar aus.
Das, was reif geworden ist über die Zeit; das, was mit menschlicher,
technischer und himmlischer Zugabe aufgegangen ist; das, was
uns trägt und nährt, uns hält und aushält – die treue Mutter Erde
als Gabe und Aufgabe; unsere Möglichkeiten und unsere Grenzen:
All dies liegt vor dem Altar des Dankes.

Und Sie und ich, beauftragt zum Bewahren und Behüten dieser einzigartigen
Schöpfung – wofür wollen wir Gott vor allem danken?