Donnerstag, 13. August 2009

Viele Pilger unterwegs zu Maria, am Maria-Himmelfahrtstag

Das Hochfest "Mariä Himmelfahrt" wurde im 6. Jahrhundert zunächst als Fest der "Entschlafung" Mariens begangen und Ende des 6. Jahrhunderts vom oströmischen Kaiser Mauritius auf den jetzigen Tag gelegt. In der Ostkirche wird das Fest bis heute als "Tag der Entschlafung" und Maria als die "Panagia", die "Allerheiligste", bezeichnet; als erster Mensch habe sie die Vergöttlichung erfahren, weil Christus ihre Seele sofort ins Paradies holte.

Das Fest entwickelte sich ab dem 8. Jahrhundert zum Himmelfahrtsfest, zunächst in Rom am 15. August gefeiert, 813 es auch in Deutschland eingeführt. In der römisch-katholischen Kirche ist es Ausdruck der Glaubenslehre, dass der Leib Marias in den Himmel aufgenommen wurde. Papst Pius XII. verkündete im Jahr 1950 das Dogma "von der ganzmenschlichen Aufnahme Mariens in den Himmel".

Seit alters her pilgern Menschen am Himmelfahrtstag zu den unterschiedlichsten Marien-Wallfahrtsorten um der Muttergottes ihre persönlichen Anliegen zu empfehlen, so auch an vielen Orten in der Eifel.

Älteste Pilgerstätte in der Eifel.
Zu den wohl ältesten Pilgerstätten der Eifel zählt die Pfarrkirche von Neundorf. Am 15. August pilgern jedes Jahr am Nachmittag viele Gläubige zu Fuß zur Kirche in Neundorf, wo eine feierliche Andacht stattfindet. So starten etwa 100 Fußpilger um 14.15 Uhr ab St.Vith nach Neundorf, wo um 15.30 eine Andacht stattfindet, nachdem bereits um 14.30 Uhr die Andacht mit den Pilgern aus Aldringen stattgefunden hat. Am Abend ist gegen 20.00 Uhr die Andacht und Lichterprozession mit der Mutter-Gottes-Statue.

Die Wallfahrt nach Neundorf geht auf die Zeit zurück, als das Dorf der Hauptort der Pfarre und des Hofes Neundorf war, der seit 888 urkundlich als Königshof „Nova villa“ bekannt ist. Die Neundorfer Kirche war die Pfarrkirche für das ganze Hofgebiet, einschließlich St.Vith.

Die Kirche entstand als Muttergottes-Kirche, wahrscheinlich an der Stelle eines heidnischen Quellheiligtums. Als Marienkirche erlangte das Gotteshaus schon sehr früh Bedeutung. Am 15. August zogen seit alters her mehrere Prozessionen zu dem wundertätigen Gnadenbild Mariens in der Kirche. Zu Mariä Himmelfahrt waren die Pfarrangehörigen aufgerufen, zu ihrer Pfarrkirche zu pilgern, weiß Klaus-Dieter Klauser. Nicht nur die Pfarrkinder von Neundorf, zu denen St.Vith, Rodt, Emmels, Crombach, Galhausen u. a. gehörten, pilgerten zur Muttergottes, sondern auch diejenigen der benachbarten Pfarren Aldringen, Espeler, Maspelt und Dürler (bis 1955). Es gibt heute sogar noch die „Vegder Poort" (St.Vither Pforte) in der Neundorfer Kirche. Das war die Tür, durch welche die St.Vither Pilger die Kirche betraten. Sie befindet sich an der zum Bahndamm gewandten Seite der Kirche und trägt die Jahreszahl 1496.


70 Jahre Lourdesgrotte von Schönberg
Seit genau 70 Jahren kommen die Menschen zur Lourdesgrotte nach Schönberg. In Schönberg wirkte von 1937 bis zu Beginn des Krieges Pfarrer Franz Darcis, ein großer Marienverehrer. Dennoch war es seiner Mutter, die sich in der Ferienzeit regelmäßig bei ihrem Sohn aufhielt, zu verdanken, dass die Idee aufkam, eine Grotte zu errichten. An Palmsonntag, dem 10. April 1938, wurde nach einem Triduum der Grundstein der Mariengrotte gelegt, wie in der „Chronik Schönberg“ von Josef Kirchens nachzulesen ist. Dank der Mitarbeit vieler fleißiger Helfer, Stifter und Unternehmer konnte die Grotte am 27. September fertig gestellt werden. Wegen des nahenden Winters wurde die neue Wallfahrtsstätte im nachfolgenden Sommer, am 15. August 1939, nur vierzehn Tage vor Kriegsausbruch, offiziell geweiht.

