Donnerstag, 22. Oktober 2009

Wort Gottes für den Tag - Freitag, 22. Oktober 2009

Legt euren Gürtel nicht ab und lasst eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft. Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen.

Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. (Lk 12,35-38)

Im Evangelienabschnitt schaut Lukas auf das Wiederkommen Jesu Christi am Ende der Zeiten. Die Ausführungen verraten eine gewisse Glaubensmüdigkeit der damaligen Christen. Die Erwartung, dass die Wiederkunft Christi zu einem nahen Termin erfolgen werde, hatte sich nicht erfüllt. Die Zeit zog sich hin. Die Konsequenz waren Nachlassen der Glaubenserwartung und wohl auch Zweifel an der Wahrheit der christlichen Botschaft.

Dieser Resignation will Lukas wehren: Legt euren Gürtel nicht ab, und lasst eure Lampen brennen! Das sind Bilder aus dem täglichen Leben, die der Evangelist Lukas
benutzt. Wer den Gürtel nicht ablegt, zeigt seine Bereitschaft. In der Nacht war es vielfach üblich, eine Öllampe brennen zu lassen. Sie diente der Orientierung, aber auch dem leichteren Anfachen des Hausfeuers am Morgen, und wird so zum Zeichen für das Leben am nächsten Tag.

Diese Hinweise der Lebensbereitschaft werden auf die Wiederkunft Jesu Christi übertragen: Der Glaubende soll dafür innerlich bereit sein wie zur Arbeit und wie zur Anforderung des nächsten Tages. Glauben an Jesus Christus bedeutet eben, zu erwarten, dass noch etwas kommt, dass ER kommt und mit Ihm die nicht verlierbare Fülle des Lebens.

Unsere heutige Mentalität hat diesen Zug der Lebenserwartung weitgehend ausgeblendet. Wenn was kommt, dann kommt es vor dem Tod, vor dem möglichen Ende der Welt, aber nicht danach. Gegen diese verkürzte Sicht des Lebens will Lukas die Christen seiner Gemeinde wappnen.

Lasst eure Lampen brennen

„Lasst eure Lampen brennen“, sagt uns der Herr heute.
„Lasst eure Lampen brennen.“
Seine Lampe brennt Tag und Nacht.
In der Kirche, vor dem Tabernakel,
brennt Gottes Lampe als Signal für uns Menschen.
Dieses Licht sagt uns, dass er auf uns wartet,
dass er uns hier begegnen möchte.
Seine Lampe brennt ohne Unterlass.
„Ewiges Licht“ wird sie deshalb auch genannt.


Sie sagt uns: Gott ist immer für uns da.
Er wird nicht müde beim Warten.
Wenn unsere Lampen einmal nicht mehr brennen,
können wir hier unser Licht neu entzünden,
jederzeit und immer wieder.
„Lasst eure Lampen brennen“, trägt uns der Herr auf.
Wir Christen sollen Licht sein für die Welt.
Freilich, oft strahlen unsere Lampen nicht viel heller
als jenes kleine, unscheinbare Lichtlein neben dem Tabernakel.
Trotzdem ist das Licht von uns Christen keine Funzel,
auch kein Schlusslicht, wie man uns manchmal einreden will.
Das Licht von uns Christen ist vielmehr
eine unverzichtbare Positionsleuchte,
die unter Umständen Leben retten kann,
weil sie allein sichere Orientierung gibt.

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