Samstag, 8. November 2008

Wort Gottes für den Tag - Sonntag, 9. November

Gedanken zum Kirchweihfest

Das Paschafest der Juden war nahe und Jesus zog nach Jerusalem hinauf. Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen. Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus und ihre Tische stieß er um. Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!

Kirchen werden geschlossen. Kirchengebäude werden profanen Zwecken zugeführt; werden anderen Bestimmungen übergeben. Sie können nicht mehr aufrecht erhalten werden. Sie werden verkauft.

Kirche zu verkaufen! Solche oder ähnliche Schlagzeilen lesen wir ab und zu in der Zeitung. In Zukunft wird das noch öfter der Fall sein. Es ist schmerzlich! Zu spüren, dass wir Gebäude, die mit Gottesdienst und Gebet, mit der Versammlung von Gemeinde verbunden sind, aufgeben müssen, nicht mehr unterhalten können. Wie viele Erfahrungen sind damit verbunden. Stellen wir es uns an unserer eigenen Kirche vor. Sie würde verkauft. Keiner im Dorf will sie zunächst. Dann findet sich doch ein Käufer. Vielleicht sind es Leute aus Flandern oder Holland. Sie bauen sie um, zur Ferienwohnung. Schmerzhaft werden dann einige bemerken: Dort haben wir geheiratet. In dieser Kirche sind unsere Kinder getauft worden usw. Ich beschreibe hier ein Szenario, das irgendwann Wirklichkeit werden kann.

Ob unsere Kirche einmal verkauft wird, darüber entscheidet nicht der Pastor, nicht der Kirchenvorstand, auch nicht der Bischof, sondern alleine ihr, die Gläubigen. Und zwar durch eure Anwesenheit beim Gottesdienst. Es ist manchmal frustrierend, all die Entschuldigungen entgegenzunehmen, wenn es um den Gottesdienstbesuch geht: Wir sind nicht da, wir haben ein Familienfest, wir hatten gestern ein Fest, ich bin zu müde, mein Fußballverein trainiert am Sonntag morgen, der Musikverein probt Sonntagmorgen zwischen 10 und 12. Das ist schmerzlich zu hören.

Und genau da liegt die Schwierigkeit. Wir haben nicht das Problem, dass unsere Kirchen am vergammeln und verwildern sind. Das Dach ist nicht undicht und wir haben auch ausreichend Geld um Öl für die Heizung zu kaufen. Nein, wir haben die Probleme deshalb, weil wir spüren 90 Prozent der Menschen benutzen die Kirche punktuell. Nur etwa 30 Prozent zählen sich zu denen, die sagen: „Ohne Sonntag in der Kirche können wir nicht leben“. Das ist der eigentliche Schmerz: dass viele diesen Satz nicht sprechen: Ohne Sonntag in der Kirche können wir nicht leben.

Das ist die Herausforderung für uns alle in Zukunft: dass wir zu Menschen werden, die das sagen können, die wissen auf welchem Fundament sie stehen, die wissen, auf welchen Schlussstein hin sie bezogen sind, die von Herzen bekennen: Ja, Jesus, du bist der entscheidende Punkt der Weltgeschichte und auch meines Lebens. Zu dir und zu deiner Kirche möchte ich gehören.

Kirchweihfest der Lateranbasilika in Rom

„Mutter und Haupt aller Kirchen des Erdkreises“ – so lautet der feierliche Titel der Lateranbasilika in Rom, deren Weihetag wir katholischen Christen an diesem Sonntag begehen. Sie ist die älteste Papstkirche und symbolisiert bis heute als mächtiger Bau aus Steinen die weltumspannende Einheit der Kirche.

Der Lateran (San Giovanni in Laterano) ist ein Teil des Vatikans. Der wichtigste Teil des Laterans ist die Lateranbasilika. Sie ist die "Mutter aller Kirchen", wo seit der Zeit von Konstantin die Päpste residierten. Die Lateranbasilika gehört zu den vier Patriarchalkirchen bzw. zu den sieben Pilgerkirchen von Rom.

Die Lateranbasilika wurde zur Zeit von Konstantin im vierten Jahrhundert erbaut. Im Jahr 324 wurde sie eingeweiht. Brand, Erdbeben und Plünderungen hat sie erlebt und musste im Lauf der Jahrhunderte immer wieder restauriert werden.

