Montag, 2. November 2009

Hubertus - Apostel der Ardennen

Aller Heiligen haben wir vorgestern gedacht. Und auch der heutige 3. November stellt uns einen Menschen vor, der sich von der Gnade Gottes berühren ließ und so zur Heiligkeit gelangte: der heilige Hubertus. Er ist ein Heiliger unserer Heimat. Mögen fromme Legenden die Figur des heiligen Hubert auch vordergründig verschleiern und zum „Jägerheiligen“ stilisieren, so entdeckt man dahinter einen Mann, der als Priester und Bischof die Gabe hatte, die Herzen der Menschen für den christlichen Glauben aufzuschließen.

Hubertus war nach der Überlieferung Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse. Er lebte als Pfalzgraf am Hof von Theoderich III. in Paris, musste aber aus dieser Position fliehen. Er heiratete die Prinzessin von Löwen. Seine Frau starb bei der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Floribert, Nach dem Tod seiner Gattin zog er sich von allen Ämtern zurück, lebte sieben Jahre als Einsiedler in den Ardennen und ernährte sich durch die Jagd.



In dieser Zeit festigte sich sein Glaube, er ließ sich zum Priester weihen, wirkte als Glaubensbote in Brabant und den Ardennen, die zur damaligen Zeit ein einziges riesiges Waldgebiet waren. Er gilt deshalb als der "Apostel der Ardennen". Um 705 wurde er Bischof von Tongern-Maastricht, er galt als umsichtig und milde. Am 24. Dezember 717 (oder 718?) ließ er die Gebeine von Lambert nach Lüttich übertragen, im Anschluss verlegte er den Bischofssitz nach Lüttich und erbaute die Kathedrale an der Stelle, an der sein Lehrer Lambert ermordet worden war. Sein Grab befindet sich in der Kirche von Saint-Hubert in den Ardennen.


Seit dem 15. Jahrhundert wird die Legende vom Jäger Hubertus erzählt. Die Hirschlegende weiß zu berichten, daß er nach dem Tod seiner Frau mit Gott und den Menschen gebrochen hatte und unter Mißachtung aller göttlichen Gebote nur noch der Jagd lebte, um in ihr sein Leid zu betäuben. So habe er auch an einem Karfreitag gejagt und dabei einen Hirsch verfolgt, der besonders groß war und ein mächtiges, gut geformtes Geweih auf dem Kopf trug.

Als er ihn schließlich mit Hilfe seiner Hundemeute gestellt hatte und sich anschickte ihn zu erlegen, sah er zwischen den Geweihstangen das Kreuz aufleuchten und hörte eine Stimme, die ihn zur Umkehr aufforderte. Hubertus habe sein Knie gebeugt und eine tiefgreifende Läuterung vollzogen.Diese Legende hat sicher viel zur Verehrung des hl. Hubertus als Patron der Jäger und Schützen beigetragen. An ihm erkannten sie einen der Ihren. Im Mittelalter hat sich dann der Brauch herausgebildet, am Hubertustag eine feierliche Messe zu Ehren des Schutzpatrons der Jäger und Schützen zu lesen und das Hubertusbrot zu segnen.





Heute: 9,00 Uhr, hl. Messe in Weweler, mit Segnung des Hubertusbrotes
Die Verehrung von Hubertus erfuhr seit dem 10. Jahrhundert starke Verbreitung, er zählt in Belgien und den angrenzenden Gebieten noch heute zu den populärsten Heiligen. Eine dem heiligen Hubertus geweihte Kapelle wird in Weweler bei Burg Reuland erstmals im Jahre 1313 genannt. Sie diente mehrere Jahrhunderte lang als Pfarrkirche. Im Laufe der Zeit verliert sie aber an Bedeutung.

An ihre Stelle tritt die von den Reuländern Burgherren restaurierte Kapelle von Reuland. Spätestens seit 1668 hatte der Pfarrer von Weweler seinen Sitz in der „Freiheit“ Reuland . Der Bezug zur Pfarre Reuland bleibt vor allem durch den Friedhof erhalten. Seit Menschengedenken bestatten hier neben den Bewohnern aus Weweler ebenso die Pfarrangehorigen aus Reuland, Lascheid, Alster und Stoubach ihre Toten. In der Nähe des Zusammenflusses von Ulf und Our auf einer Anhöhe gelegen ist die Kirche, neben der Burg, zum Wahrzeichen von Reuland geworden. Nur an wenigen Tagen im Jahr dient sie noch zu Gottesdienstlichen Zwecken, so am 3. November, am Hubertus-Tag, wenn das Hubertus-Brot im Rahmen einer heiligen Messe geweiht wird.

Hubertus-Brot schützt Haustiere, besonders Hunde vor Tollwut. Umgekehrt heißt die Tollwut in der französischen Sprache "Hubertus-Krankheit". In der Zeit um den Gedenktag finden traditionell die nach Hubertus benannten Jagden statt. Der heilige Hubertus wird er auch zu den 14 Nothelfern gezählt.









Eine weitere, dem heiligen Hubertus geweihte Kirche steht 10 km weiter, in Aldringen.

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