Dienstag, 15. Dezember 2009

Wort Gottes für den Tag - Mittwoch 16. Dezember 2009

Die Tage des Advents fordern uns zur Entscheidung heraus. Für Gott - gegen das Böse. Dabei geht es aber nicht nur um bloße Lippen-
bekenntnisse, sondern um sichtbare Schritte der Umkehr.

Der Prophet Zefanja übt harsche Kritik an den Missständen in Jerusalem. Gewalt und Ausbeutung haben sich eingeschlichen. Doch Zefanja geht es um mehr als eine bloße Kritik an den sozialen Zuständen seiner Zeit. Er wirft seinen Zeitgenossen vor, sie würden leben, als ob es Gott nicht gäbe. Gegen diese Gottvergessenheit seiner Umgebung erinnert der Prophet an das kommende Gericht Gottes:

„Weh der trotzigen, der schmutzigen, der gewalttätigen Stadt. Sie will nicht hören und nimmt
sich keine Warnung zu Herzen. Sie verlässt sich nicht auf den Herrn und sucht nicht die Nähe ihres Gottes. Aber der Herr tritt für das Recht ein in ihrer Mitte, er tut kein Unrecht. Ich habe ganze Völker ausgerottet, ihre Zinnen liegen zertrümmert am Boden. Ich habe ihre Straßen entvölkert, keiner geht dort mehr umher; ihre Städte sind verwüstet, ohne Menschen, ohne Bewohner. Ich dachte: Sicher fürchtest du mich jetzt, nimmst dir die Warnung zu Herzen; und alles, was ich ihnen auftrug, werden sie immer vor Augen haben. Aber nein, sie begingen immer wieder all ihre schändlichen Taten. Darum wartet nur - Spruch des Herrn - auf den Tag, an dem ich auftreten werde als Kläger. Denn ich habe beschlossen: Völker will ich versammeln und Königreiche biete ich auf; dann schütte ich meinen Groll über sie aus, die ganze Glut meines Zorns. Denn vom Feuer meines Eifers wird die ganze Erde verzehrt. (Zef 3,1-2.5-9)

Wer Gott nicht fürchtet und nicht auf ihn vertraut, hat sich selbst das Urteil gesprochen. Die Warnung Zefanjas ist eindeutig und hart. Das Gericht Gottes, auf das der Prophet hinweist, ist ein Weckruf. Gott will Israel erneuern und auch darüber hinaus die Völker läutern. Gott allein kann einen neuen Anfang setzen und die Menschen aus den Verstrickungen ihrer sündhaften Lebensweise herausreißen – wenn sie seinen Ruf nicht überhören.

Dies macht Jesus ebenfalls seinen Zuhörern mit großem Ernst deutlich. Wer nicht umkehrt und sich nicht auf den Weg der Gerechtigkeit rufen lässt, wird das Reich Gottes verfehlen: „Da sagte Jesus zu ihnen (den Pharisäern und Schriftgelehrten): Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt. (Mt 23,29-32)


Jesus stellt sich in die Reihe der Propheten, die bis hin zu Johannes dem Täufer immer wieder das Volk aufgerufen haben, die sündhaften Wege zu verlassen und der Gerechtigkeit Gottes zu folgen. Im Kommen seines Sohnes hat Gott einen neuen Anfang gesetzt, um uns der Gottlosigkeit, der Macht der Sünde und des Todes zu entreißen.

Der Advent lädt uns wieder dazu ein, einen neuen Anfang zu machen und dem Ruf Gottes mit neuer Entschiedenheit zu folgen. Für die Umkehr zu Gott ist es nie zu spät. Nutzen wir diese Zeit des Advents, um uns wieder neu auf den Willen Gottes auszurichten und uns auf seinen Weg rufen zu lassen: auf jenen Weg, der uns nicht irregehen lässt, sondern zum Leben führt.

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