Samstag, 10. Januar 2009

Taufe: Ja, oder nein?

„Sollen wir unser Kind taufen lassen?“ fragen Eltern zuweilen. Die Frage ist nicht einfach mit Ja oder Nein zu beantworten. Schließlich ist die Taufe ja kein magisches Ritual, um Unheil von dem Säugling abzuwenden. Oder ist die Taufe vielleicht eine Eintrittskarte in den Himmel? Wohl kaum, denn Gottes grenzenlose Liebe gilt allen Menschen, gleich ob sie getauft wurden oder nicht.

Die Eltern treffen gerade in den ersten Lebensjahren unzählige Entscheidungen für ihre Kinder. Oder warten Eltern etwa darauf bis ein Kind sich selbst entscheidet, ob es die deutsche Sprache lernen will?

Beim Glaubensleben ist es ähnlich. Geben wir unseren Kinder ein "Grundgerüst" mit. Lehren wir unsere Kinder beten, lehren wir unsere Kinder über die Präsenz des liebevollen Vaters im Himmel. Also, falls ihr noch nicht ganz entschieden habt, gebt eurem Herzen einen Ruck - und schenkt eurem Kind das Schönste: Die Heilige Taufe und die Gewissheit ein Kind Gottes zu sein.

Der Name gehört unverwechselbar zum Menschen
Überall in unserm Leben gehören Zeichen, Bilder, Gesten und Symbole ganz wesentlich zum Menschsein. Dies gilt auch für den Glauben an Gott. Denn die frohe Botschaft wollen wir nicht nur hören, wir wollen sie auch sinnlich erfahren. In den sieben Sakramenten feiern Christen sinnenfroh, was ihnen der Glaube an die unendliche Liebe Gottes im Laufe des Lebens bedeutet. Von der Wiege bis zur Bahre.

Zum Beispiel die Taufe: In der Taufe eines Kindes feiern die Eltern und Freunde, dass das Kind von Gott bei seinem höchsteigenen Namen gerufen wird und niemals vergessen wird. Lange vor der Taufe entscheiden sich die Eltern für einen Namen, den sie ihrem Kind geben. Der Name jedes Menschen ist heilig, denn jeder ist von Gott bei seinem Namen gerufen.

Weil es keine amtliche deutsche Vornamenstatistik gibt, ermittelt das Team von beliebte-Vornamen.de regelmäßig die häufigsten Babynamen. Dafür wurden im Jahr 2008 109.305 Geburtsmeldungen aus 301 Standesämtern, Geburtskliniken und Geburtshäusern aus ganz Deutschland ausgewertet. Das sind ca. 16 % aller im Jahr 2008 in Deutschland geborener Babys.

Nebenstehend die 10 beliebtesten Mädchen- und Jungennamen 2008; es wurden ausschließlich die ersten Vornamen berücksichtigt

Weitere Informationen finden Sie HIER



Du hast einen Namen
Der Dich unverwechselbar macht
Auch wenn es ihn hundert und tausendmal gibt
Denn dieser Name hat ein Gesicht
Und im wahrsten Sinne des Wortes
Hand und Fuß

Er begleitet Dich
Seit Deinem ersten Atemzug
Und ist in Gottes Hand geschrieben
Er zeichnet Dich aus und das
Was Du bist
Und ist Dein Markenzeichen

Dir zur Seite
Steht Dein Namenspatron
Der schon durch das Leben gegangen
Und Dein Name ist heilig
Ob er Dir gefällt oder nicht
Gib Deinem Namen
Dein Gesicht
(aus: Dir blüht das Leben. Gebete von A bis Z von Frank Greubel. Katholische Landvolkbewegung Würzburg www.klb-wuerzburg.de)

Taufe: Eine Symbolträchtige Angelegenheit

Die Taufkerze, die den Eltern bei der Taufe überreicht wird, wird an der Osterkerze entzündet. Auch dies ist ein Zeichen dafür, dass wir durch Christus zu einem neuen und ewigen Leben "auferstanden" sind. Licht macht hell und das will Christus in unserem Leben erreichen.

