Samstag, 4. Juli 2009

Kirmes in Ouren und Thommen

Die beiden Pfarren Ourern und Thommen begehen heute den Tag, an dem ihre Kirche in Dienst genommen wurde: von Gott und von uns, seiner Gemeinde. Wir sprechen dann von Kirchweihe oder einfach Kirmes.

Dieser Tag der Kirmes erfüllt uns mit Freude. Freude darüber, dass wir eine Kirche im Dorf haben. Hier versammeln wir uns, um um gemeinsam die Geheimnisse unseres Glaubens und die bleibende Nähe Gottes zu feiern.

In vielen Dörfern besteht der Brauch am Tag der Kirmes die Gräber unserer Toten zu besuchen und die Gräber zu segnen. Die Menschen die dort begraben liegen sind, oft über Jahrzehnte, in unserer Kirche ein- und ausgegangen, haben dort ihre Taufe und Erstkommunion empfangen, haben vielleicht in dieser Kirche geheiratet usw. Grund genug also, sie am Tag der Kirmes nicht zu vergessen, sondern in das Geschehen einzubinden.

Die beiden Kirchen von Ouren und Thommen gehören zu den ältesten Kirchen unserer Heimat.

Das „Peterskirchen“ genannte Gotteshaus in Ouren hat wahrscheinlich romanischem Ursprung. Die heutige Form stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Kirche ist den beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus geweiht. Die Figuren dieser beiden so unterschiedlichen Menschen schmücken darum auch den Hauptaltar der Kirche.

Petrus und Paulus sind auf ganz unterschiedliche Weise von Gott in Dienst gerufen worden. Sie haben aber am eigenen Leib erlebt, dass die Verkündigung des Glaubens und das Bekenntnis zu Christus kein Zuckerlecken ist. Sie haben am eigenen Leib erfahren was Jesus ihnen angekündigt hatte: „Man wird euch festnehmen und in die Gefängnisse werfen, um meinetwillen ...“. Petrus wird kopfüber gekreuzigt und Paulus spricht in seinen Briefen von Misshandlungen und Nöten, von Verfolgungen und Ängsten und stirbt durch das Schwert. Die Boten Jesu erleben viel Ablehnung und Unglaube. Trotzdem geben sie nicht auf, und erfüllen den Auftrag des Herrn indem sie die gute Botschaft Jesu in die Welt hinaustragen.



Thommen, so die Geschichte, ist bekannt als eines der ältesten Dörfer unserer Gemeinde. Wir finden Thommen schon auf einer Karte aus dem 4. Jh. vermerkt. Thommen mußte schon ein Ort von Bedeutung sein, um auf dieser Karte zu erscheinen. Die fränkischen Könige besaßen eine Villa oder Palast in der Nähe. Dieser Königshof befand sich am Fuße des Hügels unterhalb der Mühle genannt "Schloßgarten".

Die Pfarrkirche ist dem heiligen Remaklus geweiht. Der hl. Remaklus wurde um 600 in Aquitanien in der Diözese Bourges (Frankreich) geboren. Zwischen 648 und 650 zum Bischof geweiht, gründete er später das Doppelkloster Stavelot-Malmedy. Die Legende sagt, dass er in Thommen gewesen ist und die Fundamente einer Kirche gelegt hat.

Wie die meisten Kirchen der Ardennen, so bestimmt auch die auf einer Anhöhe errichtete Remaklus-Kirche von Thommen das Dorfbild ; ihre in makellosem weiß getünchten Außenwände wirken wie ein Leuchtfeuer in der dunklen, hügeligen Landschaft der Ardennen und ziehen unwiderstehlich den Blick auf sich. Der Besuch dieser Kirche wird für jeden interessierten Kunstfreund zu einem nachhaltigen Erlebnis. Der Hochaltar mit der Krönung Mariens ist Mittelpunkt und Blickpunkt des Gotteshauses. Daneben sind zu erwähnen mehrere Darstellungen des hl. Remaklus sowie der Seitenaltar mit dem Bildnis des hl. Sebastian. Nicht zu übersehen die Kanzel aus dem Jahre 1660 und der Taufstein aus dem 11.-12. Jh.

Unsere Kirchen sind mehr als das Gebäude. Sie sind für viele Menschen Heimat und Lebensbegleitung. Sie sind der Ort, in dem Menschen Gott begegnen können, in dem sie Geborgenheit und Gottes Wort erfahren können. Achten wir darauf, dass sie nicht zum Museum verkommen.

Freitag, 3. Juli 2009

Segnung der Verkehrsteilnehmer

Viele von uns sagen dem Gewohnten, dem Alltag in den kommenden Wochen Lebewohl. Uns ist eine besondere Aus-Zeit, geschenkt: die Urlaubszeit. Die Herrschaft des Weckers, des Terminkalenders ist auf Zeit gebrochen. Der kleine Mann im Ohr, der zur Pflichterfüllung drängt, muss verstummen. Wir nehmen diese Lebenschance bewusst und dankbar an: Willkommen, du neue Zeit! Wir umarmen dich! Wir haben dich nötig. So möchten auch wir, als Kirche, etwas dazu tun, zu dieser besonderen Zeit des Jahres, indem wir alle Verkehrsteilnehmer in den Gottesdiensten an diesem Wochenende segnen.

