Sonntag, 4. Oktober 2009

Wort Gottes für den Tag - Montag,05. Oktober 2009

In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger und sprach: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen. Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi - Meister - nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. (Mt 23,1-12)

Mit Jesus kommt ein neues Denken. Ein Denken, das nicht in den weltlichen Kategorien von Größe und Macht und Ansehen und Verdienst steckenbleibt - Jesus stellt dieses Denken auf den Kopf. „Der Größte von euch soll der Diener aller sein.“

Eine Führungsposition inne haben heisst für Jesus nicht, sich die Ehrenplätze heraussuchen, sondern heisst: Verantwortung übernehmen, sich für die Belange der Menschen interessieren, die einem anvertraut sind. Und wer seine Stellung ernst nimmt, sieht sich irgendwann in der Stellung des Dieners.

Wer sich erniedrigt, wer bereit ist zu dienen, der wird erhöht. Jesus will damit nicht unsere gängigen Strukturen durcheinanderbringen, denn er weiss sehr genau, dass nicht jeder dazu in der Lage ist, eine Führungsposition zu übernehmen. Aber er will gerade denjenigen, die Führungspositionen inne haben sagen, dass sie nicht ‘überschnappen‘ sollen.

Dazu möchte ich euch eine Geschichte erzählen:
Ein Bauer ging mit seinen zwei Söhnen an einem Kornfeld entlang. Der eine Sohn sagte zu seinem Bruder: "Schau nur, welcher Unterschied sich bei den Halmen zeigt. Wie hässlich diese sich neigen, während andere schön und gerade da stehen. Man müsste sie ausreißen und wegwerfen, die so krumm da stehen."

Der Vater hatte das Gespräch mitverfolgt und belehrte die beiden: „Eine herrliche Wirtschaft wäre das, wenn ich so täte. Das sollt ihr wissen, ihr jungen Toren: eben die Ähren, die euch missfallen, sind die besten. Sie neigen sich, weil sie schwer an Körnern sind. Die anderen hingegen, die so gerade da stehen sind leeres Stroh. Überhaupt, merkt euch das: Auch unter den Menschen geht es oft zu wie auf einem Kornfelde. Der leere Kopf trägt sich immer höher als die anderen."

Wir alle kennen wahrscheinlich Menschen, die in ihrem Leben große Leistungen vollbracht haben, die aber zeitlebens bescheiden und demütig geblieben sind. Wir spüren wie angenehm ihre Nähe und der Umgang mit ihnen ist.

Diese Menschen haben erkannt: Was auch immer ich in meinem Leben großes vollbracht und erreicht habe, es kann möglicherweise Menschen geben, die noch größeres geleistet haben. Darum bleiben sie demütig und klein. Im Vergleich zu solchen Menschen, die meinen überall die ersten Plätze innehaben zu müssen, wissen sie auch, dass die Gefahr besteht, sich selbst zu überschätzen.

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