Samstag, 22. November 2008

Pfarrbrief für den Monat Dezember

Weltjugendtag 2008 in Sydney - Nachtreffen

Nachtreffen in Iveldingen und St. Vith

Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein. (Apg 1,8). Unter diesem Motto stand der Abschlussgottesdienst des Weltjugendtages 2008.

Etwa 30 Jugendliche aus Ostbelgien nahmen am XXIII. Weltjugendtag teil, der 2008 in der australischen Metropole Sydney vom 15. bis 20. Juli stattfand. Es war der erste Weltjugendtag, der in Australien stattfand und nach dem Weltjugendtag in Buenos Aires (Argentinien) 1987 erst der zweite auf der Südhalbkugel. Unter den 223.000 Dauerteilnehmern befanden sich mehr als 110.000 internationale Gäste. Angaben des Veranstalters zufolge nahmen mehr als 400.000 Pilger am Abschlussgottesdienst teil. Im Vergleich dazu nahmen am Weltjugendtag 2005 in Köln insgesamt 400.000 Pilger teil, am Abschlussgottesdienst rund 1,2 Millionen.

Die Begeisterung bei den Teilnehmern ist nach wie vor groß, an einem solchen Ereignis teilgenommen zu haben. An ihrer Freude möchten sie andere teilhaben lassen und laden zu zwei Nachtreffen ein.



Donnerstag, 20. November 2008

Wort Gottes für den Tag - Freitag, 21. November

Das Gleichnis vom guten Hirten und vom bezahlten Knecht

Jesus sagte zu seinen Jüngern: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen.

Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. (Joh 10,1-15)


Wir leben nicht mehr in den alten Zeiten, wo die Hirten zum gewohnten Bild gehörten. Aber was mit dem Bild gemeint war, ist leicht zu übertragen. Der Hirt ist einer, dem sind nicht Sachen anvertraut, sondern Lebendiges. Lebendiges, das will gedeihen, und dafür muss er sorgen. Lebendiges, das hat Bedürfnisse, und dafür ist er verantwortlich. Lebendiges, das soll sich zu seinem eigenen Sinn entfalten, das muß er respektieren.

Nun - wenn das Hirtenaufgabe ist, dann wimmelt es von Hirten: in Politik, Wirtschaft und Medien, vom Kindergarten bis zum Altenheim, von der Schule bis zum Krankenhaus, in Familien und Gruppen. Und überall da, wo Menschen in der Hirtenrolle tätig sind, gibt es die zwei Möglichkeiten, von denen Jesus spricht: der gute Hirt und der schlechte Knecht. Wie kann man sie unterscheiden?

Zunächst gar nicht. Sie üben beide die gleiche Tätigkeit aus. Aber ihre Ziele sind so verschieden wie ihre Motive.
• Der gute Hirt interessiert sich für das, was für die gut ist, die ihm anvertraut sind. Der schlechte Hirt verfolgt seine eigenen Interessen.
• Der gute führt die Schafe auf die Weiden, der schlechte führt seine Schäfchen ins Trockene.
• Dem einen liegt an den Tieren, dem anderen an der Wolle.
• Der eine sorgt, daß sie es gut haben, der andere sorgt, daß sie möglichst viel bringen.
• Der eine lebt für die Tiere, der andere lebt von den Tieren.

Das geht lange nebeneinander her - aber wenn es ernst wird, wenn der Wolf kommt, müssen sie Farbe bekennen. Dann ist der eine weg - und der andere bleibt.

Wie leicht ist das alles übertragbar auf die Welt der Menschen. Wir wissen nur zu gut, wie und wo das alles vorkommt unter uns. Und das flaue Gefühl kennen wir ja - aus dem öffentlichen wie aus dem privaten Leben, wenn uns auf einmal von einem Menschen dämmert: Der meint gar nicht mich - der will nur etwas von mir.

