Samstag, 19. September 2009

Wort Gottes für den Tag - Sonntag, 20. September 2009

Jesus ging mit den Jüngern von dort weg und sie zogen durch Galiläa.
Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer (von ihnen) der Größte sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.(Lk 9,35-37)

Die Worte „Dienen“ und „Hingabe“ haben bei uns keinen guten Klang. Dennoch spielen sie in unserem Alltag eine wichtige Rolle und werden mit großer Selbstverständlichkeit gelebt.

Denken wir nur an den Dienst, den viele Eheleute einander im Alter erweisen. Vergessen wir die nicht, die ihre pflegebedürftigen Eltern betreuen. Einander tragen, er-tragen und durch-tragen sind wichtige Formen des liebenden Dienens. Unsere Gesellschaft könnte diese Dienste gar nicht leisten. Ohne sie würde das menschliche Zusammenleben keine Qualität und keine Würde haben.

Hier ist eine Diskussion um Rangfolge, um Hackordnung etc. unangebracht. Diese Dienste werden ausgeübt, weil sie notwendig sind. Sie bedeuten, dass die Betroffenen viel auf sich nehmen, z. B. die Einschränkung der persönlichen Freiheit, finanzielle Belastungen bis hin zur Gefährdung der eigenen Gesundheit. Wir können unsere Gedanken noch ausweiten auf den freiwilligen Einsatz im sozialen und caritativen Bereich. Wie viele öffentliche Institutionen und private Initiativen könnten ihre Ziele kaum verwirklichen, wenn nicht so viele Ehrenamtliche und Engagierte tatkräftig mittragen würden.

Dienen, sich Hingeben heißt, von dem geben, was ich habe, was ich kann oder was ich bin. Wer vom Eigenen gibt, wer sich selber gibt, zeigt dem anderen, der andern, dass sie wertvoll und wichtig sind. Wahre Größe zeigt, wer dem Bedürftigen auf Augenhöhe begegnet. Wer dem Menschen dient, lässt sie letztlich die Liebe Gottes erfahren.

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