Sonntag, 27. September 2009

Lascheider Kapelle feiert Viertel-Jahrtausend und zugleich ihren Kapellenpatron den Hl. Michael.

Fotos von Ludwig Wirtzfeld

Bis auf den letzten Platz gefüllt, war die Lascheider Kapelle am Sonntag morgen. Die Lascheider und Richtenberger ließen es sich nicht nehmen am Jubiläumstag ihrer Kirche am Festgottesdienst teilzunehmen, der zelebriert von Rektor / Kaplan Ludwig Hilger aus Bracht und vom Kgl. Reuländer Kirchenchor unter Dirigent Kandels gesanglich verschönert wurde.



Schon frühzeitig trafen die ersten Gläubigen ein, denn es gab schließlich noch die schöne Erinnerungskerze zu kaufen, welche auf dieses nicht alltägliche Jubiläum hinweist. Mitglieder der Kontaktgruppe boten die Kerzen vor der Messe zum Verkauf an, so dass sie während des Gottesdienstes noch gesegnet werden konnten.


Kirche: Haus aus lebendigen Steinen

Das Michelsfest ist für die Lascheider gleichzeitig die Kirmes. Am Tag der Kirmes (Kirchweihe) freuen sich die Menschen, dass sie eine Kirche im Dorf haben. Für Lascheid gilt das seit 1666, denn vor der heutigen Kirche welche vor 250 Jahren errichtet wurde, stand schon eine Kapelle an dieser Stelle. An dieser Stelle hier, haben Menschen schon seit langer Zeit den Himmel und die Erde verbunden, indem sie Gott ein Haus bauten. Die eigentliche Kirche, die Stätte, an der Gott Wohnung finden kann, das ist aber nicht dieses Bauwerk Kirche, sondern sind wir Menschen, die Glaubenden. Das gebaute Haus kann nur Kirche sein, wenn wir es mit unserem Glauben, mit unserer Anbetung, mit Hoffnung und Liebe anfüllen, so Ludwig Hilger.



Hl. Michael: „Wer ist wie Gott“?

Der heilige Erzengel Michael ist der Patron der Lascheider Kapelle. Der Name Michael bedeutet: „Wer ist wie Gott?“ – eine staunende und auch zugleich bekennende Frage: Wer auf dieser ganzen Welt ist so groß wie unser Gott? Antwort: Keiner ist so groß und so mächtig und so einzigartig wie er!

Deshalb ist Michael auch der größte Engel. Kraftvoll und mächtig steht er uns bei im Kampf gegen das Böse, gegen die Sünde und gegen die Versuchungen in unserem Leben. Deshalb wird er auch mit dem Schwert dargestellt, mit dem er den Drachen – das Böse – vernichtet.

Michael ist die Kraft in uns, die uns immer wieder vor die Frage stellt: Wer ist für Dich Gott? Wie wichtig ist er für Dich? Ist er noch immer das wichtigste, das höchste in Deinem Leben, oder hast Du längst schon andere Götter an seine Stelle gesetzt? Z. Bsp.: Deinen Erfolg im Beruf? Oder dein kleines privates Glück, in dem dich bitte niemand stören soll? Dein schickes Auto, auf das Du so lange gespart hast, oder die Waage, die Du jeden morgen befragst, ob Du noch die Schönste im Land bist?

Michael fordert uns auf, unsere selbstfabrizierten Gottesbilder los zu lassen und uns dem wahren Gott zuzuwenden. Dem Vater, der uns das Leben geschenkt hat, der uns unsere Verfehlungen vergibt. Diesem Vater sollen wir uns wieder zuwenden. Denn nur, wenn wir dem wirklichen Gott, unserem Vatergott dienen, und nicht etwa unsern Göttern, dann wird unser Leben heil und ganz und wirklich erfüllt und glücklich.

Für diese mahnende und schützende Kraft Gottes gegen das Böse in unserem Leben – für diese Kraft Gottes steht das Bild des Engels Michael.



Gedenktafel

Im Rahmen dieses Festgottesdienstes wurde nach der Messe eine neue Gedenktafel vorgestellt, welche in drei Sprachen die Geschichte der Kirche wiedergibt. Bürgermeister Joseph Maraite in Begleitung von Schöffe André Kleis seitens der Gemeindeverwaltung, sowie Joseph Wittrock in Vertretung des Kirchenfabrikrates, war es vorbehalten diese Tafel zu enthüllen. Der Bürgermeister betonte in seiner Ansprache, dass die Kirchen geschichtliche Zeugen dafür sind, dass an diesem Ort, in diesem Dorf sich christliche Kultur vollzieht und das seit vielen Jahren, wie diese Tafel dokumentiert. Die Gemeinde unterstützt dieses kirchliche Leben, indem sie die Kirchenfabriken in der Gemeinde finanziell unterstützt. Er dankte allen, die durch ihren ehrenamtlichen Einsatz dazu beitragen die Kirchen in einem guten Zustand erhalten und durch ihren Einsatz die Gemeinde entlasten.








Gedenken der Opfer aus den beiden Weltkriegen

Nächstes Ziel für die Lascheider war das Kriegerdenkmal. Hier legten die Vertreter der Gemeinde und des Junggesellenvereins Kränze nieder. Pastor Hilger erinnerte daran, dass vor gut drei Wochen, am 1. September, sich zum siebzigsten Mal der Beginn des 2. Weltkrieges jährte. Mit dem Überfall Deutschlands auf Polen begann ein 4-jähriges Gemetzel, das Millionen Menschenleben kostete. Die Erinnerung an dieses unheilvolle Geschehen lässt in unseren Köpfen Bilder entstehen. Ältere Menschen erinnern sich noch daran, jüngere kennen Krieg oft nur aus den Nachrichten, durch Dokumentar- und Spielfilme, in denen Krieg gespielt wird.


Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg ist auch die Erinnerung daran, dass besonders junge Erwachsene und sogar Kinder mit falschen Hoffnungen, falschen Erwartungen, falschen Versprechungen in einen Krieg geschickt wurden, aus dem hunderttausende nicht mehr nach Hause zurückkehrten. Dass der Weg in den Krieg ein guter Weg sei, dieses Gefühl darf niemandem mehr, ob jung oder alt, gegeben werden, in keinem Land der Welt. Denn der Weg in den Krieg ist ein geistloser, ein dämonischer, ein von Gott nicht gewollter Weg.

Pastor Hilger erinnerte daran, dass dieses Denkmal vor dem wir stehen, uns zum Nachdenken bringen soll. Die Opfer von Krieg und Gewalt, deren Namen hier verzeichnet sind können uns mahnen: Nie wieder Krieg!


Saal „Zur Brücke“ Treffpunkt der Dorfbevölkerung.

Anschließend lud der Jungesellenverein zum Frühschoppen in den Saal „Zur Brücke ein“, der vom Kgl. Musikverein „Burg Echo“ gespielt wurde. Am Nachmittag stand dann „Crazy Bike“ auf dem Programm.


Herzlichen Dank allen Gratulanten!
Herzlichen Dank der Gemeindeverwaltung
Herzlichen Dank allen,
die zum Gelingen des Festes beigetragen haben.

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