Freitag, 13. November 2009

Wort Gottes für den Tag - Samstag, 14. Novemberr 2009

Den Schöpfer in seinen Werken erkennen

Töricht waren von Natur alle Menschen, denen die Gotteserkenntnis fehlte. Sie hatten die Welt in ihrer Vollkommenheit vor Augen, ohne den wahrhaft Seienden erkennen zu können. Beim Anblick der Werke erkannten sie den Meister nicht, sondern hielten das Feuer, den Wind, die flüchtige Luft, den Kreis der Gestirne, die gewaltige Flut oder die Himmelsleuchten für weltbeherrschende Götter.

Wenn sie diese, entzückt über ihre Schönheit, als Götter ansahen, dann hätten sie auch erkennen sollen, wie viel besser ihr Gebieter ist; denn der Urheber der Schönheit hat sie geschaffen. Und wenn sie über ihre Macht und ihre Kraft in Staunen gerieten, dann hätten sie auch erkennen
sollen, wie viel mächtiger jener ist, der sie geschaffen hat; denn von der Größe und Schönheit der Geschöpfe lässt sich auf ihren Schöpfer schließen.

Dennoch verdienen jene nur geringen Tadel. Vielleicht suchen sie Gott und wollen ihn finden, gehen aber dabei in die Irre. Sie verweilen bei der Erforschung seiner Werke und lassen sich durch den Augenschein täuschen; denn schön ist, was sie schauen.
Doch auch sie sind unentschuldbar: Wenn sie durch ihren Verstand schon fähig waren, die Welt zu erforschen, warum fanden sie dann nicht eher den Herrn der Welt? (Weisheit 13,1-9)

In der Lesung werden wir ermahnt, uns nicht nur von der Schönheit und Vielfalt der Schöpfung in Bann ziehen zu lassen, sondern durch diese Schönheit und Vielfalt auf die unermessliche Größe Gottes zu schließen. Nicht am Augenschein festzuhalten, sondern auf den zu blicken, der hinter dem Werk der Schöpfung steht: Gott selbst.

In der Fülle der Natur begegnet uns die Schöpfung Gottes und durch sie Gott selbst. Der Beter des 8. Psalms drückt dieses Staunen so aus: „Seh’ ich den Himmel, das Werk deiner Finger, Mond und Sterne, die du befestigt: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst …“ Menschliches Erkennen ist nur ein Teil der Wirklichkeit. Im Denken versucht der Mensch, sie immer einzuordnen. Die Wirklichkeit ist aber immer viel mehr und geht viel tiefer.

Die Schöpfung lädt uns ein, ihn, den Schöpfer, zu betrachten und zu preisen. Gleichzeitig fordert diese Erkenntnis von uns auch einen bewussten Umgang mit der Welt, die uns umgibt. Wir sind aufgerufen, sie zu bewahren und pflegen. Nicht nur in den großen Gesten und politischen Entscheidungen, sondern vor allem im konkreten Tun des Einzelnen in seinem alltäglichen Umgang. Darin zeigt sich, wie sehr wir uns bewusst sind, dass wir von Gott in diese großartige Schöpfung gestellt sind, von ihm Würde und Ansehen erlangen, die wir an die Umwelt weiter geben dürfen. Dann können wir gleichsam hinter ihr Gott selbst wahrnehmen, der uns begegnen will.

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