Freitag, 16. Oktober 2009

Die 4 Evangelisten: Verfasser der "Guten Nachricht"


Das griechische Wort Evangelion, bedeutet soviel wie Gute Nachricht oder Frohe Botschaft. In der Frühzeit des Christentums wurden alle als Evangelisten bezeichnet, die die frohe Botschaft verkündeten. Die frühe Kirche wählte aus einer ganzen Reihe von Evangelien vier aus, die sie als maßgeblich oder kanonisch bezeichnete. Es waren die bekannten Evangelien des Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

Die ersten drei Evangelisten haben neben eigenen Teilen auch viele Abschnitte, die teilweise identisch sind. Sie haben also voneinander abgeschrieben. Das älteste Evangelium des Neuen Testaments ist das Markus-Evangelium, welches Matthäus und Lukas dann später als Quelle verwandten. Matthäus und Lukas benutzten auch noch eine zweite, heute unbekannte Quelle, die aber von der Bibelwissenschaft als Logien-Quelle oder Quelle Q benannt und sogar rekonstruiert wurde. Das Evangelium des Johannes nimmt eine Sonderstellung ein.

Im Neuen Testament tauchen die Evangelisten in der Reihenfolge Matthäus, Markus, Lukas und Johannes auf. Ihnen zugeordnet sind die geflügelten Wesen (in gleicher Reihenfolge): Mensch (Engel), Löwe, Stier und Adler. Die vier geflügelten Wesen leiten sich aus der Offenbarung des Johannes ab, welche wiederum auf eine Vision des Propheten Ezechiel (1,4-28) Bezug nimmt. Ezechiel sah menschliche Wesen mit Stierfüßen, vier Flügeln und vier Gesichtern. Sie hatten ein Menschengesicht, ein Löwengesicht, ein Stiergesicht und ein Adlergesicht.

Am Ende des zweiten nachchristlichen Jahrhundert wurde das viergestaltige Wesen von dem Bischof Irenäus von Lyon als Symbol für die Evangelien und die Evangelisten gedeutet. Dabei steht der Löwe für das Tatkräftige und Königliche, der Stier oder das Stierkalb für das Opfer, der Mensch für die Menschwerdung, der Adler für den Geist.

Ab 400 ordneten dann Hieronymus und Gregor der Große die Symbole den Evangelisten zu.




Matthäus bekam den Menschen, weil sein Evangelium mit dem Stammbaum des Mensch gewordenen Sohn Gottes anfängt.




















Markus erhielt den Löwen, da dessen Evangelium eingeführt wird von Johannes dem Täufer, des Rufers in der Wüste.
















Lukas wurde der Stier zugeordnet , da er mit dem Opfer des Zacharias, des Vaters des Johannes, beginnt.















Zu guter Letzt ging der Adler zu Johannes, da sein Evangelium das Vergeistigteste ist und sich vor allem mit dem Wesen des Christus als dem wahren Licht der Göttlichkeit des Wortes Gottes beschäftigt.










Das Matthäusevangelium:
Das erste, aber nicht das älteste ...


Mit dem Evangelium des Matthäus beginnt das Neue Testament und das Evangelium beginnt mit einer recht langen Auflistung des Stammbaumes Christi. Das Matthäus- Evangelium ist nicht nur das erste, sondern auch das längste Evangelium. Da es aber das Markus- Evangelium als Quelle benutzt, kann es nicht auch noch das älteste sein.

Matthäus hatte bei der Niederschrift wohl vor allem die Absicht, mittels der Texte des Alten Testament zu beweisen, dass Jesus wirklich der Messias war.

Bedeutsam sind im Evangelium auch die sechs große Reden Christi, von denen die Bergpredigt sicher die Bekannteste ist. Am Ende des Matthäus-Evangeliums taucht dann noch die für die Kirche bedeutsame Episode auf, in der Jesus Petrus als den Felsen bezeichnet, auf dem er seine Kirche bauen will. Daraus leitet sich auch der Auftrag zur Mission ab. Petrus sollte später der erste Papst in Rom werden.

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