Dass wir auch bei uns das Kirchweihfest jener römischen Kirche feiern, hängt mit dem Grundverständnis der katholischen Kirche zusammen. Die Lateranbasilika wurde von jeher als die „Mutter aller Kirchen auf dem katholischen Erdkreis“ bezeichnet, wie eine große Inschrift an ihrer Kirchenfassade bezeugt. So werden wir daran erinnert, was Kirche ausmacht: zunächst natürlich die Ortskirche, hier lebt sie, hier muss kirchliches Grundverständnis umgesetzt werden, hier sind es die konkreten Menschen, Du und ich, die diese Kirche bilden und dazu beitragen, dass Kirche glaubwürdig und auch attraktiv wird.

Alle Ortskirchen auf der ganzen Welt sind darüber hinaus untereinander verbunden im gemeinsamen Glauben an „Christus, den Erlöser“ - wie der Titel dieser römischen Basilika ursprünglich lautete, und sie sind nicht einfach auf sich allein gestellt.

Deshalb ist es verständlich und richtig, dass wir als Kirche mitfeiern, wenn diese alte römische Basilika ihr Kirchweihfest begeht, und zwar nicht nur aus liebenswürdiger Sentimentalität, sondern weil wir damit den gemeinsamen Glauben an Christus feiern, und damit die Einbindung in die weltumfassende Glaubensgemeinschaft zumindest ein klein wenig spüren könnten. Da wir römisch-katholische Christinnen und Christen sind, kommt dies in der Verbundenheit mit der römischen Hauptkirche zum Ausdruck.

Eine ausführliche Würdigung lesen Sie hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lateran

Donnerstag, 6. November 2008

Morgen: Herz-Jesu-Freitag


Der Herz-Jesu-Freitag ist der erste Freitag eines Monats. In dieser Herz-Jesu-Verehrung steht die Sühne und damit auch die Sündhaftigkeit des Menschen im Mittelpunkt. Es ist ein bevorzugter Tag für die Beichte und für die Krankenkommunion. In der Regel wird an diesem Tag das allerheiligste Altarsakrament ausgesetzt und ein sakramentaler Segen gespendet. Er geht auf die Visionen der hl. Margareta Maria Alacoque zurück.

Herz-Jesu-Bruderschaften, Ordensgemeinschaften und Genossenschaften haben die Herz-Jesu-Verehrung zum Zentrum ihrer Spiritualität gemacht und drücken diese auch in ihrem Namen aus, z.B. Missionare des Heiligsten Herzens Jesu.

Die Herz-Jesu-Verehrung hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts innerkatholisch an Boden verloren; zumindest eine einseitig emotional betonte Herz-Jesu-Verehrung wird von vielen katholischen Christen abgelehnt. Durch Papst Johannes Paul II. wurde der kirchliche Akzent verstärkt auf die Barmherzigkeit Gottes gesetzt. Im Katechismus der Katholischen Kirche wird die Herz-Jesu-Verehrung auf christozentrischem Fundament zusammengefasst und neu empfohlen. Papst Benedikt XVI. hat in seiner ersten Enzyklika Deus Caritas est ausdrücklich auf das durchbohrte Herz Jesu Bezug genommen und den Juni zum Herz-Jesu-Monat erklärt.

Die zwölf Verheißungen Jesu an die hl. Margareta Maria

Als die heilige Margareta Maria Alacoque einmal vor dem Tabernakel betete, erschien ihr Jesus und zeigte ihr seine durchbohrte Seite und sein mit Dornen umwundenes göttliches Herz. Er forderte sie auf, aus Liebe zu seiner großen Liebe und zur Sühne für die Beleidigungen undankbarer Menschen dafür zu sorgen, daß seinem Herzen öffentlich Verehrung zuteil werde. Für alle jene, die das Heiligste Herz Jesu andächtig verehren, hat der Herr seiner treuen Dienerin 12 Verheißungen gegeben: .

