Samstag, 28. Februar 2009

Kurzgeschichte: "Wieder aufstehen"


Ein junger Geistlicher soll im Gefängnis predigen. Tagelang sucht er Formulierungen, die geeignet scheinen, harte Herzen zu rühren. Wie er den Saal betritt, erschauert er unter der Kälte der höhnischen Gesichter. Mit einem stummen Gebet um Erleuchtung steigt er zur Kanzel hinauf. Auf der vorletzten Stufe stolpert er, und über sämtliche verfügbaren Körperteile rollt er ins Parkett zurück. Das Auditorium brüllt vor Lachen.
Einen Augenblick lang fühlt sich der junge Geistliche von Schmerz und Scham gelähmt.
Dann springt er auf, stürmt die Treppe empor und lacht auf die Gestreiften hinunter: »Deswegen, Männer, bin ich gekommen: Ich wollte euch zeigen, dass man wieder aufstehen kann, wenn man gestürzt ist!«
Aus: Willi Hofsümmer, Kurzgeschichten, Bd.1, Mathias-Grünewald-Verlag, Mainz 1981.

Die Wüste als Versuchung

Danach (nach seiner Taufe) trieb der Geist Jesus in die Wüste. Dort blieb Jesus vierzig Tage lang und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! (Mk 1,12-15)

Vierzig Tage
Die Zahl Vierzig taucht in den biblischen Schriften immer dann auf, wenn es um einschneidende, oft lebensverändernde Fristen, um Zeiten der Prüfung und Bewährung geht. VierzigTage dauert die Sintflut, vierzig Tage verbringt Mose auf dem Sinai, bevor er die Gebote von Gott empfängt, vierzig Tage wandert Elija durch die Wüste zum Gottesberg Horeb, 40 Jahre zieht Israel durch die Wüste, bevor es im Gelobten Land ankommt... DieVierzig prägt auch die kirchliche Liturgie: vierzig Tage Fastenzeit, vierzig Tage zwischen Ostern und Himmelfahrt. Schließlich gelten nach psychologischen Erkenntnissen vierzig Jahre als die Zeitspanne, die ein Mensch zur Entwicklung seiner eigentlichen Reife braucht.

Wüste
„In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste.“ So beginnt unser heutiges Evangelium. Wüste - das erinnert an Abenteuertouristen, die oft in ihren Ferien aus der Zivilisation ausbrechen und in der Wüste die Ursprünglichkeit der lebensfeindlichen Umwelt erfahren wollen. Wir hören manchmal von ihnen, wenn eine solche Gruppe wieder in der Wüste entführt worden ist. Und andere unserer Zeitgenossen gehen in die Eiswüsten der Arktis und der höchsten Gebirge, wieder andere in die Betonwüsten der Megastädte, und immer wieder ist es der Kitzel, in der lebensfeindlichen Umgebung die eigene Stärke und Kraft zu erfahren. Auch Jesus wurde vom Geist in die Wüste geführt. Er suchte nicht das Abenteuer. Aber auch ihn trifft in der Wüste die Versuchung des Satans, sich gegen die Macht Gottes zu stellen. Er wird er mit dem Kern, der allen Versuchungen zugrunde liegt, konfrontiert: dem „Beiseiteschieben Gottes“, das heißt, sich selbst, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse wichtiger zu nehmen als Gott. Er hat diese Versuchung bestanden. Wäre er dieser Versuchung erlegen, hätte er sich an Gottes Stelle gesetzt. So wird jesus gerade darin, dass er als „wahrer Mensch“ die Versuchung, wie Gott zu werden, abgewiesen hat, „wahrer Gott“.
Die Versuchungen des „wahren Menschen“ Jesus sind auch unsere Versuchungen. Ob wir mit unseren modernen Fähigkeiten und unseren Allmachtsfantasien diese Versuchungen bestehen können, das ist noch die Frage! Unsere modernen Lebensbedingungen und -möglichkeiten bergen immer die Gefahr in sich, sich von der rettenden Macht Gottes lossagen zu wollen, selbst „wie Gott sein“ zu wollen (vgl. Gen 3,4). Am Aschermittwoch haben wir die österliche Bußzeit begonnen. Das Wort Jesu vom Ende dieses Evangeliums wurde uns bei der Austeilung des Aschenkreuzes zugesprochen: "Kehrt um und glaubt an das Evangelium. (Mk 1,15) Die Fastenzeit lädt uns ein, die eigenen Träume von einer Selbstherrlichkeit in ihre Grenzen zu weisen und wieder mehr der Macht Gottes zu trauen. Wenn wir Gott wirklich Gott sein lassen und uns nicht selbst an seine Stelle rücken wollen, dann kommt auch uns das Reich Gottes nahe.