Selten sind unter uns Menschen, die nur gute Hirten sind, die völlig absehn können von sich selber. Selten sind die bezahlten Knechte, denen nur an sich liegt. Aber Durchwachsenes in allen Variationen. Durchwachsen auch: wir selber. Das weiß Jesus. Aber er möchte uns Mut machen. Er möchte uns anstecken, gegen die Tarife zu leben. Uns zu orientieren nicht an dem, was der andere bringt, sondern an dem, was der andere braucht.

(c) Hans-Albert Höntges, in: Ich denke nach über dein Wort, Einhard-Verlag Aachen 1985.

Dienstag, 18. November 2008

Heilige des Tages: Die Hl. Elisabeth von Thüringen

Wir begehen heute, am 19. November das Namensfest der hl. Elisabeth v. Thüringen. Sie war Landgräfin von Thüringen und von daher hätte sie sich ein sorgenfreies Leben leisten können. Ihr Leben ist gekennzeichnet von einer tiefen Christusliebe und Christusnachfolge. In der armen Landbevölkerung, die vor dem Tor ihrer imposanten Burg um Brot bettelte, sah sie ein Abbild des Gekreuzigten Herrn.

Weltberühmt ist die Saage, dass sie eines Tages wieder den Armen Brot bringen wollte. Sie war unterwegs zum Burgtor, hatte das Brot in ihre Schürze eingewickelt, als ihr plötzlich ihr Mann entgegenkam. Auf seine Vorhaltungen hin öffnete sie die Schürze und es befanden sich lauter Rosen darin. Dieses Brotwunder liegt dem bekannten Lied „Wenn das Brot das wir teilen als Rose blüht“ zu Grunde.

Als ihr Mann in jungen Jahren verstarb, verließ sie die Burg und widmete sich ganz der Armen- und Krankenpflege. Viele Krankenhäuser sind nach ihr benannt.

Landgräfin Elisabeth von Thüringen, auch Elisabeth von Ungarn genannt, ist eine echte Volksheilige. Der Namenstag der Patronin von Thüringen und Hessen fällt auf den 19. November, den Tag ihrer Beisetzung. Die Tochter des ungarischen Königs Andreas II. (* 1177; † 1235) und der Gertrud von Andechs wurde schon als Neugeborene mit einem Sohn (Ludwig) des einflussreichen Landgrafen Hermann von Thüringen verlobt. Bereits 1211, im Alter von vier Jahren, wurde die mit reicher Mitgift ausgestattete Elisabeth nach Thüringen gebracht. Die Erziehung eines jungen Mädchens in der Familie ihres zukünftigen Ehemanns war innerhalb von Adelsfamilien üblich und wurde bis weit in die Neuzeit praktiziert. Elisabeth wuchs deshalb überwiegend auf den Residenzen der thüringischen Landgrafenfamilie auf.

Landgraf Hermann von Thüringen starb 1217 und Ludwig übernahm im Alter von 17 Jahren die Regentschaft. 1221 heirateten er und die nun 14-jährige Elisabeth in der Georgenkirche in Eisenach. Die Ehe, so berichten die Quellen übereinstimmend, war glücklich.

Bereits während ihrer Lebensjahre als Landesfürstin begnügte Elisabeth von Thüringen sich nicht mehr mit dem Geben von Almosen, sondern begann im Dienst um Kranken und Bedürftige schwere und von ihren Zeitgenossen als entwürdigend angesehene Tätigkeiten zu verrichten. Sie spann Wolle und webte mit ihren Dienerinnen daraus Tücher, die sie unter den Armen verteilte. Sie wusch und bekleidete Verstorbene und sorgte für ihre Beerdigung. Ab dem Jahre 1226 half sie außerdem in dem Spital, dass sie am Fuß der Wartburg errichten ließ, persönlich bei der Pflege der Kranken und widmete sich gezielt denen, deren Krankheiten besonders entstellend waren. Die Quellen schildern ihre liebevolle Zuwendung besonders zu Kindern: sie herzte und liebkoste auch die aussätzigen, schmutzigen und verkrüppelten Kinder. www.wartburg-eisenach.de

