Donnerstag, 30. Juli 2009

Hast du heute schon gedankt?


„ Hast Du eigentlich mein Geschenk erhalten?“ – so könnte Gott uns heute fragen. Wie viele Menschen reagieren gar nicht auf das, was der Schöpfer des Lebens ihnen Tag für Tag schenkt, ja manche haben ihn sogar ganz vergessen im Trubel der Zeit. Aber sind wir nicht reich Beschenkte?

Der große Geber ist Gott, der Allmächtige. Jeder Augenblick unseres Daseins ist abhängig von Seinem Wirken uns gegenüber. „Die Himmel sind die Himmel Jahwes“, singt der Sänger David, „die E r d e aber hat er den Menschenkindern gegeben.“ (Ps.115:16).

„Die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.“ Wohin wir auch schauen - alles ist für unsere Existenz zubereitet. Wir bewundern die grenzenlose Macht, die unerschöpfliche Phantasie und tiefe Weisheit, die in den kleinsten wie auch in den größten Werken der Schöpfung wahrzunehmen sind. Die Luft, die wir atmen, das Licht, das uns leuchtet, die Sonne, die den verschiedenen Samen Wachstum und Fruchtbarkeit bringt in der warmen, bewässerten Erde - alle diese Dinge sind Gaben des Schöpfers für uns: für Mensch und Tier zur Nahrung und zur Freude. Keine menschliche Kunst vermag die mannigfaltigen Naturschauspiele in ihrer Schönheit und schnell wechselnden Pracht völlig zu erfassen und nachzubilden; kein noch so meisterhaftes Dichterwort ist auch nur annähernd fähig, den Zauber eines Vogelfluges oder die Grazie eines schönen Tieres zum Ausdruck zu bringen. Gottes Gaben sind von unnachahmlicher Schönheit und Vollendung.

Gott gibt, weil er liebt; und die Freude derer, die empfangen, ist Seine Freude. Sie erstreckt sich auch auf diejenigen, die sich dessen gar nicht bewusst sind, dass all das Gute, das sie genießen, von dem Geber aller guten und vollkommenen Gaben kommt. „Wenn Gott irgendeinem Menschen Reichtum und irdische Güter verliehen und ihn in die glückliche Lage versetzt hat, davon zu genießen und sein Teil hinzunehmen und sich bei seiner Mühsal zu freuen, so ist das eine Gnadengabe Gottes.“

Manchmal scheinen meine Augen verschlossen zu sein, ich sehe gar nicht, wie viel Mühe Gott sich jeden Tag mit mir gibt. Ja, er hat seine Hand weit geöffnet und uns überschüttet mit Segen und mit viel Gutem, oder?

Warum tut Gott das?

Kennen wir das? Manchmal erhalten wir Geschenke und dann denken wir uns: „ Na, was will der andere uns damit wohl sagen?“ Kommt da nicht irgendwann eine Rechnung hinterher? Das kann doch nicht sein, dass jemand uns einfach nur so aus Freude, aus Vergnügen beschenkt? Und Gott?

Lothar Zenetti hat diese unsere heimlichen Gedanken in einer kleinen Medikation
aufgenommen, die uns etwas von dieser unberechenbaren Güte Gottes aufzeigt, aber auch von unserer Skepsis, die sich zuweilen in unseren Herzen breit machen will: Einmal wird uns gewiss die Rechnung präsentiert für den Sonnenschein und das Rauschen der Blätter, sie sanften Maiglöckchen und die dunklen Tannen, für den Schnee und den Wind, den Vogelflug und das Gras und die Schmetterlinge, für die Luft, die wir geatmet haben, für den Blick auf die Sterne und für alle die Tage, die Abende und die Nächte. Einmal wird es Zeit, dass wir aufbrechen und bezahlen. BITTE DIE RECHNUNG! Doch wir haben sie ohne den Wirt gemacht: Ich habe euch eingeladen, sagt der und lacht. Es war mir ein Vergnügen. (Lothar Zenetti)

Wenn es Gott ein Vergnügen ist, warum soll man dann noch Dankeschön sagen? Soll er uns doch nach Strich und Faden beschenken, wir haben doch nichts dagegen! Wenn es ihm Freude macht….?!

So mancher reißt die Geschenke Gottes an sich und nimmt sie noch nicht einmal als solche wahr. Er hält es doch für selbstverständlich, dass man zu essen und zu trinken hat. Warum sollte man da noch ein Dankgebet sprechen. So mancher schlingt alles in sich hinein. Doch wir sollten innehalten und Gott danken. Ich musste etwas schmunzeln, als ich folgende kleine Geschichte las:

Ein Bauer war zu einem Festessen in die Stadt geladen. Verwundert erlebt er die Schlacht am großen Buffet. Er sieht, wie die feinen Herren und Damen sich begierig ihre Teller füllen und einfach mit dem Essen beginnen. Er bedient sich auch, setzt sich zu Tisch und spricht zuerst ein Dankgebet. Sein vornehmer Tischpartner lächelt milde und sagt: „Na, Bauer, du kommst wohl vom Lande. Seid ihr da alle noch so altmodisch und betet bei Tisch?“- „Nein“, antwortet
der Bauer, „nicht alle. Sehen Sie, wir haben bei uns im Stall ein paar Säue und Ferkel, die fressen einfach drauf los. Aber alles, was bei uns Mensch ist, dankt seinem Schöpfer für alle guten Gaben!“

Dieser Tag heute soll uns helfen, inne zu halten, und uns die Augen zu öffnen für all die vielen guten Dinge, die wir hier in unserem Land haben.

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