Sonntag, 2. August 2009

Papst Benedikt XVI seit vergangener Woche in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo

Am 29. Juli ist Benedikt XVI. nach seinem Urlaub im Aostatal in Castel Gandolfo eingetroffen. Guter Dinge (trotz eines Unfalles, bei dem er sich das Handgelenk brach) hatte er zuvor Abschied in Südtirol genommen mit den Worten: "Leider hat mein Schutzengel meinen Unfall nicht verhindert, aber sicher auf höhere Anweisung. Vielleicht wollte der Herr mir mehr Geduld und Demut beibringen und mir mehr Zeit für Gebet und Meditation geben."

Nun beginnt für den Papst der Sommer in Castel Gandolfo. Wie in den "Himmel über Rom" fährt man, wenn man sich Castel Gandolfo nähert, dem Ort in den Albaner Bergen, 24 Kilometer südöstlich von der italienischen Hauptstadt. Seit 1626 nutzen die Päpste mit Unterbrechungen das dortige Gelände der früheren Domitianvilla als Sommerresidenz.

Die Geschichte reicht aber freilich viel weiter zurück: Von etwa 1100 bis 600 v Chr. soll an der Stelle des Ortes die antike Stadt Alba Longa gestanden haben. Um 312 v Chr. entstand der Vorgängerbau des heutigen päpstlichen Palastes: die Villa des Kaisers Domitian, die nach dessen Tod geplündert und zerstört wurde. Ruinen davon stehen noch heute auf dem Gelände."Hier fühle ich mich wie neugeboren und gehe gern dort spazieren, wo mein Blick entzückt über die ausgedehnten Felder schweifen kann. Hier bekommt der Körper neue Kräfte und das Alter liegt weit entfernt, sagte Papst Urban VIII. (1623-1644) einmal über Castel Gandolfo. Ähnlich scheint es Papst Benedikt XVI. zu empfinden: Bereits zum 16. Mal in seinem bislang vierjährigen Pontifikat hält er sich in der Residenz in Castel Gandolfo auf.

Es sind, in der Tat, nicht die herrlichen Paläste, sondern es ist die Gemütsruhe, die die Menschen hier glücklich macht. So sind die Gärten rund um den Palast von überwältigender Schönheit und Gepflegtheit. Die Hecken so geschnitten, daß sie dem römischen Aquädukt gleichen. In der Ferne glitzert das Meer.

Drei Villen, mehrere Gärten sowie ein Gutshof mit einer kleinen Landwirtschaft gehören insgesamt zum Komplex. Anders als die vatikanischen Gärten, können jene in Castel Gandolfo nicht besichtigt werden.


Die Ruhe und Zurückgezogenheit Castel Gandolfos im Vergleich zum Vatikan nutzt Benedikt XVI. für zahlreiche Privataudienzen, die jeweils ca. rund eine halbe Stunde dauern. Nur von einem Teil der Audienzen erfährt die Öffentlichkeit, etwa wenn es sich um illustre Persönlichkeiten handelt wie hier Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ansonsten widmet sich der Papst in seiner Sommerresidenz sehr intensiv seinem geistigen Schaffen, dem Vernehmen nach insbesondere dem zweiten Band seines Jesus-Buches. Geplant ist zudem ein Besuch seines Bruders Georg Ratzingers. Voraussichtlich im September kehrt Benedikt XVI. dann wieder nach Rom zurück.

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