Donnerstag, 3. Dezember 2009

Die heilige Barbara: eine starke Frau!

Am 4. Dezember erinnert die Kirche in der Liturgie an die heilige Barbara. Barbara lebte im vierten Jahrhundert in Nikodemien, Kleinasien, heutige Türkei. Um 306 soll sie unter dem Christenhasser und Christenverfolger, dem Kaiser Maximinus Daia, hingerichtet worden sein. Sie ist Schutzpatronin der Bergleute. Überall in Zechengebieten finden sich die Bergleute, einer Jahrhunderte alten Tradition entsprechend, zu Umzügen und Prozessionen zusammen.

Noch heute ist es üblich, am Festtag der Bergmannspatronin unter Tag, in den Stollen, die sogenannten Barbaralichter anzuzünden: Kerzen und Laternen, die, einem alten Volksglauben zufolge, vor schlagenden Wettern und Einstürzen schützen sollen.



Zum traditionellen Brauchtum des Barbaratages gehört es auch, am 4. Dezember die sogenannten Barbarazweige zu brechen; meist sind es Kirchzweige, die ins Wasser gestellt werden und am Heiligen Abend zu blühen beginnen. Dieses Brauchtum ist auf eine Legende zurückzuführen. Barbara hörte von der neuen Botschaft des Christentums. Ihr Vater forderte sie voller Zorn auf, dem Glauben öffentlich abzuschwören. Sie weigerte sich und man brachte
sie ins Gefängnis. Auf dem Weg dorthin verfing sich ihr Kleid im Geäst eines Kirschbaumes, Barbara brach den Zweig ab und nahm ihn mit in die Zelle. Am Tag, wo man Barbara hinrichtete, stand der Zweig in voller Blüte. Das ist der Grund, warum am Barbaratag Zweige geschnitten werden


"Mitten im kalten Winter weiße Blüten? Undenkbar?

Nein, keineswegs! Proffessionelle Gärtner und Blumenzüchter machen es möglich, dass wir das ganze Jahr über fast alle Blumen zur Verfügung haben. Das gleiche gilt ja auch für Gemüse und Obst. Erdbeeren im Dezember, ich habe sie vor einigen Tagen im Geschäft gesehen!

Aber schon vor sehr langer Zeit, als es noch nicht die Möglichkeiten gab blühende Pflanzen das ganze Jahr über anzubauen wussten Menschen dass in den winterharten Zweigen des Kirschbaums mehr steckt, als der Augenschein verrät. Denn der lässt uns nur eine matte Kahlheit sehen, die traurige Stimmungslage, die von etwas Abgestorbenem ausgeht.`

Aber weit gefehlt! Mit ein bisschen Liebe und Fürsorge versprechen sie Leben. Leben wie das Immergrün des Adventskranzes und werden dadurch zu Hoffnungsträgern! In lauwarmem Wasser ins warme Zimmer gestellt, verheißen sie eine „weiße Weihnacht“ im Wohnzimmer:

‚Durch die Blume‘ erzählen diese Zweige von der unbekannten Schönen aus Nikomedien, von der wir mehr wenig als viel wissen, aber das mag uns geügen heute auf ihr Leben zu schauen und zu fragen: was ist ihre Botschaft für die Menschen unserer Zeit?


Barbara: eine ‘emanzipierte Frau‘

Die Legende erzählt vom Leben dieser zu früh Vollendeten in der schweren Blütezeit der frühen Kirche, der Epoche der Verfolgung und des Blutzeugnisses. Ausgerechnet in ihrem Vaterhaus verschafft sich diese junge Frau einen Todfeind, in Gestalt ihres heidnischen Vaters Dioskoros, eines reichen Kaufmanns, der wegen ihrer Schönheit um ihre Tugend besorgt ist und der sie mit einem reichen Heiden verheiraten will. Während heute oft Eltern und Großeltern händeringend die Entfremdung der Nachwachsenden von der Kirche beklagen, war die Situation in der jungen Kirche oft vertauscht. Da mussten sich Kinder den Freiraum des Glaubens hart erkämpfen, weil die Alten am Götterglauben der Vorfahren festhielten.

Ihr zähes Festhalten am Christusglauben setzt eine Familientragödie in Gang. "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen". Dieser Wahlspruch durchzieht ihr Leben und verleiht der jungen Frau bis heute Faszinationskraft. In der oft allzu gemütlich-kitschigen Adventsstimmung erinnert sie an den heiligen Ernst des Glaubens: an den Mut zu Geradlinigkeit, zur Widerstandskraft gegen die Götzen und deren Verehrer.

