Donnerstag, 10. September 2009

Wort Gottes für den Tag - Freitag, 11. September 2009


Mahnung zur Bescheidenheit

Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen kam, beobachtete man ihn genau.
Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, nahm er das zum Anlass, ihnen eine Lehre zu erteilen. Er sagte zu ihnen:
Wenn du also eingeladen bist, setz dich lieber, wenn du hinkommst, auf den untersten Platz; dann wird der Gastgeber zu dir kommen und sagen: Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. (Lk 14,1.7-11)
Das Streben des Menschen
Wir können es immer wieder beobachten: Menschen streben nach oben. Sie wollen nach Möglichkeit die ersten Plätze einnehmen. Wir sehen dies in der Politik, aber auch in der Wirtschaft. „Hast du was, dann bist du was“ heißt es. Der Mensch strebt danach, in Familie und Gesellschaft einen gesicherten Platz zu haben. Wenn dieser Platz infrage gestellt wird, gerät der Mensch in eine Krise. Er kann Minderwertigkeitsgefühle bekommen und dann umso mehr bestrebt sein, sich auf alle nur erdenkliche Weise einen Platz zu verschaffen.


Religiöse Anstrengungen
Auch im Religiösen kann es sein, dass jemand meint, Leistungen erbringen zu müssen, um vor anderen und vor allem vor Gott angesehen zu sein. Der Pharisäer, den Jesus in einem Evangelium beschreibt, zählte zum Beispiel zu dieser Gruppe. Er war stolz auf seine guten Werke, auf sein Beten und das Spenden milder Gaben. Der Satz „Tu Gutes und sprich darüber“ lässt sich auf ihn anwenden. Auch Christen sprechen gelegentlich davon, dass man sich den Himmel verdienen müsse.

Der Weg des Christen als Alternative
Wir Christen müssen uns nicht wer weiß wie anstrengen, um vor Gott Ansehen zu erlangen. Zwar können wir immer wieder versagen, können in Sünde fallen. Aber wir müssen nicht mit Minderwertigkeitsgefühlen reagieren. Wir glauben an die Barmherzigkeit Gottes und wissen, dass er uns verzeiht, wenn wir ihn darum bitten. Die Würde der Gotteskindschaft, die uns in der Taufe geschenkt wurde, kann immer wieder erneuert werden. Diese hohe Würde lässt uns gelassen leben. Sie befähigt uns dazu, nicht
die oberen Plätze anzustreben sondern durchaus die unteren. Sie macht uns frei vom Verlangen nach Herrschaft und schenkt uns die Kraft zum Dienen.
Demut
Es geht um die Tugend der Demut. Das Wort bedeutet Mut zum Dienen. Dieser Mut steht Christen gut an. Er muss allerdings frei bleiben vom Schielen auf den Lohn und darf nicht wieder als Mittel zum ewigen Heil missbraucht werden. Er muss selbstlos bleiben, einfach als Antwort auf die Liebe Gottes.


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