1. Ich werde ihnen, alle in ihrem Stande notwendigen Gnaden geben.
2. Ich werde ihren Familien den Frieden schenken.
3. Ich werde sie in allen ihren Leiden trösten.
4. Ich werde ihre sichere Zufluchtsstätte während ihres Lebens und besonders im Tode sein.
5. Ich werde überreichen Segen über alle ihre Unternehmungen ausgießen.
6. Die Sünder werden in meinem Herzen die Quelle und das unendliche Meer der Barmherzigkeit finden.
7. Die lauen Seelen werden eifrig werden.
8. Die eifrigen Seelen werden schnell zu großer Vollkommenheit gelangen.
9. Ich werde die Wohnungen segnen, in welchen das Bild meines Heiligsten Herzens aufgestellt und verehrt wird.
10. Den Priestern will ich die Gabe verleihen, auch die verhärtesten Herzen zu rühren.
11. Die Namen aller, welche diese Andacht verbreiten, sollen in meinem Herzen eingeschrieben sein.
12. Im Übermaß der Barmherzigkeit meines Herzens verspreche ich dir, daß meine allmächtige Liebe allen, die an den ersten Freitagen neun Monate nacheinander würdig (im Stande der heiligmachenden Gnade) die hl. Kommunion empfangen, die Gnade eines bußfertigen Endes gewährt wird, so daß sie nicht ohne Empfang der heiligen Sakramente sterben werden; mein Herz wird in dieser letzten Stunde ihre sichere Zuflucht sein (dies ist die sog. “Große Verheißung”).

Mehr zur Hl. Margareta Maria Alacoque hier:

Mittwoch, 5. November 2008

Wort Gottes für den Tag - Donnerstag 6. November


Über das rechte Beten
Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet (Lk 11,9-10 ).

„Wenn das Bedde sich lohne tät, Mann, wie ich dann bedde tät.“ So hat einmal die kölsche Rockgruppe BAP gesungen.

Beten? Lohnt sich das? Ganz gewiss nicht in dem Sinne, dass wir wie in einem Wunschautomaten bei Gott unsere Wünsche abgeben und sie erfüllt bekommen.

„Dein Wille geschehe“, das ist die Grundhaltung eines christlichen Beters, auch dann, wenn dieser Wille uns dunkel erscheint. Das Gebet kann uns die Kraft, Gottes Kraft geben, unsere Hoffnung und unser Vertrauen auf Gott nicht zu verlieren. Wir wissen von Jesus, der selbst wie kein anderer gebetet hat, der darum gefleht hat, dass der Kelch des Leidens an ihm vorübergehen möge und dennoch leiden musste. Aber das Gebet hat ihn gestärkt, den Willen seines Vaters anzunehmen.

25 Jahre Sternsingeraktion in Ostbelgien

Vorbereitungstreffen zur 25. Jubiläums-Sternsingeraktion mit über 70 Begleitpersonen in Bütgenbach

Seit 25 Jahren gibt es das Sternsingen in der DG und seit zehn Jahren im französischsprachigen Teil der Diözese. Jedes Jahr ziehen mehr Kinder mit prächtigen Gewändern, Kronen und leuchtenden Sternen begeistert durch die Straßen von Haus zu Haus und singen, segnen, sammeln für diese großartige Aktion.

Am Donnerstagabend fanden sich über 70 Verantwortliche der Sternsingeraktion aus 57 Ortschaften der Deutschsprachigen Gemeinschaft zu einem Treffen im Kloster „Jungfrau der Armen“ in Bütgenbach ein.

Ziel war es, sie auf das Jahresthema „Kinder suchen Frieden“ vorzubereiten. Nicht nur eine umfangreiche Dokumentation wurde verteilt. Vor allem ging es darum, die Teilnehmer(innen) inhaltlich an das Motto der Sternsingeraktion 2009 heranzuführen. Ausgangspunkt ist ein Wort voller Sehnsucht aus dem Psalm 122: „Friede wohne in deinen Mauern, in deinen Häusern Geborgenheit“. Gerade in der Weihnachtszeit spüren viele Menschen den Anspruch, dass ihr Haus ein Ort des Friedens sein soll. Mit allen Sinnen ließen sich die Teilnehmer auf den Raum ein, der mehr und mehr zu ihrem eigenen Herzensraum wurde, um den Frieden für die weite Welt zu erbitten, denn der Friedensfürst will kommen und bei uns wohnen.

Die Sternsinger unterstützen Kinder in der sogenannten Dritten Welt bei ihrer Suche nach Frieden, denn zu viele erleiden Gewalt und Krieg. Wenn die Sternsinger in diesem Jahr verstärkt auf die Kinder und Jugendlichen im Beispielland Kolumbien schauen, dann erzählen sie davon, was es heißt, immer auf der Hut sein zu müssen vor versteckter und offener Gewalt.