Vater unser für Verkehrsteilnehmer“
Vater unser
Die Straße gehört allen. Du bist der Vater auch der Fußgänger und Radfahrer, der Alten und Kinder. Und Behinderte haben gleiche Rechte.
Geheiligt werde dein Name
Durch Ruhe und Gelassenheit, Rücksicht und Freundlichkeit - auch dann, wenn es Wirklich Ärger gibt, bei Pannen und in Staus, oder wenn Anfänger ihre Fehler machen
Dein Reich komme
Und es beginnt schon ein wenig, wenn Fairness und Aufmerksamkeit, Güte und Hilfsbereitschaft unser Verhalten bestimmen.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden
Damit nicht das Recht des Stärkeren auf unseren Straßen herrscht und Menschen in Gefahr bringt, sondern deine Menschenfreundlichkeit sich in unserem Umgang miteinander spiegelt.
Unser tägliches Brot gib uns heute
Die meisten Verkehrsteilnehmer sind zum Brotverdienen unterwegs. Bewahre uns davor, dass durch uns ein Mensch zu Schaden kommt. Gib uns auch, was wir brauchen: Verständnis und Freundlichkeit anderer Menschen.
Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
Hilf, dass durch Unachtsamkeit, Leichtsinn oder auch nur Müdigkeit keine bösen Folgen entstehen. Lass uns vorsichtig fahren und - so gut wir können - vermeiden, dass wir schuldig werden.
Und führe uns nicht in Versuchung:
Zu rasen, wenn es eilt, oder weil wir angeben wollen. Zu überholen, weil wir keine Geduld aufbringen. Die Vorfahrt zu erzwingen, weil wir meinen, im Recht zu sein. Uns ans Steuer zu setzen mit Alkohol im Blut.

Sondern erlöse uns von dem Bösen:
Vom Rausch der Geschwindigkeit, von Rücksichtslosigkeit und Sturheit. Bewahre uns vor der Maßlosigkeit, damit wir deine Schöpfung nicht aufs Spiel setzen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Segensgebet über die Verkehrsteilnehmer

Unser Gott, dem keine Wege fremd sind, gehe mit uns in neues Land.

Er lasse unsere Reisewege sicher sein und uns wohlbehalten heimkehren
An den Ort, von dem wir aufgebrochen sind.

Er lasse uns Freude finden an den Werken seiner Schöpfung
und Freude an dem jetzt noch Fremden.

Er schenke uns ein feines Gespür und ein offenes Herz,
dass wir nicht nur die Sprache der Menschen verstehen,
sondern auch, was ihre Seele schreibt und ihre Träume nährt.

Unsere Zunge möge sich freuen an uns unbekannten Früchten
und unsere Augen an Bäumen, Pflanzen und Blumen,
deren Form und Farbe wir noch nie gesehen
und deren Duft die Nase bisher nicht kennt.

Er lasse sich finden auch dort, wo Sein Name anders gesprochen
und die Nachricht von Ihm uns fremd erscheint.

So wird unser Herz sich weiten -
und unser Glaube neue Bilder von Ihm entdecken.

Er lasse uns heil zurückkommen in unser Haus,
erfüllt von der Schönheit Seiner Welt,
erholt und erfreut für unseren Alltag.

Das gewähre uns der Gott, der ausgezogen ist mit seinem Volk
in ein neues Land:
der Vater, der all das geschaffen,
der Sohn, der diese Erde geliebt,
und der Geist, der alles in Atem hält.

Amen.

Donnerstag, 2. Juli 2009

Wort Gottes für den Tag - Freitag, 03. Juli 2009

Worauf können wir uns verlassen im Leben? Auf wenig genug, so scheint es. Vieles ist unsicher, und manches wird uns erzählt, auf das wir uns dann doch nicht verlassen können. Da hilft das Nachfragen einen Schritt weiter, zumindest hin und wieder.

Heute feiern wir den Apostel Thomas. Aus dem Johannesevangelium wissen wir, dass er einer war, der nachgefragt hat, einer der wirklich sicher gehen wollte. "Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich's nicht glauben."

Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: "Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich's nicht glauben." Nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! (Joh 20,24-29)

Wenn wir ehrlich sind – an irgendeinem Punkt sind wir uns alle unsicher. Wir sprechen es meistens dann nicht aus. Thomas wollte es offensichtlich nicht nur einmal im Leben genau wissen. Er stand zu seiner Unsicherheit. Er fragte nach: „Wenn ich nicht mit eigenen Händen IHN spüren kann …“ Er blieb seiner Unsicherheit treu. Und kam acht Tage darauf wieder in den Kreis der Freunde Jesu. Er blieb nicht weg. Er dachte nicht: Hier haben nur die etwas verloren, die sicher in ihrem Glauben stehen.

