Samstag, 10. Oktober 2009

Heiligsprechung von Pater Damian am Sonntag, 11. Oktober

Papst Benedikt XVI. spricht am Sonntag vier Männer und eine Frau heilig. Unter den fünf neuen Heiligen ist auch der belgische Ordensmann, Damian De Veuster. Pater Damian ist als „Apostel der Aussätzigen“ weltbekannt geworden. Er gehört zu der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens, die in Deutschland auch Arnsteiner Patres genannt werden.

Der aus einer Bauernfamilie in Flandern stammende Damian De Veuster trat dem Orden der Arnsteiner Patres 1860 im belgischen Löwen bei. 1863 meldete er sich für die Mission auf Hawaii. Dort empfing er schon bald die Priesterweihe. Auf eigene Bitte ließ er sich 1873 auf die Insel Molokai bringen, wo etwa 600 Leprakranke von der Gesellschaft ausgestoßen und ohne jede medizinische Betreuung lebten. Damian teilte das Schicksal der Aussätzigen und setzte sich für eine Verbesserung ihrer Lebensbedingungen ein.

„Das ist das Größte was ein Mensch tun kann. Er hat es nicht aus Humanismus, sondern aus Liebe zu Gott, zu Jesus Christus und natürlich zu den Menschen getan, die – wie er immer wieder gesagt hat – eine unsterbliche Seele haben und die Geschöpfe des guten Gottes sind. Das ist für mich die größte Leistung seines Lebens gewesen“, so Pater Peter Egenolf aus dem Provinzialat der Arnsteiner Patres:

Das Schicksal von Pater Damian fand weltweit Beachtung und setzte Initiativen zum Kampf gegen Lepra in Gang. Viele Einrichtungen der Aids-Hilfe und -Selbsthilfe tragen heute den Namen des Schutzpatrons der Aussätzigen: Damian de Veuster. Auch Mutter Theresa setzte sich für seine Seligsprechung ein, weiß Pater Peter Egenolf: „Sie war ja mit ihren Schwestern sehr engagiert im Kampf gegen die Lepra und in der Sorge für die Aussatzkranken in Indien. Und sie sagte, wir brauchen einen Heiligen der uns vom Himmel her unterstützt und unser Anliegen auch in dieser Gesellschaft vertritt. Und dieser Heilige, das könnte doch Pater Damian sein.“

Zu den Heiligsprechungen auf dem Petersplatz wird neben zahlreichen Pilgergruppen auch das belgische Königspaar erwartet.



Präsident Obama gratuliert Belgien zur Heiligsprechung

Der frischgebackene Friedensnobelpreisträger, US-Präsident Barack Obama, beglückwünscht in einem Schreiben alle Belgier zur Heiligsprechung ihres größten Landsmanns.
In einem Schreiben gab Obama an, dass er ein großer Bewunderer von Pater Damian ist.
Obama, der auf Hawaii zur Welt gekommen ist, beglückwünschte das belgische Volk zur Heiligsprechung von Pater Damian:
"Ich will dem Königreich Belgien und seinem Volk meine Glückwünsche aussprechen. Die Belgier dürfen stolz darauf sein, dass sie Pater Damian zu ihren größten Landsleuten zählen können.
Pater Damian hat in den Herzen der Hawaianer einen besonderen Platz. Ich erinnere mich an viele Geschichten aus meiner Jugend, die von seiner unermüdlichen Arbeit für die Leprakranken erzählen." (Quelle: BRF-Nachrichten)

Damian De Veuster, der den Taufnamen Joseph trug, wurde am 3. Januar 1840 in Tremelo in Belgien als das siebte Kind einer Bauernfamilie geboren. Nach Abschluss der Volksschule arbeitete Damian vier Jahre auf dem Elterlichen Hof, wurde dann aber von seinem Vater auf eine Handelsschule geschickt.

Zwei seiner Schwestern waren bereits in einen Orden eingetreten und sein Bruder war Mitglied des Ordens der "Väter der Heiligen Herzen Jesu und Mariä". Damians Wunsch war die Arbeit in der Mission. Den Missionaren seines Ordens ("Väter der Heiligen Herzen Jesu und Mariä") war die seelsorgerliche Betreuung der Sandwich-Inseln (Hawaii, mitten im Pazifik, heute zu den USA gehörend, 1778 von James Cook entdeckt, anvertraut worden.

Der Ordensobere wollte einige Priester, Ordensbrüder und Ordensschwestern in dieses Gebiet aussenden. Eigentlich sollte Damians Bruder mitgeschickt werden, aber als dieser an Typhus erkrankte, wurde schließlich Damian an Stelle seines Bruders dorthin gesandt. Im Herbst 1863 lief das Schiff mit den Missionaren an Bord aus Bremerhaven aus. Viereinhalb Monate dauerte die Fahrt, bis man endlich in Honolulu, der Hauptstadt von Hawaii einlief.

