Sonntag, 16. August 2009

Wort Gottes für den Tag - Montag, 17. August 2009

Denn mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!
Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den letzten, bis hin zu den ersten. Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar.
Als dann die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar. Da begannen sie, über den Gutsherrn zu murren, und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze ertragen. Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich gütig bin?
So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten. (Mt 20,1-16)Gottes Gerechtigkeit ist nicht die der Menschen. Kardinal Josef Ratzinger sagte zu seinem 75. Geburtstag, dass er mit einem gerechten Gott rechne, aber auf einen gütigen Gott vertraue. Diese Einstellung legt uns auch das heutige Evangelium nahe. Gott schenkt Leben, jedem Menschen schenkt er Leben. Ich darf mich freuen, wenn der Andere auch den Weg zum Leben findet, vielleicht auf einem anderen Weg. Vielleicht hat er sich nicht in der gleichen Weise wie ich mich gemüht um diesen Weg. Vielleicht kenne ich aber auch einfach seinen Weg nicht so genau, um das zu beurteilen. In jedem Fall schenkt Gott einem jeden Leben in Fülle, damit wir alle das Leben haben in ihm.

Wir können auf die eigene Leistung vertrauen, unseren Einsatz für Gottes Reich in der Welt jeden Tag bringen und gleichzeitig darauf vertrauen, dass es im Letzten immer Gott selber ist, der Erfüllung und Gnade schenkt.

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