Ihr Tod hätte nicht sein müssen, wäre der Vater väterlicher gewesen. Von einer Mutter lesen wir übrigens in keiner Lebensbeschreibung. War sie früh verstorben? Vielleicht bei der Geburt der kleinen Barbara? Ein alleinerziehender Vater also, der nur das Beste für seine Tochter will. Er ist ein reicher Geschäftsmann, erzählt die Legende und will sie mit einem jungen Mann seiner Wahl verheiraten. Doch sie bricht um des Glaubens willen mit ihm. Und setzt folglich einen Prozess des Hasses in Gang. Der Vater, der nur das Beste für seine Tochter will, mischt sich ein in ihr Leben. Doch sie setzt die Prioritäten anders; ihr ist der innere Ruf Christi wichtiger. Sie gehört zu den starken, selbstständigen Frauen der frühen Kirche, die die Courage besaßen, ‘Farbe zu bekennen‘ - Sozusagen eine Emanzipation der Frau in der frühen Kirche!


Sie hat den Mut zum Nein und darum umso klarer zum Ja

Ihre Widerstandskraft gegen den väterlichen Druck und die vorherrschende Volksmeinung ist stärker. Sie bleibt dem fremden und - damals wie heute! - nie selbstverständlichen Christusglauben treu bis in den Tod. Sie lässt sich das Bekenntnis nicht abgewöhnen. In ihrem Namen ‘Barbara‘ wird die Erinnerung an die bleibende Fremdheit heiliger Menschen wach gehalten. Heilige sind anders als andere Menschen, manchmal erscheinen sie uns ein wenig verrückt, sie wirken manchmal wie 'Außerirdische'.

Der Vater will seine Tochter nicht loslassen; er sperrt sie wegen ihrer Schönheit und ihrer Neigung zum Christentum in einen Turm. Eines Tages flieht sie vor ihrem Vater. Ein Hirte verrät ihren Aufenthaltsort. Der Vater lässt sie nun inm Gefängnis einsperren. Und in diesem Verlies soll sie, kurz vor ihrer Hinrichtung, den Zweig betrachtet haben, der sich auf dem Weg dorthin in ihrem Gewand verfangen hatte. Der Kirschbaumzweig wird ihr zu einem Wink des Himmels, sie bewahrt ihn auf. Während der 'Andacht' des Zweiges nahm sie das lautlose Wandlungswunder wahr und sagte staunend im Blick auf den poetischen Einfallsreichtum der Natur: "Du schienst tot, aber du bist aufgeblüht zu schönerem Leben. So wird es auch mit meinem Tod sein. Ich werde zu ewigem Leben aufblühen."

Kurz vor ihrem Tod wird ihr die Kommunion gereicht. Am Tag ihrer Hinrichtung - eigenhändig durch den Vater -, wie es die Legende berichtet sei das Zeichen des Lebens aufgeblüht, der Kirchbaumzweig.


Sich dem adventlichen Gott entgegenstrecken

Im Blick auf diesen Hoffnungsträger, den Kirchbaumzweig, wollen wir den Advent erwartungsvoll feiern und unter unter dem abgestorbenen Ast das blühende Leben, die kommenden weißen und gelben Blüten sehen. Wir erhoffen aber noch mehr nämlich: den neuen Himmel und die neue Erde. Der blühende Barbarazweig lässt das Weihnachtswunder erahnen. Im Wandlungswunder der Zweige wird uns plastisch vor Augen gestellt, was uns blüht!

Dass es dazu kommt, dazu bedarf es der geduldigen Wartezeit. Es liegt nicht in unserer Macht, dass die Zweige blühen! Wir müssen warten, geduldig sein mit einer gewissen Vorfreude auf den Tag warten wenn die ersten Knospen sich öffnen.

So ist es auch mit Weihnachten: Wir können das Ziel, die Menschwerdung unseres Herrn nicht ungeduldig vorwegnehmen, auch wenn beim weihnachtlichen Einkaufsbummel das Kind schon in der Krippe liegt, und wir mehr Weihnachtslieder als Adventlieder zu hören bekommen, darf das uns nicht darüber hinweg täuschen, dass noch nicht Weihnachten ist.

Das Christkind erhofft sich von uns, dass wir uns wie starre, dürre Zweige in das warme Licht Gottes halten, damit er uns auftaue, unsere eisigen Beziehungen verflüssige, unsere Talente zum Blühen bringe! Der Advent ist eine Zeit wie im Treibhaus Gottes, in dem unser Leben zum Blühen kommen darf. In dieser Zeit will der Herr unsere Sehnsucht nach dem wirklichen Leben neu wecken!

Dazu brauchen wir Rückzugsräume in denen wir uns konzentrieren auf den Kommenden. Dazu brauchen wir Frauen wie die heilige Barbara, Zeuginnen mit Rückgrat, erfüllt von heißer Leidenschaft für Christus, Lichtgestalten, die uns den Weg weisen und Geschmack auf die großere Hoffnung machen die in jedem Menschen steckt. Amen.

1 Kommentar:

Op Dr Ali Mezdeği hat gesagt…

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