Seitdem haben tausende Gläubige ihren Schritt zu Maria gelenkt und vor der Lourdesgrotte in Schönberg bittend und dankend gebetet. Die Grotte wurde mehr und mehr zu einem Ort der Kraft und der Geborgenheit, und das nicht nur im Marienmonat Mai oder im Rosenkranzmonat Oktober. Viele Menschen erbitten in schweren Situationen Beistand oder danken für Bewahrung.

Dürler
Hinter der Kirche schlängelt sich der Weg hinauf zur Banneux-Kapelle. Musste man früher den Weg über einen beschwerlich zu gehenden Pfad zur Kapelle nehmen, so ermöglicht der am 25. März 2007 eingeweihte Kreuzweg heute einen bequemeren Aufstieg.

Die Anlage von der Pfarrkirche zur Kapelle auf dem Berg war nach der Rodung des Nadelwaldes zwischen beiden Stätten auf Wunsch der Dorfbewohner entstanden. Das Friedhofskomitee übernahm die Initiative und konnte auf die Unterstützung der Gemeinde über das Programm der »Ländlichen Entwicklung« zurückgreifen. Nach getaner Arbeit schlängelt sich jetzt ein mit Feinkies befestigter Fußweg von der Kirche hinauf zur Kapelle. Die vierzehn Kreuzwegstationen sollen die Pilger zum Innehalten und zum Beten anregen.

Am Samstagabend, 15. August, zieht eine Lichterprozession hinauf zur Banneux-Kapelle, wobei die Menschen ihre Anliegen betend und singend der Gottesmutter anvertrauen. Abschließend gibt es den sakramentalen Segen in der Pfarrkirche.

Steffeshausen
Hoch oben, über dem Dorf, liegt die kleine Kapelle am Waldesrand und lädt den vorbeigehenden Wanderer zu einer besinnlichen Pause ein. In liebevoller Arbeit wurde sie vor einigen Jahren restauriert und erfüllt ihren Zweck als Ort der Besinnung. Im Anschluss an die 9,00 Uhr Messe, ziehen die Gläubigen von Steffeshausen und Auel am Maria-Himmelfahrtstag hinauf zur Muttergotteskapelle „Auf dem Berg“, begleitet vom Musikverein.

Reuland
Unter den Klängen des Musikvereins ziehen die Reuländer, Weweler, Stoubacher, Alsterer, Lascheider, Brachter und Maspelter betend und singend durch das malerische Dorf Burg-Reuland, in Begleitung des Allerheiligsten. An der Marienkapelle, kurz vor der Burg wird ein Halt eingelegt und zur Muttergottes in den vielfältigen Anliegen der Zeit gebetet. Schließlich zieht die Prozession weiter, enlang der Burgmauer, hinunter zur St.Stephanus Kirche, wo der abschließende sakramentale Segen erteilt wird.


Lengeler
Die Kapelle wurde in den Jahren 1998 und 1999 in eigener Regie der Dorfbewohner erbaut. Die feierliche Einweihung unter Pfarrer LENZ erfolgte am 20.06.1999. Die Lage der Kapelle, auf einer lichten Anhöhe, unter einer mehr als 100 Jahren alten Eiche, lädt zu einer Besichtigung ein. Hier findet der Besucher einen Ort der Ruhe, wo er einige Augenblicke der Besinnung mit sich selbst und der Mutter Gottes verbringen kann. Jedes Jahr findet im Monat August eine Marienfeier mit anschließender Lichterprozession statt.


Alle Gottesdienste
im Pfarrverband Reuland
auf einen Blick

Samstag, 15. August 2009
Mariä Himmelfahrt
9,00 Uhr: Steffeshausen, hl. Messe, anschließend Prozession
zur Muttergotteskapelle "auf dem Berg"
9,00 Uhr: Oudler, hl. Messe
10,15 Uhr: Reuland, hl. Messe
10,15 Uhr: Bracht, hl. Messe
10,30 Uhr: Thommen, hl. Messe
15,00 Uhr: Oudler: Andacht zu Mariä Himmelfahrt
12,30 Uhr, Aldrinden: Abgang der Pfarrprozession nach Neundorf
20,00 Uhr: Reuland, Sakramentsprozession
20,30 Uhr: Dürler, Sakramentsprozession

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