Freitag, 27. November 2009

Wir beginnen ein neues Kirchenjahr

Das Kirchenjahr beschreibt den Kreislauf der Feste in einem Jahr. Anders als das bürgerliche Kalenderjahr, welches mit dem 1. Januar beginnt und mit dem 31. Dezember endet, beginnt das Kirchenjahr mit dem 1. Adventssonntag (erster Sonntag nach dem 26. November) und endet mit dem Christkönigssonntag.


Während eines Jahres entfaltet das Kirchenjahr das Leben Jesu von der Geburt bis zu seiner Himmelfahrt. Nach dem Fest Christi-Himmelfahrt spiegelt das Kirchenjahr in den vielen kirchlichen Festen das Leben der Christengemeinde wieder, die sich seit Pfingsten gebildet hat. Da feiern wir dann Kirchweihfest oder Erstkommunion, Firmung oder Erntedankfest um schließlich am Christkönigssonntag anzukommen, wo wir Christus als unseren König verehren, der wiederkommen wird um die Heilszeit zu vollenden die mit seiner Geburt an Weihnachten angebrochen ist und die mit seiner Wiederkunft ihren Abschluss findet.


Das Kirchenjahr
wird in 3 "Festkreise" eingeteilt:


1. Weihnachtsfestkreis

2. Osterfestkreis

3. Die Zeit im Jahreskreis


Der Weihnachts-
festkreis
beginnt mit dem 1. Adventssonntag und endet mit dem Fest der Taufe des Herrn. Das Wort Advent geht auf das lateinische „ad-ventus“ zurück, das übersetzt „Ankunft“ heißt und auf die Geburt Christi hinweist. Erst seit 1570 setzte sich der römische Brauch durch, den Advent am vierten Sonntag vor dem Weihnachtsfest zu beginnen. Während dieser vier Wochen bereiten die Christen sich auf das freudige Fest der Geburt Jesu vor. Die Kirche bezeichnet den Advent daher als eine Zeit „freudiger Erwartung“. Bis vor wenigen Jahrzehnten wurde während dieser Zeit gefastet, nicht getanzt und nicht geheiratet. Auch heute noch kann es sinnvoll sein, die Adventszeit persönlich zu einer Zeit der Einkehr und Umkehr zu gestalten. Dass die Adventszeit eine Bußzeit ist erkennen wir auch daran, dass die liturgischen Gewänder violett sind.

Die Adventssonntage haben je ihr eigenes liturgisches Gepräge:

* der 1. Adventssonntag bedenkt die Wiederkunft Christi am Jüngsten Tag,
* der 2. Adventssonntag dient der Vorbereitung auf den kommenden Erlöser,
* der 3. Adventssonntag stellt die Gestalt Johannes des Täufers in den Mittelpunkt,
* der 4. Adventssonntag ist geprägt von der wnahenden Freude, er ist in der katholischen Kirche Maria gewidmet.

Am 25. Dezember feiern wir das Weihnachtsfest. Das Fest schlechthin, das wir stimmungsvoll begehen wie kein zweites im Laufe des Jahres, das wir vorbereiten wie kein zweites im Laufe des Jahres ... Weihnachten, das Fest, dessen wesentlicher Inhalt Gefahr läuft, in Bergen von Geschenkpapier unterzugehen.

Wir feiern den Geburtstag Jesu von Nazaret, den Eintritt Gottes in die Welt der Menschen. Das Weihnachtsfest spricht ja in besonderer Weise Herz und Gemüt an. Um so erstaunter sind wir vielleicht über die nüchternen Begriffe des Weihnachts-
evangeliums: „Und das Wort ist Fleisch geworden“. So lautet der zentrale Satz des heutigen Evangeliums, mit dem Johannes das
Geheimnis der Menschwerdung Christi beschreibt. Und in der zweiten Lesung aus dem Hebräerbrief heißt es: „Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten.“ Auf vielerlei Weise hat Gott sich den Menschen mitgeteilt. Dieses immer wieder auf uns Menschen zugehen, ist eine grundlegende Charaktereigenschaft Gottes. Heute nun ist er auf uns zugegangen, indem er als Kind auf die Welt kam.


Am bürgerlichen Neujahrstag gedenkt die Kirche der Beschneidung des Herrn und damit auch seiner Namensgebung. Die Kirche Roms beging an diesem Tag ein Marienfest. Auch heute noch feiern wir die Gottesmutterschaft Mariens.

Das Epiphaniefest ist das älteste Fest der Kirche, das kalendarisch festgelegt war, es wurde schon um 300 im Osten gefeiert, wobei es regional unterschiedliche Schwerpunkte in der Feier gab. Das Fest ist nicht eigentlich das Fest der „Heiligen Drei Könige“, wie es im Volksmund heißt, sondern das Fest des Kindes in der Krippe, das in dieser Welt erschienen ist: „Epiphanie“ bedeutet „Erscheinung“. Christus erscheint nun nicht nur den Juden, sonden den Heiden = der Rest der Welt.

Mit dem Fest der Taufe Jesu am Jordan, das am Sonntag nach Epiphanie gefeiert wird, schließt der Weihnachtsfestkreis. Vor ein paar Tagen haben wir Jesus in der Krippe besungen, und in den heutigen liturgischen Texten ist er den Kinderschuhen schon endgültig entwachsen. Jesus tritt in die Öffentlichkeit. Zu Johannes dem Täufer, der am Jordan angesichts des kommenden Gottesgerichts Umkehr predigt und zur Bußtaufe aufruft, kommt Jesus, um sich taufen zu lassen. Als er aus dem Wasser steigt, sieht er den Himmel geöffnet und den Heiligen Geist in Taubengestalt herabkommen. Zugleich hört er Gottes Stimme vom Himmel, der ihn als seinen geliebten Sohn proklamiert.

Für Jesus beginnt nun ein neuer Abschnitt seines Lebens. Nachdem er sich von seiner Familie in Nazaret abgenabelt hat wird er, nachdem er 40 Tage in der Wüste gefastet hat und vom Teufel dreimal versucht wurde, seine ersten Jünger berufen.

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