Freitag, 23. Oktober 2009

1.000 stumme Zeugen

Kinderschuhe gegen Abtreibung

Mit einer spektakulären Aktion in Kempten (Allgäu) hat der Verein „Durchblick e.V.“ auf das Tabuthema Abtreibung aufmerksam gemacht: Bei einer Kundgebung vor der Residenz / Am Wochenmarkt mit insgesamt 150 Teilnehmern, die bei teilweise strömendem Regen ausharrten, stellten Helfer des Vereins 1.000 Paar Kinderschuhe auf. Dies entspricht der tatsächlichen Zahl der Kinder, die an jedem Arbeitstag in Deutschland durch Abtreibung ihr Leben verlieren. Im Anschluss an die Kundgebung verteilten ehrenamtliche Helfer des „Durchblick e.V.“ originalgetreue Embryomodelle.

„Helfen Sie mit, vielen Frauen das Trauma einer Abtreibung zu ersparen“, appellierte Thomas Schührer, der Vorsitzende des „Durchblick e.V“ an die Teilnehmer. Schührer rief dazu auf, alle Kräfte zu bündeln, um das Bewusstsein für den Unrechtscharakter der Abtreibung zu schärfen. „Nur mit vereinten Kräften wird es uns gelingen, den ungeborenen Kindern und ihren Müttern zu helfen“, sagte Thomas Schührer.

Beeindruckt und erschüttert waren die Teilnehmer von den Berichten betroffener Frauen: Die Sängerin Claudia Wellbrock erzählte, wie sie als DDR-Bürgerin eine Abtreibung hatte vornehmen lassen. Obwohl niemand sie darauf hingewiesen habe, dass das ungeborene Kind ein Mensch sei, habe sie sofort nach dem Eingriff gemerkt, dass sie einen schweren Fehler begangen hatte. „Ich fiel in tiefe Depressionen, versuchte, mir das Leben zu nehmen und war ein Jahr lang in stationärer psychiatrischer Behandlung“, sagte Wellbrock. Heute geht sie in Schulen, um von ihren Erlebnissen zu berichten und vor einer Abreibung zu warnen. Ihre traumatischen Erfahrungen hat sie in Lieder gekleidet. Einige davon trug sie vor.

Auch Ursula Linsin-Heldrich hat ihr Kind abgetrieben. In der Folge wurde sie alkoholkrank und ihre Ehe ging in die Brüche. „Ich warne alle Mädchen und junge Frauen vor einer Abtreibung, an der ich selbst so sehr gelitten habe“, sagte Ursula Linsin-Heldrich. Mittlerweile engagiert sie sich in der Selbsthilfegruppe „Rahel“ um betroffenen Frauen zu helfen, die oft allein gelassen würden. Linsin-Heldrich beklagte, dass die möglichen Folgen einer Abtreibung für die Frau weitgehend verschwiegen werden.

Elisabeth Hartmann von der Lebensrechtsbewegung ALfA sprach über ihr Engagement für das Lebensrecht ungeborener Kinder. Die 21jährige rief die Verantwortlichen in Öffentlichkeit, Politik und Kirche zu einer „Offensive für das Lebensrecht“, einer „Offensive gegen Lüge und Sprachverwirrung, gegen den Betrug an Frauen in Bedrängnis“ auf. „Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Forschung müssen erkennn, dass über menschnliches Leben nicht verfügt werden darf“, sagte Hartmann unter großem Beifall der Anwesenden.

Die Teilnehmer der Kundgebung und viele Passanten zeigten sich sehr beeindruckt von den 1.000 Paar Kinderschuhen. Die Schuhe wurden in den letzten Monaten von Familien und Einzelpersonen gespendet. Die Schuhe waren schon bei ähnlichen Aktionen zum Einsatz gekommen, später sollen sie an Bedürftige abgegeben werden.

Interessierte können sich informieren bei:
Durchblick e.V.
V.i.S.d.P. Thomas Schührer
Dossentalstr. 24
76646 Bruchsal
Tel. 07251-359181
Fax 07251-359182
www.embryonenoffensive.de
info@embryonenoffensive.de

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