Die „Friedens-Botschaft“ galt es in einer Katechese zu erleben, die die Verantwortlichen in den Pfarrverbänden der drei Dekanate mit den Kindern und Jugendlichen durchführen werden. Margrete Offermann aus Kettenis und Pfarrer Claude Theiss aus Schönberg schafften es in beeindruckender Weise die Begleitpersonen für das Thema zu sensibilisieren. Indem die Kinder und Jugendlichen an einer friedlichen Gesellschaft mitbauen, können sie zu „Hoffnungsträgern“ werden, wenn sie mit ihrer Aktion die Botschaft von Weihnachten verkünden: „Gott will Frieden für alle, ganz besonders für die Kinder – und wir helfen dabei mit.“ In diesem Jahr wird mit Hilfe der Gelder aus Ostbelgien ein Schutz- und Therapieprogramm für Kinder in den Zentren von Benposta (Kolumbien) unterstützt.

Die Sternsingeraktion erbrachte beim letzten Mal fast 76.500 Euro im Bistum Lüttich, vor allem in Ostbelgien. Zur Jubiläums-Sternsingeraktion trifft sich seit einem Jahr ein Festkomitee mit Jean Lazarus. Am 30. Dezember findet im Beisein von Bischof Aloys Jousten ein zentraler Aussendungs- und Jubiläumsgottesdienst in der Lütticher St. Pauls-Kathedrale statt. Bisher haben sich 672 Kinder angemeldet. Eine große Malaktion findet in den teilnehmenden Ortschaften statt. Die Bilder müssen bis zum 28. Dezember in den Pfarrhäusern von Büllingen und Sankt Vith, bzw. im Eupener Ephata-Zentrum abgegeben werden. Die Kinder werden gemeinsam in einem großen Reisebus-Tross nach Lüttich gebracht, wo der Gottesdienst um 14.30 Uhr stattfindet. Die Rückkehr ab Lüttich erfolgt gegen 16.30 Uhr. Letzte Einschreibungen für die Fahrt nach Lüttich sind noch bis spätestens 4. November möglich. (kli)

Dienstag, 4. November 2008

Wort Gottes für den Tag - Mittwoch, 05. November

Vom rechten Gebrauch des Reichtums (Lk 16,9-15)
Jesus sagte: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht. Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen. Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen? Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben? Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

Gold und Geld allein ist nicht alles. Jesus warnt uns davor, unser Herz an den Mammon zu hängen. Er weist uns außerdem ganz unverblümt darauf hin dass, "wenn es mit uns zu Ende geht", der Reichtum uns nichts nützt. Wir sollen uns also zu Lebzeiten Freunde mit unserem Geld machen.

Manches versuchen wir im Leben miteinander zu verbinden, „unter einen Hut zu bringen“, wie wir sagen. Das gelingt uns mehr oder weniger. Was wir uns im Alltag zurecht gelegt haben, das wird dem Verhältnis zu Gott nicht unbedingt gerecht. Hier fordert Jesus immer wieder klare Entschiedenheit ein: „Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.“ Damit sagt er: Ihr müsst den Schwerpunkt für euer Leben bestimmen. Wo der nicht eindeutig bestimmt ist, kann alles leicht ins Kippen kommen. Das Verhältnis zu Gott verträgt also keine faulen Kompromisse. So werden wir immer wieder neu versuchen müssen, seinem Anspruch gerecht zu werden.

Sonntag, 2. November 2008

Hubertusfest in Aldringen und Weweler

Aller Heiligen haben wir vorgestern im Gottesdienst gedacht. Der November führt das Gedächtnis bekannter Heiliger weiter: So begehen wir am 3. November das Fest des Hl. Hubertus. Seine Lebensgeschichte ist so mit Legenden durchsetzt, dass Geschichtliches und Legendäres kaum noch zu trennen sind.