Das weiße Taufkleid drückt Feierlichkeit und Freude aus. Beim Überreichen des weißen Kleides wird dem Neugetauften gesagt: „Dieses Kleid soll dir ein Zeichen dafür sein, dass du in der Taufe neu geschaffen worden bist und - wie die Schrift sagt Christus angezogen hast. Bewahre diese Würde für das ewige Leben.“



Der Täufling wird mit Chrisam gesalbt, einem Öl, das der Bischof in der Karwoche weiht. In alter Zeit wurden mit Chrisam Könige, Priester und Propheten gesalbt. Die Salbung bedeutet: Mit Kraft und Würde soll der Mensch sein Amt ausüben. Die Wörter Chrisam und Christus werden vom selben griechischen Begriff abgeleitet: Christus heißt: "der Gesalbte".



Das wichtigste bei der Taufe ist das Wasser. Wasser reinigt, sprudelt und belebt. Wasser ist für uns Menschen und für die ganze Schöpfung lebensnotwendig. Vieles, was wir über das Wasser sagen, trifft auch auf das Sakrament der Taufe zu. Mit der Taufe eines Menschen vergibt Gott ihm alle Schuld, er reinigt ihn. Dieses Sakrament soll uns Menschen zu lebendigen, vor Freude sprudelnden Christen machen. Wasser ist aber gleichzeitig ein Zeichen des Lebens und des Todes. Denn es kann auch Leben zerstören. Bei Überschwemmungen geht alles Lebendige unter, ohne Wasser vertrocknet alles Leben.

Segensgebet für ein Kind
Gott, segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,
damit es sehen lernt mit seinen eigenen Augen,
die Gesichter der Eltern
und die Farben der Blumen
und die Schönheit deiner Erde.

Gott, segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,
damit es hören lernt mit seinen eigenen Ohren
auf den Klang seines Namens,
auf die Wahrheit der Weisen
und auf deine Sprache der Liebe.

Gott, segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,
damit es greifen lernt mit seinen eigenen Händen
nach den Händen seiner Freunde,
nach Aufgaben und Plänen
und nach dem Lebensbrot und den Trauben.

Gott, segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,
damit es reden lernt mit seinen eigenen Lippen
von den Freuden und Sorgen,
von den Fragen, die es bewegen
und von den Wundern des Lebens.

Gott, segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,
damit es gehen lernt mit seinen eigenen Beinen
auf den schönen Straßen der Erde,
aber auch auf den mühsamen Treppen;
und vor allem alle Tage auf den Wegen des Friedens.

Gott, segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,
damit es verstehen lernt mit seinem eigenen Verstand
sich selbst, die anderen und dich,
damit es das Gute sucht,
Freunde schätzt und Freundschaft hält.

Gott, segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen,
dass es lieben lernt mit seinem ganzen Herzen.
Lothar Zenetti / s. auch Gotteslob, Katholisches Gebet- und Gesangbuch 636

Die Weihnachtszeit ist zu Ende

Taufe des Herrn


Ruckzuck geht das mit den Festtagen: Vor ein paar Tagen haben wir Jesus in der Krippe besungen, und in den heutigen Texten ist er den Kinderschuhen schon endgültig entwachsen.

Jesus tritt in die Öffentlichkeit, er lässt sich von Johannes am Jordan taufen. Der Alltag beginnt. Die Weihnachtszeit wird damit beendet.

Die erste Taufe, die im Neuen Testament erwähnt wird, ist die Taufe durch Johannes. Er erhielt deshalb auch den Beinamen Täufer. Die Johannes-Taufe geschah im Wasser des Jordan, war mit einem Sündenbekenntnis und innerer Umkehr (Buße) verbunden und hatte die Vergebung der Sünden zum Ziel.

Jesus ließ sich nach den übereinstimmenden Berichten der Evangelien von Johannes taufen. Auch einige der späteren Jünger und Apostel wurden von Johannes getauft und anschließend auf Jesus, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt, aufmerksam gemacht. In der Folgezeit tauften nach Johannes sowohl Johannes selbst als auch die Jünger Jesu.

