Dienstag, 1. Dezember 2009

Wachet auf, ruft uns die Stimme - Wort Gottes für den Tag, Mittwoch, 02. Dezember 2009


Wirtschaftsfachleute sagen: Ein Betrieb, der keine „Vision“ hat, mit dem geht es abwärts. Das will sagen:wer nicht auf etwas zugeht, wer kein Ziel vor Augen hat, der stagniert, der tritt auf der Stelle.

Worauf gehen wir zu, als Christen, als Kirche? Auch wir sind immer wieder in Gefahr, im Alltag unseres Lebens zu stagnieren und unser Ziel aus den Augen zu verlieren. Darum schenkt uns die Kirche jedes Jahr die Adventzeit, damit wir uns neu orientieren, unseren Kompass neu ausrichten.

Jedes Messgerät muss immer wieder neu geeicht werden; jeder Seefahrer überprüft seine Position immer wieder neu am Polarstern. Advent ist dieses Innehalten und sich wieder neu orientieren: Aufzuwachen aus dem Schlaf der Sicherheit und wieder bewusst zu leben.

"Wachet und betet allezeit" kann so ein Aufruf zu bewusstem Leben sein: in der Überfülle der Angebote bewusste Entscheidungen zu treffen; das eigene Leben mit den Augen Jesu, mit den Augen Gottes anzusehen versuchen. Vielleicht muss aber erst ein Donnerwetter über uns hereinbrechen, damit wir uns neu ausrichten können.

Die Lichter des Advent können ein Wink Gottes werden, der uns daran erinnert, wach zu werden, aus dem Schlaf und der Nacht herauszutreten. Der heilige Paulus schreibt diesbezüglich an die Christen in Rom: "Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf, die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichtes. Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, nicht mit Gelagen, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne Streit und Eifersucht. Legt also als neues Gewand den Herrn Jesus Christus an."

Wenn das uns gelingt, ein neues Gewand - Jesus Christus - anzulegen, wird die Vision des Propheten Jesaja wahr: „ Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange. Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist. An jenem Tag wird es der Spross aus der Wurzel Isais sein, der dasteht als Zeichen für die Nationen; die Völker suchen ihn auf; sein Wohnsitz ist prächtig.“ (Jes 11,6-10)
Der Prophet spricht hier nicht von einem widererstandenen Tierparadies, sondern von Menschen und Völkern ist hier die Rede, die mit (wilden) und (zahmen) Tieren verglichen werden.Wenn die Menschen Gott erkennen und Gott suchen, werden sie auch den Weg zueinander finden.

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