Freitag, 27. Februar 2009

An Burgsonntag: Den Winter sinnbildlich verbrennen

Der erste Sonntag in der Fastenzeit ist in der Eifel der so genannte Burgsonntag, wobei „Burg“ nichts anders bedeutet als Brand oder Feuer. Inzwischen hat es sich aber eingebürgert, dass der Brauch vom ersten Fastensonntag auf den Samstagabend vorverlegt wurde.

Wir haben es hierbei mit einem uralten heidnisch-germanischen Brauch zu tun, der auf das von unseren Vorfahren gefeierte Fest der Frühjahrssonnenwende zurück zuführen ist. Es soll die Hoffnung auf den baldigen Sieg des Lichtes und der Wärme über die winterliche Finsternis und Kälte ausdrücken.

Die Jungen ziehen durch den Ort um Holzreste, Strohballen, Kartons und Reisig zu sammeln. Das Gesammelte wird dann zum Burgplatz gefahren, der auf einer Erhöhung außerhalb des Dorfes liegt.


Burgfeuerlied

Strüj, Strüj zur neuer Burisch,

Die ahl, die oss verbrannt,

Die neuj, die kütt ont Land.

Jett os jet on lot os john,

Mir han der Düre noch viel zu john.

Mir hane e Kont us Strüj jemaht,

We soll et deuijven,

den Hähr mot de Knöjfen,

we soll et loven,

(Name des Hausnamens an dessen Tür gesungen wurde)

honner dem Oven.

Liere, Liere lohf,

an schune Strüjbausch

on a schune Böggel Jeld!

Quelle: „Burgsonntag in der Eifel“


von Lehrer Franzen aus Lanzerath, 1924/25

Donnerstag, 26. Februar 2009

Segen und Fluch - Leben und Tod



„Bist du der Gott, der Zukunft mir verheißt? Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen!“ So singen wir in einem Kirchenlied (GL 621,1) Ein Gott, der Zukunft uns verheißt, begegnet uns immer wieder in der Heiligen Schrift. Wähle also das Leben, damit du lebst – ruft er uns heute zu.
Wir sind in der österlichen Bußzeit eingeladen, über unser Leben nachzudenken und unser Leben so zu gestalten, dass wir auch des Segens würdig sind, den er uns verheißt. Die Schriftlesungen geben uns heute wertvolle Hinweise, was dazu gehört:

Hiermit lege ich dir heute das Leben und das Glück, den Tod und das Unglück vor. Wenn du auf die Gebote des Herrn, deines Gottes, auf die ich dich heute verpflichte, hörst, indem du den Herrn, deinen Gott, liebst, auf seinen Wegen gehst und auf seine Gebote, Gesetze und Rechtsvorschriften achtest, dann wirst du leben und zahlreich werden und der Herr, dein Gott, wird dich in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, segnen.
Wenn du aber dein Herz abwendest und nicht hörst, wenn du dich verführen lässt, dich vor anderen Göttern niederwirfst und ihnen dienst - heute erkläre ich euch: Dann werdet ihr ausgetilgt werden; ihr werdet nicht lange in dem Land leben, in das du jetzt über den Jordan hinüberziehst, um hineinzuziehen und es in Besitz zu nehmen. Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an.
Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. Liebe den Herrn, deinen Gott, hör auf seine Stimme und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben. Er ist die Länge deines Lebens, das du in dem Land verbringen darfst, von dem du weißt: Der Herr hat deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen, es ihnen zu geben. (Dtn 30,15-20)

Pfarrbrief online

Mittwoch, 25. Februar 2009

Nur noch 39 Tage ...

„Alles hat seine Zeit“ so heißt es im alttestamentlichen Buch Kohelet. Nach der Zeit des Karnevals, der Masken und Kostüme, nach der Zeit des oft feucht-fröhlichen Feierns beginnt nun die Zeit der Besinnung, des „In-sich-gehens“; die Zeit wo wir versuchen das Wesentliche unseres Lebens in den Blick zu bekommen.

Mit Aschermittwoch beginnen wir die Vierzigtagezeit, die österliche Bußzeit. An Ostern feiern wir Jesu Tod und Auferstehung, das Fest unserer Erlösung. Zur Vorbereitung auf Ostern gehört, dass wir uns wieder mehr Gott zuwenden. Diese Vierzigtagezeit lädt uns ein, manches wegzulassen, was nicht notwendig ist, um neu zu entdecken, was uns wirklich gut tut.

Wir beginnen diese kommenden Wochen mit einem eindrucksvollen äußeren Zeichen, dem “Aschenkreuz“. Der Satz, mit der die Asche aufgelegt wird, lautet entweder: „Kehr um und glaub an das Evangelium!“ oder „Bedenke dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“. Beide Sätze darf der Priester gebrauchen und jeder Satz hat seine spezifischen Eigenarten und legt den Schwerpunkt seiner Aussage etwas anders.

Kehr um und glaub an das Evangelium! Das meint: Alle Gebete, alles Fasten ist hinfällig, wenn die Grundhaltung nicht stimmt. Wenn ich nicht in dem Bewußtsein lebe dass letzendlich alles Heil aus dem Evangelium kommt. Jeden Tag, jeden Augenblick hab ich die Möglichkeit mein Leben am Evangelium auszurichten. Aber ich habe nicht ewig Zeit, denn mein Leben währt nicht ewig, ich werde wieder zum Staub der Erde zurückkehren da, wo ich herkomme.

Das Kreuz, das uns auf die Stirn gezeichnet wird, ist einerseits grausames Symbol des Todes, aber auch Zeichen der Hoffnung durch Jesu Auferstehung.

Die Asche ist nicht nur Zeichen der Vergänglichkeit, sondern auch seit alters her Reinigungsmittel. Und noch ein wichtiger Aspekt: Aus Staub und Asche entsteht auch neues Leben - vielleicht ein Hinweis darauf, dass wir auf dem Weg zu einem nie endenden Osterfest sind.

Dienstag, 24. Februar 2009

Gottesdienste an Aschermittwoch


Im Pfarrverband Burg Reuland werden an Aschermittwoch viele Gottesdienste angeboten:

Mittwoch, 25. Februar 2009
Aschermittwoch
9,00 Uhr: Steffeshausen, hl. Messe
9,00 Uhr: Aldringen, hl. Messe
10,00 Uhr: Ouren, hl. Messe
14,00 Uhr: Lascheid, Wortgottesdienst
19,30 Uhr: Reuland, hl. Messe
19,30 Uhr: Oudler, hl. Messe
19,30 Uhr: Thommen, hl. Messe
In allen Gottesdiensten Segnung der Asche und Austeilung des Aschenkreuzes

Gedanken zum Aschermittwoch

Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnen wieder einmal die 40 Tage der Fastenzeit, oder auch „Österliche Bußzeit“ genannt. Oft entsteht der Eindruck, mit diesem Tag will die Kirche dem fröhlichen Treiben zu Karneval wieder einmal ein jähes Ende setzen. Hier geht es aber nicht darum, eine fröhliche Zeit, in der Menschen aus sich herausgehen können, zu beenden, sondern darum, eine neue Zeit zu beginnen.

Vielen Menschen fällt es schwer, in der Fastenzeit noch einen Sinn zu sehen, ihre eine Bedeutung für ihr Leben zu geben. Sicher, an Aschermittwoch das Aschenkreuz empfangen, das ja, aber... - Fasten mag ja ganz gut sein für den, dessen Körper zu viel Gewicht aufweist, aber sonst? Reue, Eingeständnis von Schuld und Versagen, Umkehr zu einem anderen Leben sind mehr oder weniger aus dem Blick geraten und nicht Jedermanns Sache. Darum heute an jeden die Frage: Wie steht es mit mir? Welche Bedeutung hat für mich diese Bußzeit? Welche Bedeutung hat für mich Umkehr?