Hubertus wurde 656 oder 658 geboren. Er war der älteste Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse. Als Jüngling kam er an den Hof Theiderichs III. von Burgund und wurde von diesem zum Pfalzgrafen erhoben. Da er die Gunst des Fürsten besaß und durch ausgezeichnete Klugheit alle seine Missionen erfüllte, gelangte er bald in die höchsten Stellungen des Reiches. Hubertus vermählte sich nun mit der schönen Floribana von Löwen; doch nur kurzes Eheglück war ihm beschieden, da sie nach der Geburt ihres ersten Kindes Floribertus starb. Er empfand unsäglichen Schmerz über den frühen Tod seiner Gemahlin, und um seinen Kummer zu vergessen, stürzte er sich nun um so heftiger in allerlei weltliche Vergnügen. Da geschah es, daß er, in den tiefen Wäldern der Ardennen seiner Lieblingsbeschäftigung, der Jagt, nachgehend, einen kapitalen Hirsch aufspürte. Zur Verwunderung des leidenschaftlichen Jägers blieb der Hirsch ruhig vor ihm stehen. Schon hatte er den Bogen gespannt, um ihn zu erlegen, da erblickte er zwischen den Geweihstangen des Hirsches ein leuchtendes Kreuz. Betroffen sank er in die Knie. Jetzt vernahm er eine Stimme, die ihn mahnte, über den Dingen dieser Welt das ewige Leben nicht zu vergessen. Diese Erscheinung beeindruckte Hubertus derart, daß er sich mit ganzer Seele Gott zuwandte. Er verließ den Hof, verzichtete auf seine Ämter, verschenkte sein Vermögen an die Armen und zog sich in die Einsamkeit der Ardennen zurück, wo er eine Zeitlang als Einsiedler lebte. Dann begab er sich zu Bischof Lambert von Maastricht, der den Verwandelten belehrte und zum Priester weihte. Im Jahre 708 starb der hl. Lambert, und sein Bistum war verwaist. Papst Sergius, der heilige Mann, erhielt in einem Gesicht die Weisung, den Pilger Hubertus zum Nachfolger des Ermordeten zu weihen. Als Hubertus sich heftig wehrte, die Würde anzunehmen, erschien ein Engel vom Himmel, der ihn die bischöfliche Stola umlegte, worauf er, den Willen Gottes erkennend, sich alsbald fügte. Mit dieser himmlischen Stola konnte er später als Bischof viele heilen. Der Geweihte zog nach Maastricht zurück, um sein ihm von Gott auferlegtes Amt zu übernehmen. Er waltete als Bischof viele Jahre lang zum Segen des Landes und missionierte vor allem in seinem früheren Jagtgebiet, den Ardennen, unter großer Mühsal und Anstrengung, denn dort waren zu dieser Zeit die heidnischen Bräuche noch fest verwurzelt. Die Reliquien des hl. Lambert übertrug er in ein wunderschönes Gotteshaus, das er ihm zu Ehren hatte erbauen lassen. Der hl. Hubertus verlegte 721 seinen Bischofssitz von Maastricht an diesen Ort, der später den Namen Lüttich erhielt und sich zu einer reichen Stadt entwickelte. Im Jahre 727 holte Gott den rastlosen Missionar viel zu früh zu sich.

In unserem Pfarrverband benennen zwei Kirchen den Hl. Hubertus als ihren Kirchenpatron. Da ist zunächst Weweler, welches neben der Hl. Agatha und dem Hl. Wendelinus den Hl. Hubertus als Hauptpatron der Kirche verehrt. Und als nächstes Aldringen, wo der Hl. Martinus und der Hl. Hubertus als Kirchenpatrone verehrt werden. Am Hubertustag, dem 3. November finden alljährlich große Hubertusjagden, oft mit dem feiern von Hubertusmessen statt, so auch in Weweler und Aldringen.

In Weweler, am Montag, 3. November, um 9, 00 Uhr: Hl. Messe mit Segnung des Hubertusbrotes.
In Aldringen, am Samstag, 8. November, um 19,30 Uhr: Hl. Messe mit Segnung des Hubertusbrotes und Reliquienverehrung.


Die Gebeine des heiligen Hubertus wurden am Hubertustag, dem 3. November 743 erhoben. 825 kamen sie nach Andagium, heute Saint-Hubert in den Ardennen. Im Mittelalter war St. Hubert ein Wallfahrtsort, seit der französischen Revolution sind die St.-Hubert-Reliquien jedoch verschwunden.

Der heilige Hubertus gilt als Beschützer der Hunde und als Helfer gegen Tollwut. Am Hubertustag geweihtes Salz, Brot und Wasser sollte gegen Hundebisse schützen, außerdem sollten auch die Hunde selbst dadurch vor Tollwut geschützt werden. Nicht nur Kirchen, sondern auch Handwerkergilden, Ordensbruderschaften, Jagdgesellschaften und Schützenvereine führen seinen Namen. Eine besondere Verehrung erhielt der Heilige naturgemäß in den Ardennen. In Aldringen wird ein Pigment der Stola des Heiligen aufbewahrt. Wie dieses Teilchen nach Aldringen kam lesen Sie hier: