Donnerstag, 10. Dezember 2009

Wort Gottes für den Tag - Freitag, 11. Dezemmber 2009

Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht und sie sagen: Er ist von einem Dämon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, recht bekommen. (Mt 11,16-19)

Der Advent ist eigentlich alles andere als eine gemütliche Zeit. Die Schrifttexte, die uns die Kirche vorlegt, sind ganz anders geprägt. Worte wie „Hättest du doch …“ oder „Dieser Fresser und Säufer“ sind nur zwei Beispiele des heutigen Tages. Wer ein adventlicher Mensch sein will, begnügt sich nicht mit einer Tasse Tee und Keksen. Wer hinhört auf Gottes Wort, wird aufgeschreckt und angestachelt, über sein Verhalten nachzudenken.

Adventliche Menschen findet man in diesen Tagen nicht auf den Christkindlmärkten und in den Kaufhäusern.

Adventliche Menschen findet man in diesen Tagen nicht im Getriebe und Gehetze der Städte. Adventliche Menschen findet man in diesen Tagen nicht mit Glühwein und Keksen im bequemen Wohnzimmer.

Wer den Advent wirklich erleben will, den findet man in den Krankenhäusern und Altenheimen, bei denen, die allein gelassen werden und Zuwendung brauchen.



Christen nach meinem Wunsch

Ich wünsche mir Christen, die bei Gegensätzen meinen Standpunkt achten und nach seiner Begründung fragen, wenn sie ihn nicht verstehen, die meinen Stolz nicht demütigen und meine Gefühle achten.

Ich wünsche mir Christen, die bei Schicksalsschlägen und in Traurigkeiten mir Mut machen, mich niemals aufzugeben.

Ich wünsche mir Christen, mit denen ich lachen kann, die Worte nicht auf die Goldwaage legen, die sich auch einmal auf den Arm nehmen lassen und Spaß verstehen, die nicht gleich oder für alle Ewigkeit eingeschnappt sind, die es mit einer Entschuldigung gewendet sein lassen und mich nicht zur Abbitte auf die Knie zwingen.

Ich wünsche mir Christen, bei denen ich ohne Herzklopfen und innere Anspannung anklopfen kann, denen mein Erscheinen nicht von vornherein lästig ist, die mich nicht an der Türe abfertigen, sondern herein bitten und in Ruhe zuhören.

Ich wünsche mir Christen, die gern einmal wohlwollend oder aufmerksam über den Zaun schauen, bei denen man eine Nachricht für mich hinterlassen kann, die sich Sorgen machen und fragen, was los ist, wenn sie mich länger nicht gesehen haben.

Ich wünsche mir Christen, die ich in der Not nicht anbetteln muss, bei denen Nachbarschaftshilfe nicht eine leere Floskel, sondern eine Selbstverständlichkeit ist.


Ich wünsche mir Christen, denen ich so viel wert bin, dass sie mir nicht nach dem Munde reden, sondern mich aufmerksam machen auf Fehler; Spinnereien, Risiken, Gefahren.

Ich wünsche mir Nachbarn, die nicht mit zwei Zungen reden, freundlich und anerkennend mir ins Gesicht, aber geringschätzig und abfällig hinter meinem Rücken.

Ich wünsche von Herzen, ein solcher Christ meinen Nächsten zu sein.

Ralf Birkenheier

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