In Apostelgeschichte 19,1–7 wird berichtet, dass Paulus in Ephesus auf Jünger von Johannes dem Täufer traf. Nachdem sie von ihrer Johannes-Taufe berichtet hatten, erklärte Paulus ihnen, dass Johannes mit einer Taufe der Buße getauft und dazu aufgerufen habe, dass das Volk an den glauben solle, der nach ihm kommen werde; nämlich an Jesus Christus. Daraufhin ließen sich die Jünger des Johannes auf den Namen Jesus taufen.

Das Matthäus-Evangelium endet mit dem so genannten Tauf- oder Missionsbefehl Christi: „Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt 28,18-20)

Die Taufformel „auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ kommt nur in diesem im Evangelium enthaltenen „Taufbefehl“, nicht aber in den Tauferzählungen der Apostelgeschichte und der Briefe des Paulus, vor. Dort, wo die Taufhandlung selbst näher beschrieben wird, lautet die Taufformel schlicht: „auf den Namen Jesu Christi“ (Apostelgeschichte 2,38)

Wir alle sind auf den Namen von Jesus Christus getauft! Getauft sein heißt, dass man versuchen will, auf eine bestimmte Weise zu leben, nämlich nach dem Vorbild Jesu. Es wäre schön, wenn Außenstehende in unserer Haltung etwas erkennen könnten, was ansteckend wirkt und etwas mit der Lebensart Jesu Christi zu tun hat.

Dienstag, 6. Januar 2009

Kirchenkrippe in Maldingen

Ichthys - Im Zeichen des Fisches

Vor allem auf Autos sieht man sie: Fischsymbole in allen möglichen Varianten. Doch was bedeuten sie? Essen die Fahrer besonders gerne Fisch? Wohl kaum!

Sind sie leidenschaftliche Angler? Aha, man kommt der Sache schon ein wenig näher. Schauen wir ins Evangelium: „Als nun Jesus an dem Galiläischen Meer ging, sah er zwei Brüder, Simon, der da heißt Petrus, und Andreas, seinen Bruder, die warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen! (Matth. 4,18-19) Jesus verglich also den Missionsauftrag mit dem Fischen - nur dass es diesmal um Menschen geht!

Man spricht davon, dass die Urchristen in der Verfolgung dieses Zeichen zur gegenseitigen Erkennung untereinander verwendeten: Eine Person zeichnete zunächst einen Bogen in den Sand, die andere vollendete das Symbol mit dem Gegenbogen und gab sich damit als Christ zu erkennen.

Das I.Ch.Th.Y.S - Symbol besteht aus zwei gekrümmten Linien, die einen Fisch darstellen. Dieses Erkennungszeichen wurde nicht ohne Grund von den Christen gewählt:
Das griechische Wort für Fisch ΙΧΘΥΣ (ichthys) enthält ein kurzgefasstes Glaubensbekenntnis:
Jesus Christus, Gottes Sohn (und) Retter.

ΙΗΣΟΥΣ
Iesous (Jesus) = Jesus

ΧΡΙΣΤΟΣ
(Christos) = Chrisus , d.h. der Gesalbte

ΘΕΟΥ
(Theou) = Gottes

ΥΙΟΣ
(Hyios) = Sohn

ΣΩΤΗΡ
(Soter) = Erlöser

Das sind also keine Angler oder Fischer, sondern bekennende Christen. Denkt mal daran, wenn ihr einen solchen Fisch auf dem Auto seht. Vielleicht habt ihr mal die Möglichkeit und die Lust so einen Fischfahrer anzusprechen.

Ihr merkt ganz deutlich, wir sollen uns nicht fürchten, sondern zu unserem Glauben stehen. Natürlich ist das nicht immer einfach. Aber so kann die frohe Botschaft nicht weiter getragen werden, wenn wir Angst haben uns als Christen zu zeigen. Natürlich ist nicht nur der Fischaufkleber gefragt, sondern vielmehr wir, mit unserem ganzen Leben. Wenn wir auf Gott vertrauen, werden wir durch unser Leben Zeichen setzen. Wir müssen keine Angst haben, wir sollen uns nicht schämen. Wir sind Christen und wir stehen dazu.

