Sonntag, 15. November 2009

53 987,87 Euro aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft für die Äthiopienhilfe

Von Lothar Klinges

Am Sonntag, 15. November, sollte Karl-Heinz Böhm seinen Wetteinsatz einlösen. Ähnlich wie der vormalige Filmstar und heutige Äthiopienhelfer am 16. Mai 1981 in der legendären TV-Show „Wetten dass...“ die Wette aussprach, dass nicht einmal jeder dritte Zuschauer dieser Sendung eine Mark geben würde, um hungerleidenden Menschen in der Sahelzone zu helfen, hatten 27 Jahre später, am 16. März 2008, die neun ostbelgischen Bürgermeister gewettet, mindestens jeder dritte Bürger ihrer Gemeinde würde bis September 2008 einen Euro an "Menschen für Menschen Belgien“ (MfM) spenden.

Bei 72 370 Einwohnern sollten demnach mindestens 24 123 Euro zusammengekommen sein, erklärte Bernadette Peters, die Schriftführerin von MfM Belgien.

Nicht nur die Summe, die sich die Bürgermeister zum Ziel gesetzt hatten, wurde erreicht, sondern sogar mehr als das Doppelte. Insgesamt spendeten die Einwohner der Deutschsprachigen Gemeinschaft ungeahnte 53 987,87 Euro. Die Bürgermeister der neun Gemeinden bzw. ihre Vertreter überreichten Anfang Oktober 2008 der begeisterten Almaz Böhm gemeinsam ihren Scheck. Allein die Bewohner der Gemeinde Büllingen spendeten 16.021 Euro, was bedeutet, dass jeder dritte Einwohner 8,79 Euro spendete. Damit war die höchstgelegene Gemeinde Belgiens Spitzenreiterin bei dieser Großaktion.

Neben der Gemeindewette hat es eine Vielzahl anderer Aktivitäten gegeben, die für die Äthiopienhilfe sensibilisiert haben. Zahlreiche Schulklassen besuchten die Ausstellung „Die Zukunft hat begonnen“ in St.Vith und Eupen. Ein Schreibwettbewerb stieß auf reges Interesse. Mitarbeiter der Vereinigung MfM waren bei den Eifeler Herbstmärkten und bei den Weihnachtsmärkten in Eupen und St.Vith präsent.

Bernadette Hüwels, Präsidentin der Vereinigung, dankte allen Bürgermeistern, besonders erwähnte sie den persönlichen Einsatz von Friedhelm Wirtz. „Sie haben viele Menschen für diese gute Sache bewegen können.“

Bürgermeister Friedhelm Wirtz hätte am Sonntag gerne Karlheinz Böhm persönlich begrüßt, der aber aus Gesundheitsgründen den weiten Weg nicht antreten konnte. Dafür kam Almaz Böhm-Teshome, die starke Frau an der Seite von Karlheinz Böhm und Vorsitzende der Stiftung „Menschen für Menschen“, nach Büllingen, wo ihr im Sitzungssaal des Rathauses ein herzlicher Empfang bereitet wurde. „Ihr Herz schlägt für Äthiopien“, sagte der Bürgermeister, der ebenfalls das Engagement der Ehrenamtlichen der seit 1994 bestehenden (ost-)belgischen Filiale hervorhob, „die sich dem Ideal der Hilfe zur Selbsthilfe am Horn von Afrika verschrieben haben“.

Mit Hinweis auf ein Zitat des italienischen Dichters Dante Alighieri sprach Friedhelm Wirtz den Wunsch aus, dass MfM noch für viele „leuchtende Kinderaugen in Äthiopien“ sorgen möge. Er freute sich, dass die neun DG-Gemeinden „einen kleinen Beitrag zu der erfolgreichen Arbeit der Stiftung leisten konnten, damit die Schwachen in Äthiopien weiterhin in MfM einen starken Partner haben.“

Aber was sind die neun Bürgermeister ohne die Bürger, sagte Friedhelm Wirtz. Deshalb galt sein Dank an die vielen Spender. Er freute sich dass die Wette eine „Hebelfunktion“ hat und viele neue Spender gefunden werden konnten.

Almaz Böhm gratulierte abschließend zu der „hochgewonnenen Wette“ und freute sich als „glückliche Verliererin“ dazustehen. Die Hauptgewinner aber seien die Kinder Äthiopiens, betonte sie. „Die Bildung genießt in unserer Arbeit höchste Priorität“, und davon gebe es in diesem Land einen „riesengroßen Bedarf“.

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