Donnerstag, 19. November 2009

An frohe Menschen traut sich der Teufel nicht heran


Orden »Wider den tierischen Ernst« für alle Christen?

Schon seit Jahren wird im Rahmen einer prunkvollen Festsitzung der Orden »Wider den tierischen Ernst« verliehen. Es werden vorzugsweise Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ausgewählt, die sich durch Witz, Humor und Schlagfertigkeit ausgezeichnet haben. Diese Ordensritter wider den tierischen Ernst haben den Beweis erbracht, daß sie sich trotz ihres schweren, ernsten und verantwortungsvollen Amtes ein Stück Humor bewahrt haben.

Wenn diese Einrichtung der Verleihung des Ordens auch mehr oder weniger ein Zugeständnis an die beschwingt-fröhliche Zeit des Faschings ist, so dürfen wir sie doch nicht nur als Ausgeburt einer witzigen, ulkigen Idee abtun. Sie ist sinnvoll und richtungsweisend und zeigt sehr deutlich, wie notwendig eine Rückbesinnung auf die Werte des Gemütes und Herzens in einer Zeit ist, da der Mensch im Prozeß einer fortschreitenden Automatisierung und Technisierung immer mehr an Herz und Gefühl zu verlieren droht. Wo Frohsinn und Heiterkeit im Schwinden begriffen sind, da wird die Welt nicht nur dunkel und trübe, sondern der Mensch verliert sich zwangsläufig an die finsteren Mächte der Entmenschlichung und Verrohung.


Missmut und freudlose Ernsthaftigkeit kommen nicht von Gott. Man muss sie zum Teufel schicken!

In einer Atmosphäre der aus einem zufriedenen Herzen strömenden Freude und Fröhlichkeit, ist dem Wirken des Teufels jedoch der Boden entzogen, darum sagt der hl. Franz von Sales: »Traurigkeit und Niedergeschlagenheit, Missmut und freudlose Ernsthaftigkeit kommen nicht von Gott. Man muß sie zum Teufel schicken! Lass die Traurigkeit und die Verdrossenheit nicht Gewalt über dich gewinnen!« Ja, jede Niedergeschlagenheit und Bekümmernis zeigt einen Mangel an Gleichförmigkeit mit dem Willen Gottes, ist letztlich ein Zeichen von Selbstsucht. Man soll in allen, auch den schwierigen Lagen, einen fröhlichen Gleichmut bewahren. Die christliche Gelassenheit ist der Schlüssel zu Frohsinn und wahrem Seelenfrieden.

Wie sieht jedoch die Wirklichkeit aus? Sind wir durchdrungen von jener christlichen Lebensfreude, die tragender Grund unseres Denkens, Handelns und Strebens sein sollte? Hat Nietzsche unrecht, wenn er uns Christen vorwirft, dass wir schlechte Aushängeschilder unseres Glaubens sind, wenn er siegessicher und hämisch herausfordert: »Zeigt mir, daß ihr erlöste Menschen seid, und ich werde an euren Erlöser glauben!« Ist es nicht vielmehr so, dass wir stumme Zeugen, ausgebrannte Fackeln einer Botschaft geworden sind, die vom Nihilismus angefressen ist.

Evangelium Jesu Christi = Frohe Botschaft
Der hl. Franz von Assisi, sagt: »Der Teufel wagt sich nicht an frohe Menschen heran. Lass die, welche dem Teufel angehören, mit hängendem Kopf herum gehen! Uns gebührt es, im Herzen zu jubeln und zu frohlocken!« Das ist nicht ein billiger, unverbindlicher Rat nach der Art eines »Briefkastenonkels«, sondern eine von ihm selbst erprobte Lebenserfahrung.

Auf der Suche nach möglichen Anwärtern für den Orden »Wider den tierischen Ernst« müsste im Grunde genommen jeder Christ in Frage kommen. Er besitzt ja nicht nur die Kenntnis von der Frohbotschaft des Evangeliums, sondern ist der sichere Anwärter auf alle in der Frohbotschaft enthaltenen Verheißungen und soll selber Träger und Vermittler dieser frohmachenden, die Welt und Menschheit verändernden Macht der Freude sein.

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