Mittwoch, 22. Juli 2009

Maria Magdalena: Die treue Jüngerin Jesu

Uns wird heute im Namenstagskalender eine Frau vor Augen gestellt, die immer wieder die Phantasie der Menschen bewegt hat: Maria aus Magdala. Maria (Mirjam) war eine einflussreiche Frau aus Magdala, einer galiläischen Stadt am westlichen Ufer des Sees Genezareth zwischen Kapernaum und Tiberias. Der Ort lebte vom Fischfang, vom Handel und von den reichen Ernten der Ebene von Genezareth. Magdala war gewissermaßen ein Wirtschaftszentrum. Magdala kommt von hebr. “migdal” und bedeutet Turm.

Wenn wir auf die Fakten sehen wie in den Evangelien berichtet, finden wir folgende Informationen. Maria von Magdala war eine treue Jüngerin Jesu. Sie war eine Frau mit unabhängigen Mitteln. Sie war eine von den zum engsten Kreis Jesu zählenden Begleitern und Unterstützerinnen und ohne Zweifel eine der Eifrigsten von Christi Nachfolgern und Mitarbeitern. Sie brachte sich und ihre Mittel ein, um Jesus bei seiner Evangeliumsverkündigung zu unterstützen. Sie folgte Jesus während seiner öffentlichen Auftritte auch nach Jerusalem.

War sie die Freundin, gar die Geliebte Jesu? Eine Prostituierte, die ihr Leben radikal geändert hat und Jesus nachfolgte? Aus den Evangelien ist dies nicht belegt, auch wenn die Frau aus dem Dorf Magdala anscheinend eine sehr gute Beziehung zu Jesus hatte.

Was die Welt nicht so interessiert, steht aber sehr wohl in der Bibel: Maria Magdalena stand unter dem Kreuz, war beim Begräbnis Jesu dabei und ist vor allem dem auferstandenen Herrn begegnet.

„Frühmorgens, als es noch dunkel war“ kommt Maria von Magdala ans Grab Jesu. Die letzten Tage hatten ihr alles genommen. Mit ihrem Herrn Jesus war auch das Licht ihres Lebens gestorben. „Als es noch Dunkel war,“ sagt uns der Evangelist, geht Maria zum Grab. Als es noch Dunkel war,“ meint nicht nur die Tageszeit, sondern auch die Finsternis in ihrem Innern. Unendliche Traurigkeit hat sich hier ausgebreitet.

Maria Magdalena ist am Karfreitag in ein dunkles Loch gefallen. Auch wir kennen solche menschliche Erfahrungen der Dunkelheit: Krankheit, Tod, Arbeitslosigkeit, Probleme in der
Partnerschaft oder in der Familie, Schuld, Zukunftsangst, Verzweiflung. Sie werfen oft ihre dunklen Schleier über unser Leben.

Zu dieser sowieso schon schier unerträglichen Situation kommt nun auch noch hinzu, dass das Grab offen und der Leichnam des geliebten Meisters verschwunden ist. Nun lassen sie ihm nicht einmal im Tod seine Ruhe! Haben sie ihn nicht schon genug entehrt und geschunden? Und Maria Magdalena läuft weg, nur weg von diesem schlimmen Ort. Sie läuft zu den Anderen, sucht bei ihnen Trost und Rat.

„Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen!“, klagt sie. Auch eine unserer Erfahrungen: Vielen wird im Leben genau das weggenommen, worauf sie fest gebau und woran sie geglaubt haben. „Weggenommen“ nicht unbedingt im Sinn von „gestohlen“, sondern vielmehr im Sinn von „jemanden oder etwas verlieren“ etwa den Ehepartner, oder ein Kind. „Jemanden oder etwas verlieren“ „ das durchleben wir auch, wenn etwas in die Brüche geht“ oder wenn wir erfahren, dass das gesteckte Ziel nun doch nicht erreicht werden kann.

Und wie bei Maria Magdalena ist unser Glaube an die Verheißungen Jesu Christi dann sehr klein. Solche dunklen Zeiten lassen auch unseren Glauben nicht ungeschoren. Wer hat angesichts von Dunkelheiten im Leben noch nicht gezweifelt?




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