Donnerstag, 17. September 2009

Lambertusfest in der Lütticher St. Pauls-Kathedrale



Lambertusfest zeigte die Vielfalt der Diözesankirche
Von Lothar Klinges

Das Fest des hl. Lambertus ist für das Bistum Lüttich und seinen Oberhirten ein besonderes Ereignis. Für Bischof Aloys Jousten bietet es jedes Jahr die Gelegenheit, allen „Überbringern der frohen Botschaft“, die im Dienst der Glaubensverkündigung und des Evangeliums stehen, seine Anerkennung und seinen Dank auszudrücken.

So sah man in der Lütticher St. Pauls-Kathedrale Vertreter der Pfarren, des Unterrichtswesens, des Gesundheitssektors, sowie Vertreter von Bewegungen und Verbänden, von Wallfahrtsorten, Besinnungsstätten und von Weiterbildungsinstituten.


Hl. Lambertus

Traditionell wird das Fest des Diözesanpatrons an seinem Todestag, dem 17. September, in der Lütticher St. Pauls-Kathedrale gefeiert, die nach der Zerstörung der St. Lambertus-Kirche an der Place St-Lambert zur Bischofskirche erwählt wurde. Erstmals wurde zum Lambertusfest die Reliquiarbüste des Heiligen, die von Hans von Reutlingen 1512 in Aachen angefertigt wurde und rund 90 Kilogramm wiegt, im Chorraum der Kathedrale aufgestellt. In der Reliquie befindet sich der Schädel des hl. Lambertus, der um 700 Bischof von Maastricht war und auf seinem Hofgut in Lüttich ermordet wurde.


Der zweisprachige Festgottesdienst, der von Bischof Aloys Jousten und rund 120 Priestern, Diakonen und Mitgliedern der Dominikanerbrüder, vom Chor der Kathedrale unter der Leitung von Stephan Junker mit Unterstützung von Joelle Sauvenière an der Kathedralorgel und von einem afrikanischen Chor gestaltet wurde, war auch in diesem Jahr wieder die Gelegenheit zu einem großen Diözesantreffen. So waren am Donnerstagabend etwa fünfhundert Christen, darunter zahlreiche Gläubige aus Ostbelgien, in einer Eucharistiefeier um ihren Bischof versammelt. Hinzu kam, dass die Lambertus-Kompagnie aus Mettmann (Erzbistum Köln) und Pilgergruppen aus Ense-Bremen (Arnsberg), Erftstadt und Drolshagen (Sauerland) angereist waren. Am Ende des Gottesdienstes erhielt Manfred H. Müller aus Mettmann von Bischof Jousten die silberne Lambertusmedaille überreicht. Für den pensionierten Bankdirektor war es die dreißigste Pilgerfahrt, die ihn mit seiner Schützengesellschaft nach Lüttich geführt hat.

Unser Bistum: Ein bunter Blumenstrauß

In diesem Jahr zollte der Lütticher Bischof den „ausländischen Gemeinschaften“ besondere Anerkennung, da sie dem Leben im Bistum eine „eigene Note“ gäben. Für ein zweisprachiges Bistum sei es geradezu „selbstverständlich“, offen für ausländische Mitbürger zu sein und ihnen einen besonderen Platz einzuräumen. „Alle zusammen sind wir wie ein Strauß bunter Blumen“, sagte der Bischof mit Blick auf die Vielfalt der Kirche in seinem Bistum. „Ihr Christen fremder Herkunft seid frischer Wind in unsere Segel“, betonte Bischof Aloys Jousten zum Lambertusfest, dem diözesanen Patronatsfest, das zugleich den Start in das neue Pastoraljahr markiert.

Damit griff der 71-jährige Diözesanbischof das Jahresthema auf, das die belgischen Bischöfe im Rahmen des allgemeinen Themas „Im Glauben wachsen“ ausgewählt haben. Das Credo soll in diesem Jahr in besonderer Weise vertieft werden, nachdem es im vergangenen Jahr darum ging, wie der Christ Gott in seinem Wort begegnen kann, wobei das Paulus-Jahr auf Ebene der Weltkirche bei dieser Entdeckung geholfen hat, so Bischof Aloys Jousten. Abschließend ging der Bischof auf das soeben begonnene Priesterjahr ein.


Ein Bischof zum anfassen

So kennen ihn wohl die meisten Menschen im Bistum Lüttich. Unermüdlich ist Diözesanbischof Aloys Jousten, der am 8. Mai 2001 von Papst Johannes Paul II. zum neuen (91.) Bischof von Lüttich ernannt wurde, unterwegs und sucht die Begegnung mit vielen jungen und älteren Christen in seinem Bistum. Bei Firmfeiern, Regionaltreffen und Konferenzen, bei vielen Ereignissen und nicht zuletzt bei den zahlreichen persönlichen Begegnungen geht er mit der Bevölkerung auf Tuchfühlung.


Abschließend richtete sich Bischof Aloys Jousten mit grundsätzlichen Gedanken an seine Mitarbeiter(innen). Bei alldem kam die Sorge des Bischofs zum Ausdruck, aber auch sein Wille, zielorientiert vorzugehen und sein Bistum auf die Herausforderungen von heute und morgen vorzubereiten.

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