Samstag, 14. März 2009

Sonntag – Zeit zum Auftanken?

Der Sonntag ist ein besonderer Tag, geadelt durch den Schutz des Grundgesetzes, durch das dritte Gebot Gottes, durch Gemeinschaft, Erholung und Zeit zum Ausruhen. Soweit die Theorie. Und die Praxis?

Verkaufsoffene Sonntage haben eine unglaubliche Anziehungskraft und es gibt immer mehr Ausnahmen, die Einkaufen und Arbeiten rund um die Uhr möglich und nötig machen. Ist der Sonntag in unserer Gesellschaft wirklich noch ein besonderer Tag? „Wenn nicht die Menschen selbst den Wert gemeinsamer Zeit sehen, wenn es den Kirchen nicht gelingt, die Bedeutung solcher Erlebnisse zu vermitteln, dann wird der gesetzliche Schutz für Ruhezeiten schnell zu einer leeren Hülle.“, mahnte im Februar 2008 der deutsche Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Und weiter ermutigte er die beiden großen Kirchen in Deutschland: „Erinnern Sie die Gesellschaft an Werte und Wahrheiten, die diese aus den Augen zu verlieren droht.“ Was bedeutet uns Christen der Sonntag?

Einige gute Gründe, den Sonntag zu feiern:

Taktschlag für das Leben
Sonntage tun gut. Sie entsprechen dem menschlichen Bedürfnis nach regelmäßiger Auszeit und Erholung. Sonntage geben der Zeit einen Takt. Durch sie entsteht der
Rhythmus der Wochen. Sie sind Ruheinseln für die Seele. Am Ende einer Arbeitswoche und vor Beginn einer neuen gibt der Sonntag Gelegenheit zum Innehalten und Kraftschöpfen.

Eine Pause vom Alltag
„Ohne Sonntage gibt es nur noch Werktage.“ Das kirchliche Motto zum Sonntagsschutz bringt es auf den Punkt: Sonntage unterbrechen den Alltag und schenken den Menschen freie Zeit - ohne Beruf, Schule oder andere Alltagspflichten. Am Sonntag bietet sich die Chance, eine Pause zu machen und neuen Atem zu holen.

Entschleunigung des Lebens
Der Sonntag ist dafür da zu tun und zu lassen, was einem gefällt. Viele Menschen mögen es, lang auszuschlafen und gemütlich zu frühstücken. Andere nutzen den Tag für einen Ausflug ins Grüne, für Sport oder Kultur. Am Sonntag kann man
auf andere Gedanken kommen, sich am Leben freuen und die Seele baumeln lassen. Der Alltag ist davon bestimmt, dass alles „schnell schnell“ gehen muss. Der Sonntag entschleunigt das auf Mobilität und Flexibilität getrimmte Leben.

Freiheit beanspruchen
Sonntags frei zu haben, ist ein wichtiges Stück menschlicher Freiheit. Am Sonntag sind die Menschen frei von den Ansprüchen der Arbeits- und Geschäftswelt, frei von
Leistungsdruck und Konsumzwang. Am Sonntag geht es nicht um Kaufen und Verkaufen, sondern er ist ein Tag auch für Dinge, die sich ökonomisch nicht rechnen. Der freie Sonntag ist ein Zeichen gegen die Vermarktung des Menschen
und die Ökonomisierung aller Lebensbereiche.

Gottesdienst feiern
Das Läuten der Glocken erinnert daran: Der Sonntag ist eine Zeit für Gott, ein Tag, sich auf sich selbst und den Glauben zu besinnen. Für Christinnen und Christen bildet der Gottesdienst seit jeher den Mittelpunkt des Sonntags und verleiht dem Tag seine Schönheit und Tiefe. Die Türen der Kirchen stehen am Sonntag für alle Menschen offen. Der Gottesdienst ist eine Chance, am Sonntag seine Bitten und Wünsche vor Gott zu bringen, Orientierung zu finden und sich von der biblischen Botschaft trösten und stärken zu lassen.

Gottes Geschenk
„Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die er geschaffen und gemacht hatte“, heißt es am Anfang der Bibel (Genesis 2,3). Gott ruhte nicht, weil er erschöpft war, sondern um die Schöpfung zu vollenden. Der Sonntag ist ein Geschenk, das Gott den Menschen macht, ein „gesegneter“ Tag, ohne den die Schöpfung unvollständig wäre. Das dritte Gebot heißt deshalb: „Du sollst den Sabbat heiligen“.

Freitag, 13. März 2009

Eigentlich müsste ich umkehren


Ein Mann sitzt im Bummelzug. Bei jeder Station steckt er den Kopf zum Fenster hinaus, liest den Ortsnamen und stöhnt.

Nach vier oder fünf Stationen fragt ihn besorgt sein Gegenüber:" Tut Ihnen etwas weh? Sie stöhnen so entsetzlich." Da antwortete er "Eigentlich müsste ich aussteigen. Ich fahre dauernd in die falsche Richtung. Aber hier ist es so schön warm drin."
(Willi Hofsümmer, Kurzgeschichten 2)










Donnerstag, 12. März 2009

Wort Gottes für den Tag - Freitag, 13. März

Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz erben. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um. Wenn nun der Besitzer des Weinbergs kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun? Sie sagten zu ihm: Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist. Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder? Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt.

Sind Sie abergläubig? Heute ist Freitag, der 13.

Der Freitag der 13. gilt im Volksglauben als ein Tag, an dem besonders viele Unglücke passieren. Der Wochentag als Jesu Todestag und die 13 als Unglückszahl stammen aus christlicher Tradition.

Die krankhafte Angst vor einem Freitag dem 13. kann im Einzelfall so weit führen, dass Betroffene Reisen und Termine absagen oder sich an einem Freitag den Dreizehnten nicht aus dem Bett trauen. Auswertungen von Unfalldaten haben ergeben, dass sich an einem Freitag den 13. nicht mehr Verkehrsunfälle mit schwerem Sachschaden ereignen als an einem Freitag den 6. oder 20.

Jedes Jahr hat mindestens einen und höchstens drei Freitage, die auf einen Dreizehnten fallen. Der kürzeste Abstand zwischen zwei Freitagen den 13. beträgt nur vier Wochen. Dies ist immer der Fall, wenn der 13. Februar ein Freitag ist, und der Februar nur 28 Tage lang ist. Dann ist bereits im folgenden März wieder Freitag der 13. Das ist dieses Jahr, 2009 der Fall, das nächste Mal wird es im Jahr 2015 sein. (Weitere Einzelheiten siehe Wikipedia)

Dienstag, 10. März 2009

Übergewicht

Es gibt eine neue Krankheit: das zu dick gewordene Ich. Die davon Befallenen sind einsame Dickhäuter. Sie haben ein dickes Fell, tragen teure Kleidung darüber, bauen drum herum eine passende Villa. Sie haben alles, was mit Geld zu kaufen ist. Doch fehlen ihnen wesentliche Dinge - Dinge, die es nur gratis gibt.



Wie steht es bei dir mit dieser Krankheit? Hol tief Luft!

Rede mit der Sonne, höre das Klopfen deines Herzens und betrachte die Wunder deiner Augen. Sei dankbar! (Phil Bosmans)

Montag, 9. März 2009

468 Ministranten und Begleitpersonen pilgern nach Rom und Assisi

Ostbelgiens größte Wallfahrt in den Startlöchern (von Lothar Klinges)
„Nur noch wenige Wochen trennen uns von Ostbelgiens größter Wallfahrt“, sagte ein freudestrahlender Claude Theiss, der zusammen mit 82 Begleitpersonen die große Pilgergruppe von 468 Teilnehmern nach Assisi und Rom begleiten wird.
In der Tat: Das hat Ostbelgien noch nicht gekannt. 386 Ministranten im Alter von 14 bis 18 Jahren aus den ostbelgischen Pfarrverbänden brechen am Freitag, dem 3. April, zu einem „Abenteuer“ auf, das sich nicht als eine touristische Fahrt sondern als eine Pilgerreise versteht, wie der Schönberger Pfarrer immer wieder betont, auch wenn es bei den Jugendlichen mit der ostbelgischen Frohnatur nicht ganz bierernst zugehen wird.
Mit „kreativen Ideen” haben die jungen Menschen in den vergangenen Monaten die finanziellen Rahmenbedingungen für die Fahrt nach Rom zu verbessern versucht.In verschiedenen Pfarrverbänden wurden Veranstaltungen mit Verkaufsangeboten durchgeführt, um den einen oder anderen Euro zur Deckung der Reisekosten zu erarbeiten. Vor allem die Lasagne-Aktion, bei der fast 20.000 Portionen ostbelgienweit verkauft wurden, kannte einen bis dahin noch nicht da gewesenen Rekord.
Die Vorfreue war am Samstag spürbar; als sich die große Ministrantenschar in der Turnhalle und in den Klassenräumen des Bischöflichen St. Marien-Instituts Büllingen versammelte, um nicht nur einander kennenzulernen, sondern auch konkrete Verhaltensweisen zu üben und letzte Hinweise zu erhalten. Für Claude Theiss geht es nicht nur um die äußere Organisation dieses kirchlichen Großereignisses, sondern auch darum, dass mit der Wallfahrt „das Feuer des Glaubens und der Gemeinschaft im Glauben in den Jugendlichen neu entfacht“ wird. Deshalb bittet er auch in einem Schreiben an die Eltern um das Gebet, eine Bitte, die er ebenfalls auf alle Christen Ostbelgiens ausweitet. Dass bei einer so großen Gruppe die Regeln strikt eingehalten werden müssen, betont der 41-jährige Pastor immer wieder. Er kann auf eine feste Betreuercrew bauen, die sich in den vergangenen Monaten über zehn Mal in Schönberg und Weywertz getroffen hat.
Mit einem Tross von zehn Bussen werden die Ministranten aus den Dekanaten Eupen-Kelmis, Büllingen und Sankt Vith nach einem Aussendungsgebet am Freitag, dem 3. April, um 9.00 Uhr in der St. Vither Pfarrkirche nach Assisi und Rom aufbrechen und am Samstag nach einem Frühstücksbuffet am Luganer See gegen 7.30 Uhr in der Stadt des Heiligen Franziskus eintreffen. Am späten Nachmittag erfolgt die Weiterfahrt in die Ewige Stadt, wo am Palmsonntag der Gottesdienst mit Papst Benedikt auf dem Petersplatz gleich in die Erfahrung von Weltkirche einführt. Die nächsten Tage dienen dazu, das alte Rom kennenzulernen. Der Petersdom, die Basilika Santa Maria Maggiore und die Lateranbasilika, die Katakoben, das Mausoleum der hl. Konstanzia und die Kirche St. Paul außerhalb der Mauern wie auch die Vatikanischen Museen und die Ruinen von Ostia stehen auf dem anstrengenden Pilgerprogramm. Neben den Besichtigungen gibt es aber auch Begegnungen mit Christen von heute und nicht zu vergessen die Abendmahlfeier am Gründonnerstag mit dem Papst in der Lateranbasilika.
Aber auch die Gemeinschaft in der Gruppe soll nicht zukurz kommen. Rom by night zu erleben oder verschiedene Workshops und andere Gruppentreffen sollen die Gemeinschaft fördern und das Erlebte vertiefen.
Im Grunde habe die Pilgerreise aber schon begonnen, bemerkt der Pilgerleiter, denn das Wesentliche geschieht „auf dem Weg“, im „Miteinander“ und in gegenseitiger „Offenheit“. Eine Wallfahrt fordere heraus und beschenke die Teilnehmer. Der „Motor“ der Reise sei der Glaube, der „vertieft“ und „verinnerlicht“ werde. So stand das große Vorbereitungstreffen in Büllingen auch ganz im Zeichen der „inhaltlichen Planung“, denn es komme nicht nur darauf an, die Pilgerreise zu organisieren, sondern sie vor allem „mit Leben zu erfüllen“, meinte abschließend Pastor Claude Theiss.


Sonntag, 8. März 2009

Versammlung der Kontaktgruppe des Pfarrverbands

Vom rechten fasten

Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.(Mt 16,16-18)

„Wenn du fastest, wasche dein Gesicht und salbe dein Haar!“ Ein Wort Jesu über das Fasten.
Ein schönes Wort, denn es zeigt uns, dass Fasten auch etwas mit „Schönheit“ zu tun hat. Diese Auffassung ist heute weit verbreitet, weil viele Menschen meinen, Fasten sei eine Form, schlank und somit attraktiver zu werden. Das ist es sicherlich auch. Aber Jesus geht es um etwas anderes: Man fastet nicht, um schön zu werden, sondern man macht sich schön – man pflegt sich –, wenn man fastet. Was bedeutet das?

Es geht Jesus bei all seinen Beispielen der religiösen Praxis, die er in seiner Bergpredigt anspricht, darum, Veräußerlichung abzutun und die Menschen zu einer inneren Haltung zu bewegen. Der Mensch, der fastet, soll nicht durch Zurschaustellung seiner Anstrengung
Eindruck bei anderen machen. Das Fasten als religiöser Ausdruck ist ein Tun, das allein vor Gott gelten soll. Ähnlich ist es mit dem Gebet, mit dem Almosengeben.

Der Verzicht soll am Ende Bereicherung bedeuten – nicht nur in der Erfahrung neu gewonnener Freiheit: Vielmehr noch in der erneuerten Beziehung zu Gott. Er, der das Verborgene sieht, weiß um das, was wir für ihn tun, er wird es uns lohnen.