Montag, 5. Januar 2009

6. Januar - Fest "Erscheinung des Herrn"

Am vergangenen Sonntag feierten wir Fest Erscheinung des Herrn, Fest der hl. drei Könige. Das aber nur, weil heute am 6. Januar kein Feiertag bei uns ist, anders als in anderen Ländern. So wurde dieser Festtag vorgezogen.

Kalendermäßig feiern wir heute, am 6. Januar, die drei Weisen aus dem Morgenland, denen man irgendwann die Namen Caspar, Melchior und Balthasar gegeben hat.

Wenn wir heute am Dreikönigstag, die „Erscheinung des Herrn“ feiern, geht es darum, dass Gott Mensch geworden ist. Er zeigt sich als einer von uns. Die Weisen aus dem Morgenland sind nach den Hirten diejenigen, die in ihm, dem kleinen Kind, den verheißenen König und Messias erkennen.

Am kommenden Sonntag feiern wir dann „Taufe des Herrn“. So schließt sich der Weihnachtskreis. Ein großer Bogen spannt sich dann vom 1. Adventsonntag über den Heiligen Abend hin zum Sonntag, an dem uns in der Taufe Jesu am Jordan das Geheimnis der Dreifaltigkeit vor Augen steht: Über Jesus öffnet sich der Himmel, der Geist schwebt in Gestalt einer Taube herab und Gott der Vater bestätigt ihn mit mächtiger Stimme als seinen geliebten Sohn.

Kirchenkrippe in Maspelt

Sonntag, 4. Januar 2009

Wort Gottes für den Tag - Montag, 05. Januar

Jesus wollte nach Galiläa aufbrechen; da traf er Philippus. Und Jesus sagte zu ihm: Folge mir nach! Philippus war aus Betsaida, dem Heimatort des Andreas und Petrus. Philippus traf Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh! (Joh 1,43-46)

Glaube und Kirche werden in unserer Zeit immer mehr mit Vorurteilen konfrontiert wie: Kirche, das ist nur ein Machtapparat. Oder: Glaube, das bringt nichts.

„Kann aus Nazaret etwas Gutes kommen?“, so fragt schon Natanaël vorurteilsvoll Philippus im Evangelium. Dieser reagiert darauf aber nicht mit Unmut, sondern mit der überraschenden Einladung: „Komm und sieh!“

Wir fragen heute gerne: Was bringt mir das? Was bringt mir der christliche Glaube? „Komm und sieh!“ antwortet Philippus dem Nathanael. „Komm und sieh!“ Mach eigene Erfahrungen, bilde dir ein eigenes Urteil. Komm, mach mit, mach deine eigenen Erfahrungen, und dann triff deine Entscheidung. Viele denken, dass Glauben mit blindem Gehorsam zu tun hat. Sie denken, dass kritisches Fragen und die Auseinandersetzung mit dem was ich sonst denke nicht erlaubt sind.

In unserem Text (oben) lesen wir das ganz anders. Komm und sieh, schau genau hin, setz dich mit der Botschaft des Evangeliums auseinander. Schau nicht alleine auf den Pastor, oder auf die Kirche, sondern schau hin, was Jesus von dir will. Schau hin, was Jesus für einer ist. Jesus war ganz schön auffällig damals. Ganz und gar nicht angepasst. Er störte die Menschen in ihren Lebens- und Glaubensgewohnheiten. Man nannte ihn einen Besessenen, einen Lästerer, einen Trinker. Für die Herrschenden war er ein politisches Risiko.

„Komm und sieh!“ Dieser Ruf gilt auch uns und allen Menschen guten Willens. Komm und sieh, wer dieser Jesus ist! Komm und sieh, wie der Glaube an ihn und seine Botschaft dein Leben verändern kann!

Kirchenkrippe in Lascheid