Wir beginnen diese kommenden Wochen mit einem eindrucksvollen äußeren Zeichen, dem “Aschenkreuz“. : Der Satz, mit der die Asche aufgelegt wird, lautet entweder: „Kehr um und glaub an das Evangelium!“ oder „Bedenke dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“. Beide Sätze darf der Priester gebrauchen und jeder Satz hat seine spezifischen Eigenarten und legt den Schwerpunkt seiner Aussage etwas anders.

Kehr um und glaub an das Evangelium! D.h., ich bekomme einen Auftrag, mich von allen Verschrobenheiten meines Lebens zu bekehren. Jeden Tag, jeden Augenblick habe ich die Möglichkeit dazu. Aber ich habe nicht ewig Zeit, denn mein Leben währt nicht ewig, ich werde wieder zum Staub der Erde zurückkehren, da wo ich herkomme.

Das Aschenkreuz auf unserer Stirn ist aber auch das Spiegelbild des Kreuzes Jesu. In seinem Kreuz bleibt unser Sterben nicht mehr das Kreuz unseres Endes. Jesu Kreuz hat den Tod für immer durchkreuzt! Das Aschenkreuz ist ein Zeichen, den Mut zu haben, auf der Seite des Lebens zu stehen.

So ist das Kreuz einerseits grausames Symbol des Todes, aber auch Zeichen der Hoffnung durch Jesu Auferstehung. Die Asche ist nicht nur Zeichen der Vergänglichkeit, sondern auch Reinigungsmittel. Und noch ein wichtiger Aspekt: Aus Staub und Asche entsteht neues Leben - vielleicht ein Hinweis darauf, dass wir auf dem Weg zu einem nie endenden Osterfest sind.


Beten, Fasten und Almosen geben

Den gesamten Tag über sind die katholischen Christen aufgefordert, sich im strengen Fasten zu üben. So sollen sie sich am Aschermittwoch nur einmal satt essen und während des gesamten Tags auf Fleisch verzichten. Der Tag wie auch die folgenden Wochen dient der Einkehr und Besinnung und soll den Menschen helfen, eigene Fehler zu erkennen und umzukehren. Die Fastenzeit ist eine Zeit der Rückbesinnung auf die Taufe; eine Rückbesinnung, die allerdings nicht nur vom Fasten allein begleitet werden soll, sondern nach alter biblischer Tradition immer auch vom Beten und Almosen geben. Den Schlusspunkt der Fastenzeit setzt die Erneuerung des Taufversprechens in der Osternacht.

Montag, 23. Februar 2009

Spruch des Tages 24.02.2009

24. Februar Fest des Apostels Matthias


Von Matthias gibt es wenig sichere Nachrichten; er kam nach der Himmelfahrt Christi durch das Los als Nachrücker in das Apostelkollegium der Urgemeinde in Jerusalem, um den Platz des Judas einzunehmen (Apostelgeschichte 1, 28). Nach unsicheren Berichten stammte Matthias aus einer wohlhabenden Familie in Bethlehem; er habe Jesus in jungen Jahren kennen gelernt und zu den 70 Jüngern gehört, die Jesus zur Verkündigung des Reiches Gottes aussandte (Lukasevangelium 10, 1).


Matthias wirkte nach verschiedenen Legenden in Judäa für den Glauben, wurde wegen seiner Heilungen, Bekehrungen und gelehrten Predigten beim Hohen Rat verklagt, zum Tode verurteilt, gesteinigt und nach römischem Brauch mit dem Beil enthauptet. Anderen Überlieferungen zufolge soll er in Griechenland oder im Kaukasus oder - wie Matthäus - in einem Äthiopien genannten Land am Schwarzen Meer den Glauben verkündet haben und im Jahr 63 zuerst gesteinigt, dann mit dem Beil erschlagen worden sein. Einer Überlieferung zufolge soll ihn nach vorübergehender Blendung und wunderbarer Wiedererlangung des Augenlichts der Apostel Andreas aus den Händen von Menschenfressern gerettet haben, so dass er eines friedlichen Todes starb. Schon im 2. Jahrhundert kursierte eine nur bruchstückhaft erhaltene Evangelienschrift unter seinem Namen.