Bereits zwei Monate nach der Ankunft wurde Damian zum Priester geweiht und übernahm nun die Mission des erkrankten Missionars von Puna, der größten der Sandwich-Inseln. In seinem Missionsgebiet gab es ungefähr 30 Katholiken. Da es hier keine Schule oder Kirche gab, war es Damians erste Aufgabe, eine Kirche zu bauen. 1865 war es so weit: Damian konnte das kleine Kirchlein einweihen, darauf hin gleich noch zwei weitere.

Damian wurde in einen anderen Bezirk versetzt. Er leitete bereits neun Jahre diesen Bezirk, als er zu einer ganz neuen Aufgabe berufen wurde: Bei einer Versammlung aller Hawaii-Missionare seines Ordens auf der Insel Maui kam das Gespräch auf die Insel Molokai, die Aussätzigen-Insel. Hierzu muss gesagt werden, dass der Aussatz vor der Entdeckung auf Hawaii gänzlich unbekannt war. Um alle anderen Leute vor dem Aussatz zu schützen, mussten alle Aussätzigen nach Molokai.Damian bat darum, als Seelsorger nach Molokai zu dürfen, man erlaubte es ihm.

Pater Damian half den Leprakranken, die auf die Insel Molokai abgeschoben wurden und vollkommen isoliert und in völliger Verwahrlosung lebten. Pater Damian hat für sie gesorgt und ihnen ein menschenwürdiges Leben trotz ihrer furchtbaren und damals noch unheilbaren Krankheit ermöglicht. Bald schon nannte man ihn"Apostel der Aussätzigen". Damians Wirken wurde auf der ganzen Welt bekannt, von überall her kamen Geld- und Sachspenden für Molokai.

Als Damian 45 Jahre alt war, kam ein berühmter Arzt nach Molokai um den Aussatz zu erforschen und den inzwischen weltbekannten Damian kennen zu lernen. Er stellte fest, dass sich Damian angesteckt hatte.

Anfangs konnte er immer noch mit demselben Elan, den er sein ganzes Leben hindurch gehabt hatte, weiterarbeiten, aber am 15. April 1889 entschlief Damian

Pater Damian wurde 1995 durch Papst Johannes Paul II seliggesprochen, heute wird er am 10. Mai verehrt, dem Tag, an dem er zum ersten Mal die Insel Molokai betreten hatte De Veuster, genannt "der Apostel der Aussätzigen", nach einem zweiwöchigen Kampf mit dem Tod sanft im Kreis seiner engsten Vertrauten.



Molokai - "die freundliche Insel"

Molokai ist die zweitkleinste der Hauptinseln Hawaiis, 61 mal 16 Kilometer lang. Sie liegt zwischen Maui und Oahu und auf ihr leben circa 7000 Menschen . Molokai ist neben Lanai eine der Inseln, welche noch nicht voll touristisch erschlossen sind. Wer Ruhe, Abgeschiedenheit, freundliche Menschen, traumhafte Strände und eine sagenhafte Naturvielfalt- und Schönheit zu finden erhofft, ist hier genau richtig! Zwei Vulkane haben Molokai geformt (Kamakou im Osten und Maunaloa im Westen) Die Landschaft ist sehr vielfältig und ändert sich schlagartig von einem Inselende zum anderen.

-Im Norden: Dort findet man 1000 Meter hohe grüne Klippen mit Wasserfällen und üppigem Regenwald (traumhaft schön)

- Zentralplateau: In der Mitte der Insel gibt es vorwiegend Landwirtschaft (Anbau von Kaffee, Gemüse, Macadamianuß)

- Im Westen:Hier findet man vorwiegend Weideland vor. Da es auf dieser Seite der Insel kaum regnet, ist es hier sehr trocken und die Landschaft wirkt eher kahl.

Geschichte der Insel: Die " freundliche Insel " war eine der ersten, die von den Polynesiern besiedelt wurden. Doch sie war nicht immer freundlich. Aus Angst vor ihren mächtigen Priestern (diese konnten angeblich allein durch ihren Fluch Menschen töten) nannten im 16 und 17 Jahrhundert die benachbarten Inselbewohner Molokai, die " Einsame Insel " und mieden sie. Captain Cook " entdeckte " Molokai 1778, ging aber nicht an Land. King Kamehameha nahm 1795 die Insel ein. Die Insulaner mussten in harter Fronarbeit, Sandelholzwälder fällen und zu den Schiffen der Weißen schleppen.

- Kalaupapa: Mitte des 19 Jahrhunderts suchte Lepra Hawai heim. Wahrscheinlich hatten chinesische Arbeiter die Krankheit eingeschleppt. Man isolierte die Opfer auf der nur schwer zugänglichen Halbinsel Kalaupapa Molokaiis. (Quarantänestation für Leprakranke) 1873 kam der belgische Pater Damien de Veuster in die Leprakolonie und weihte sein Leben den Ausgestoßenen. Um die Privatspäre der verbliebenen Bewohner - circa 50 ehemalige Kranke leben noch dort - zu schützen, darf die Halbinsel nur mittels Führungen besucht werden.


Keine Kommentare: