Samstag, 27. Juni 2009

Ohne Worte

Spruch des Tages 28. Juni 2009

Freitag, 26. Juni 2009

27. Juni: Siebenschläfertag

Am 27. Juni ist der Blick auf das Wetter besonders interessant, da laut verschiedenen Bauernregeln das Wetter an diesem Tag bestimmend für das Wetter der nächsten sieben Wochen ist. Der so genannte Siebenschläfertag ist demnach ein Tag, an dem Wettervorhersagen für die Sommerwochen getroffen werden. Der eigentliche Gedenktag ist aber nicht der 27. Juni sondern ungefähr der 7. Juli, denn die Wetterregel wurde vor der Gregorianischen Kalenderreform von 1582 aufgestellt, die zehn Tage ersatzlos gestrichen hat. Eine der bekannten Bauernregeln zum Siebenschläfertag lautet zum Beispiel:

Ist der Siebenschläfer nass, regnet`s ohne Unterlass.

Seinen Namen verdankt der Siebenschläfertag nicht der gleichnamigen Schlafmaus, die mit ihren 35 cm Körperlänge eher einem Eichhörnchen gleicht, sondern einer alten Legende, die Gregor von Tours (538 - 594) erstmals ins Lateinische übersetzt hat. Danach hatten sich in Ephesus sieben junge Christen - in griechischer Tradition Achillides, Diomedes, Eugenios, Kyriakos, Probatos, Sabbatios und Stephanos, in lateinischer Tradition Constantinus, Dionysius, Johannes, Malchus, Martinianus, Maximianus und Serapion - im Jahr 251 bei einer Verfolgung unter Kaiser Decius (249 - 251) in einer Berghöhle in Sicherheit gebracht. Dort wurden sie von ihren Häschern entdeckt, eingemauert und schliefen 195 Jahre. Am 27. Juni 446 wurden sie zufällig entdeckt, wachten auf, um den Glauben an die Auferstehung der Toten zu bezeugen, und starben wenig später.
Die Legende, schon im 5. Jahrhundert literarisch fassbar, existiert in der Ostkirche in mehreren syrischen und griechischen Varianten und wurde zudem in andere orientalische Sprachen übersetzt. Sie fand neben anderen Legenden - mit Veränderungen - auch Eingang in den Koran (18. Sure). . Von den Gläubigen wurden die Siebenschläfer als Patrone gegen Schlaflosigkeit (!) und Fieber angerufen. Ein aufgeklärter Mensch mag heute lächeln, wenn er eine solche Legende hört und die Schlussfolgerung vernimmt, die unsere Vorfahren daraus zogen: Siebenschläfer als Patrone gegen Schlaflosigkeit! Und die Kirche hat zu recht die Verehrung der heiligen Siebenschläfer, die bloß legendarisch überliefert sind, im Generalkalender gestrichen. Nicht gestrichen ist aber die „Wahrheit der Legende”: Selbst wenn das Böse über die Guten zu siegen scheint, führt Gott die Guten zum Sieg - aber auf seine Weise. Sieben Verfolgte überleben schlafend, bezeugen Gottes Größe und gehen dann in die ewige Seligkeit ein. Gott hat nicht nur die Regeln der Natur gemacht, er kann sie auch außer Kraft setzen, wenn und wann und wo er will. Das haben nicht nur unsere Vorfahren geglaubt, das glauben auch Christen heute. Mag die Legende der Siebenschläfer heute eher vergessen sein, mag man sich auch der Siebenschläfer selbst nicht mehr erinnern: die Wetterregeln halten den Namen wach und wecken vielleicht bei dem einen oder anderen die Neugier nachzuforschen.

Mittwoch, 24. Juni 2009

Jahresausflug der Priester Ostbelgiens führte nach Blegny und in die Lütticher Domschatzkammer

25 Priester mit dem Förderkorb in 60 Meter Tiefe
Von Lothar Klinges

Die Altäre in Ostbelgien waren am vergangenen Dienstag verwaist... Kein Wunder: Der Klerus befand sich auf „Dienstfahrt", wie übrigens alle Jahre wieder am Dienstag nach der Vitusoktav, wobei die Fahrt diesmal ins Herz des Bistums, nach Blegny und in die Bischofsstadt führte. Die Organisation des Ausflugs lag in diesem Jahr in der Verantwortung des Dekanates Eupen-Kelmis.
Die Seelsorger aus Ostbelgien, zuzüglich einiger „Auswanderer" (wie der im Oktober 2004 verstorbene Dechant Albert Backes die stets gern gesehenen Mitfahrer nannte, die außerhalb Ostbelgiens als „Hirten“ in „Lohn und Brot“ stehen), starteten um 8.45 Uhr ab Eupen in Richtung Lüttich-Coronmeuse, wo nach einem gemeinsamen Morgengebet die Einschiffung erfolgte. Mit der Jacht „Le Pays de Liège“ folgte eine Bootsfahrt mit Schleusenpassagen auf der Maas von Lüttich nach Visé, von wo aus es mit der Bimmelbahn weiterging nach Blegny.
Für einen Tag ließen unter Leitung von „Reisemarschall“ Dechant Helmut Schmitz die fünfundzwanzig Priester ihre „Kirche im Dorf“ und tauchten mit dem Förderkorb in der Zeche von Blegny in 60 Meter Tiefe und entdeckten die Welt des Bergwerks, wo sich einst dramatische und beeindruckende menschliche Schicksale und Abenteuer abspielten. Hier begann der Abbau der Kohlevorkommen im 16. Jahrhundert unter Leitung der Mönche des Klosters "Val-Dieu", dem das Gebiet seinerzeit gehörte.

Ausgerüstet mit Arbeitsanzug und Sicherheitshelm, fuhren die Priester, die sich sonst meist mit „himmlischen Dingen“ beschäftigen, mit dem Förderkorb in die dunkle Unterwelt hinab. Unter Tage werden sämtliche Abbaumaschinen vorgeführt und die besondere Atmosphäre im Stollen wie auch das entbehrungsreiche Leben der "Gueules Noires", wie die Kumpel hier genannt wurden, von Michel, einem ehemaligen Grubenarbeiter, lebendig und spannend vermittelt.
Die Zeche ist mit Stollen und zwei Schachtanlagen aus zwei unterschiedlichen Epochen, genauer gesagt aus dem 19. und 20. Jahrhundert, komplett erhalten. Im letzten noch intakten Stollen lässt sich 30 und 60 Meter unter der Erdoberfläche beispielhaft erleben, wo und wie der Bergmann früher gearbeitet hat. In den unterirdischen Kohlestollen mit den Wasch- und Sortieranlagen erlebte die Reisegesellschaft die faszinierende Welt in einer Zeche, von der Förderung der Kohle bis zu ihrem Abtransport und Verkauf.

Domschatzkammer
Am späten Nachmittag begaben sich die Seelsorger der drei Dekanate Büllingen, Eupen-Kelmis und St.Vith in die Domschatzkammer der Bischofsstadt, die am 26. März nach mehr als fünf Jahren Planungs- und Bauzeit in den historischen Räumen des Kreuzgangs eröffnet wurde und wo rund 200 herausragende Exponate aus einem Fundus von mehreren tausend Objekten der Öffentlichkeit zugänglich sind.
Liturgische Gewänder, die einst aus kostbaren seidenen Brautkleidern geschneidert wurden, die größte Reliquiarbüste ihrer Art und eine beeindruckende Sammlung barocker Goldschmiedekunst in Form von Kerzenständern und Kelchen konnten von Ostbelgiens Priestern bestaunt werden. Beim Gang durch die einzelnen Abteilungen erfuhr die Reisegruppe fast beiläufig viel Wissenswertes über die Geschichte der Stadt, des Bistums und des Fürstentums Lüttich.
Schon seit der Karolingerzeit ist Lüttich Sitz des Bischofs von Tongern, die ältesten Stücke der Domschatzkammer stammen aus dieser Epoche, ein Stück ist sogar noch älter. Ein unscheinbares Stück Stoff ist es, in das vermutlich einmal eine Reliquie eingewickelt war.
Der unangefochtene Höhepunkt des Rundgangs war die Reliquiarbüste des Heiligen Lambertus, die vom Aachener Hans von Reutlingen 1512 in Aachen gefertigt wurde und rund 90 Kilogramm wiegt. In der Reliquie befindet sich der Schädel des Heiligen, der um 700 Bischof von Maastricht war und auf seinem Hofgut in Lüttich ermordet wurde.
Wie vor zwei Jahren, als die Kaiserstadt Trier zu einer bewegten Entdeckungsreise zu den Ursprüngen des Christentums einlud und wie im vergangenen Jahr, als das St.Vither Land ausgekundschaftet wurde, kam auch in diesem Jahr die Möglichkeit nicht zu kurz, unter „Pastören“ einen Tag der Entspannung und des ungezwungenen Austausches zu genießen, Gemeinschaft und Freundschaften zu pflegen und einander außerhalb des „Dienstes“ besser und anders kennen zu lernen
Nachdem sie die Domschatzkammer am frühen Abend verlassen hatten, ließ Dechant Helmut Schmitz den „priesterlichen Reisetross“ Banneux ansteuern, wo die lustige Reisegesellschaft den Tag in gemütlicher Runde ausklingen ließ.
Damit ging ein „Betriebsausflug“ zu Ende, der die Teilnehmer sichtlich beeindruckt hatte. Im kommenden Jahr ist das Dekanat Büllingen mit der Ausrichtung der „Erholungsfahrt“ betraut. (kli)

Dienstag, 23. Juni 2009

Herzlichen Glückwunsch zum Namenstag

24. Juni Geburtsfest Johannes des Täufers

Er ist von besonderer Art. Er sticht heraus. Er besticht durch seine persönliche Bescheidenheit ebenso wie durch die Konsequenz seiner Worte. Er ist der große Prophet des Alten auf der Schwelle zum Neuen. Er ist nicht der Heilsbringer, aber er bringt die Menschen auf den Weg zum Heil – mitten durch die Wüste. Schon im Leib seiner Mutter wird ihm erstaunlicher Segen zuteil. Sein Geburtstag steht nur mit dem der Gottesmutter und Jesu Christi festlich in unserem
Kalender: Sein Name ist Johannes.

Das Fest der Geburt des heiligen Johannes des Täufers feiern wir in der Mitte des Jahres zur Sommersonnwende, sechs Monate vor der Geburt Christi. Lukas berichtet, wie der Engel die Geburt des Täufers ankündigt. Sein Vater Zacharias kann nicht glauben, dass seine Gebete - nach Jahrzehnten! - erhört werden und seine Frau Elisabeth nun doch schwanger wird. Dieses Wunder verschlägt ihm die Sprache. Die Schwangerschaft der als unfruchtbar geltenden Elisabeth wird Maria als Zeichen gegeben, dass "bei Gott nichts unmöglich ist" (Lk 1,36).

Als dem alten Zacharias bei der Namensgebung seines Sohnes die Zunge wieder gelöst wird, prophezeit er: "Du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen, denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung der Sünden" (Lk 1,76ff).

Johannes, dessen Name bedeutet: "Gott ist barmherzig", verkündigt seinem Volk das Erbarmen Gottes. Er wurde zum Propheten und Gesellschaftskritiker, der Menschen zur Umkehr rief und ihnen die Bußtaufe spendete. Jesus selbst ließ sich von ihm taufen. Jesus nennt ihn den Größten, der jemals von einer Frau geboren wurde. Er steht an der Schwelle zu einer neuen Zeit. Seine Kritik an der Lebensführung des Königs Herodes kostet ihn die Freiheit und schließlich das Leben. Die Aussage: "Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden" (Joh 3,30), fasst sein Wesen und seine Botschaft zusammen.

Sonntag, 21. Juni 2009

Richtet nicht ....

Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! - und dabei steckt in deinem Auge ein Balken? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen. (Mt 7,1-5)

Vom Richten und vom Zurechtweisen handelt das heutige Evangelium. Mit welchem Recht und nach welchem Maß kann ein Mensch den anderen richten, über ihn urteilen , verurteilen? Was weiß er von ihm in Wirklichkeit? Er kennt nicht einmal sich selbst. Weiß er wie das Gericht über ihn selbst ausfallen wird? Nicht das Gericht der Menschen, sondern das Gericht Gottes?

Vor Gott sind wir alle schuldig, aber er gibt uns eine Chance: er richtet uns nach dem Maß, mit dem wir selbst den Mitmenschen, den Bruder gemessen haben.

Splitter und Balken nimmt Jesus als bewusstes Gegensatzpaar, das sofort einleuchtet, um seine Botschaft klar zu verdeutlichen: Nicht andere geben Maß und Richtung vor, sondern das eigene Herz, die innere Überzeugung und das entschlossene Handeln.