Matthias' Reliquien sollen in Rom in S. Maria Maggiore bestattet worden, dann in Teilen mit Unterstützung von Helena durch Bischof Agritius nach Trier gebracht worden sein; schriftliche Zeugnisse darüber liegen erst aus dem 9. Jahrhundert vor. Ein Matthias-Kult entfaltete sich in Trier nach der - angeblichen - Wiederauffindung der zeitweise verschollenen Reliquien um 1050; während eines mehrmonatigen Aufenthaltes in Trier anerkannte Papst Eugen III. 1147/48 den Kult, den der Trierer Erzbischof förderte und von dem er im Rangstreit mit den Kölner Erzbischöfen profitierte. Teile der Trierer Reliquien kamen der Überlieferung zufolge nach Goslar. Weitere Reliquien liegen in der Kirche S. Giustina in Pavia.

Im 12. Jahrhundert verfasste Lambert von Lüttich in Trier eine Lebensgeschichte, eine Sammlung von Wundern sowie Berichte über Auffindung und Überführung der Gebeine des Matthias. Matthias wurde abgebildet in Darstellungen von Pfingsten, von Tod und Himmelfahrt der Maria und seiner Wahl zum Apostel, sonst ist er meist in der Darstellung der zwölf Apostel durch Paulus verdrängt. Der letzte Satz des apostolischen Glaubenbekenntnisses wird ihm zugeteilt: et vitam aeternam, und das ewige Leben.

Sonntag, 22. Februar 2009

Salz der Erde, Licht der Welt

Jesus sagte zu den Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. (Mt 5,13-16)

Karneval ist überall im Lande
Drum werd‘ ich heute meinen Beitrag dichten,
werd von dies und jenem euch berichten.

Ob der Herr das auch getan,
das steht zur Diskussion nicht an.
Er spricht heut' vom Salz der Erde,
dass es ständig sich vermehre
durch die Tat der frommen Christen,
die er führt in seinen Listen.

Salz ist für die Speisen gut,
wenn man damit würzen tut.
Auch im schönen Karneval
gibt es Christen überall
.
Christen sollen Würze sein,
für die Welt, das wäre fein.
Dabei haltet Grenzen ein.
Lasst die Übertreibung sein!
Mischt dem Leben Frohsinn bei,
dass es so bekömmlich sei.
Licht sollt ihr vor allem sein.
Seid es klar und seid es rein!
Niemand soll im Dunkeln stehn
und vor Kummer dann vergehn.
Jesus nennt sich Licht der Welt.
Dazu seid auch ihr bestellt.
Lasst drum eure Lampen brennen!
Daran soll man euch erkennen.
Tragt das Licht des Glaubens weiter
und bleibt dabei froh und heiter!
Jesus wird’s euch sicher lohnen.
Dieses möchte ich betonen.

Tut das Gute, dass man sieht,
was durch Christen heut geschieht.
Das ist Werbung. Sie tut gut
und macht vielen Menschen Mut.
Trost und Freude braucht die Welt,
die nicht immer gut bestellt.
Katastrophen und Gefahren
nie so groß wie heute waren.
Drum, ihr Christen, setzt euch ein!
Ihr müsst Licht der Erde sein.
Ich ging im Dorf spazieren,
da kam ein Mann, er winkt mit allen vieren.
Herr, Pfarrer, Herr Pfarrer, so sein' sie doch so gut,
ich hab' mit dem Schlafen so meine Not.
ich wälz' mich nach rechts, ich wälz' mich nach links,
mach Kopfstand und noch viel and're Ding's.
Schluck Pillen, trinke Tee und auch Baldrian,
trotzdem lieg ich wach, es kräht schon der Hahn.
Mein Sohn, - da kann ich dir helfen, du kommst zu deiner Ruh',
komm in die Kirch, und hör meiner Predigt zu.
Einen tiefen Schlaf du dir dann sicher bist,
wirst von mir persönlich geweckt, wenn's am Ende ist.
So geben wir viel Rat und helfen gerne weiter,
mal ist es traurig, mal ist es heiter.

Karneval ist Zeit zum Lachen,
Zeit, in der wir Scherze machen.
Frohsinn und auch Heiterkeit
macht das Herz zum Geben weit.
Dann kommt Fasten, das ist klar.
Macht euch dabei auch nicht rar!
Alles tun zur rechten Zeit,
dazu ist ein Christ bereit.

Ich wünsch‘ euch Frohsinn, frohe Tage,
darum ich noch einmal sage:
Seid Salz der Erde, Licht der Welt,
dem Herrn das sicher gut gefällt.
(c) Ludwig Hilger