Ludwig von Thüringen hatte sich bereits 1224 zur Teilnahme am nächsten Kreuzzug verpflichtet. 1227 leistete er diesem Gelübde Folge und brach mit umfangreichem Gefolge auf, um am Fünften Kreuzzug teilzunehmen. Die schwangere Elisabeth von Thüringen begleitete ihren Mann noch bis zur Grenze Thüringens und nahm erst dort von ihm Abschied. Ludwig zog über Hessen, Franken, Schwaben und Bayern nach Italien, um dort mit dem Kreuzzugsheer von Kaiser Friedrich zusammenzutreffen. Am 12. September, kurz nach der Einschiffung in Otranto, starb er an einer Seuche.

Mit dem Tode ihres Ehemannes war Elisabeth von Thüringen der Person beraubt, die sie bislang vor der Missgunst ihrer Verwandten, der Hofbeamten und den Vertretern des heimischen Adels angesichts ihres provozierenden Lebensstiles bewahrt hatte. Die letzten drei Jahre ihres Lebens verbrachte Elisabeth von Thüringen als ärmliche Spitalschwester in Marburg. Elisabeth starb im Alter von 24 Jahren. Elisabeth von Thüringen erkrankte am 4. oder 5. November und verstarb in der Nacht vom 16. auf den 17. November 1231. Konrad von Marburg nahm ihr die letzte Beichte ab, danach empfing sie die Sakramente. Konrad von Marburg wurde von Elisabeth von Thüringen außerdem damit beauftragt, ihr verbliebenes Vermögen an die Armen und Bedürftigen zu verteilen. Nach dem Tod wurde sie in der Kapelle des Spitals aufgebahrt. Am 19. November wurde Elisabeth von Thüringen in der Kapelle des von ihr gegründeten Franziskushospitals beigesetzt.

Montag, 17. November 2008

Wort Gottes für den Tag - Montag, 17. November


Das Gleichnis vom Sämann
An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre!

Nicht lange nach der Berufung der 12 Jünger lehrt der Herr Jesus am See Genezareth. Wegen der großen Zuhörerschaft steigt er in ein Schiff, um vo dort besser gehört zu werden. In diesem Gleichnis nun schildert er die -je nach Bodenbeschaffenheit - unterschiedliche Aufnahme der Saat, die ein Sämann ausstreut. Es ist eine Art von Samen, und sie wird gleichmäßig auf das Feld gestreut, jedoch auf vier verschiedene Weisen aufgenommen:
• der Same, der auf den Weg fällt, wird von Vögeln aufgefressen,
• der Same, der auf die Steine fällt, geht sofort auf, bildet jedoch keine Wurzeln und verdorrt in der Sonnenglut;
• der Same, der unter die Dornen fällt, wird von ihnen erstickt,
• der Same, der in die gute Erde fällt, geht auf, wächst und bringt vielfältig Frucht.

Als der Herr später mit seinen Jüngern allein ist, und sie ihn nach der Bedeutung des Gleichnisses fragen, erklärt er ihnen die einzelnen Elemente folgendermaßen:

• der Same ist das Wort Gottes;
• der Boden ist unser Herz;
• die Körner auf dem Weg sind die, bei denen der Satan das in ihre Herzen gesäte Wort wegnimmt;
• mit dem steinigen Boden sind diejenigen vergleichbar, die das Wort gehört haben und es mit Freude aufnehmen, aber die Begeisterung ist nicht von Dauer, weil das Wort keine Wurzeln
geschlagen hat;
• mit dem Samen unter den Dornen werden die verglichen, die das Wort Gottes aufnehmen, aber es wird durch die Sorgen und den Reichtum erstickt,
• mit der guten Erde werden die verglichen, die das Wort hören und aufnehmen und Frucht bringen. Wer Ohren hat der höre.