Thomas kann uns das Gefühl schenken: Auch als unsicher Glaubende sind wir wichtig in der Kirche und für der Kirche – und in bester Gesellschaft. Er hat nachgefragt, sogar Bedingungen gestellt. Er konnte als erster von allen sagen kann: Mein Herr und Gott. Vielleicht hat er Jesus etwas tiefer und schneller verstanden als die anderen.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Die "Heimsuchung" Mariens

Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. (Lk 1,39-45)

Maria ist, so würden wir heute sagen, ungeplant schwanger. Sie hatte es sicherlich nicht leicht: jung, schwanger, ohne die Sicherheit einer Ehe und eines geregelten Lebens.

Dennoch erzählt das Lukasevangelium, wie sie dem Plan Gottes zustimmt und ihr Einvernehmen in dem Satz "Es geschehe nach deinem Wort" spricht. Der Engel Gottes hatte diese junge Frau mit einer ungeheuren Nachricht konfrontiert: Sie solle einen Sohn gebären, ihm den Namen Jesus geben und Gott der Herr werde ihm den Thron seines Vaters David geben.

Wir wissen nicht, wie es ihr gegangen ist, als der Engel wieder weg war. Vielleicht hat sie begonnen zu zweifeln? Die Bibel schreibt nichts darüber, aber wir können uns gut vorstellen, dass all das Maria durchaus zu schaffen machte und sie unter dem Unverständnis ihrer Umwelt litt. In dieser Situation macht sie sich auf und sucht Unterstützung und moralischen Beistand bei ihrer Cousine, die auch mit dem unerwarteten Eingreifen Gottes in ihr Leben umgehen muss. Denn auch Elisabeth ist schwanger, obwohl sie schon so alt ist.


Heute, am 2. Juli, am Fest Mariä Heimsuchung gedenken wir dieser Episode, die in Lk 1,39 im Anschluss an die Verkündigungsszene erzählt wird: Maria macht sich auf den Weg, um ihre Verwandte Elisabet zu besuchen (daher „Heimsuchung“) und die Freude mit ihr zu teilen. Elisabet, selbst im sechsten Monat schwanger, grüßt sie mit den Worten: „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“ Maria antwortet mit ihrem berühmten Loblied, dem Magnificat.



Kleine Abkühlung gefällig?

So ...


oder so?


Dienstag, 30. Juni 2009

Die Geschichte vom grünen Fahrad

Einmal wollte ein Mädchen sein Fahrrad anstreichen. Es hat grüne Farbe dazu genommen. Grün hat dem Mädchen gut gefallen. Aber der große Bruder hat gesagt: »So ein grasgrünes Fahrrad habe ich noch nie gesehen. Du mußt es rot anstreichen, dann wird es schön.« Rot hat dem Mädchen auch gut gefallen. Also hat es rote Farbe geholt und das Fahrrad rot gestrichen. Aber ein anderes Mädchen hat gesagt: »Rote Fahrräder haben doch alle! Warum streichst du es nicht blau an?« Das Mädchen hat sich das überlegt, und dann hat es sein Fahrrad blau gestrichen. Aber der Nachbarsjunge hat gesagt: »Blau? Das ist doch so dunkel. Gelb ist viel lustiger!« Und das Mädchen hat auch gleich gelb viel lustiger gefunden und gelbe Farbe geholt. Aber eine Frau aus dem Haus hat gesagt: »Das ist ein scheußliches Gelb! Nimm himmelblaue Farbe, das finde ich schön. « Und das Mädchen hat sein Fahrrad himmelblau gestrichen. Aber da ist der große Bruder wieder gekommen. Er hat gerufen: »Du wolltest es doch rot anstreichen! Himmelblau, das ist eine blöde Farbe. Rot mußt du nehmen, Rot!« Da hat das Mädchen gelacht und wieder den grünen Farbtopf geholt und das Fahrrad grün gestrichen, grasgrün. Und es war ihm ganz egal, was die anderen gesagt haben.

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Nachdenkliches ...

Montag, 29. Juni 2009

Sonntag, 28. Juni 2009

29. Juni: Hochfest der Apostelfürsten Petrus und Paulus

Petrus und Paulus - ein seltsames Paar, die der Festkalender der Kirche zu einer heiligen Schicksalsgemeinschaft zusammengefügt hat. Das heutige Hochfest lenkt unsere Aufmerksamkeit auf den Beginn der Geschichte unserer Kirche. Zwei ganz berühmte Zeugen sind die so genannten „Apostelfürsten“ Petrus und Paulus, deren Fest wir heute begehen. Dabei gibt es vieles an ihnen, das wir mit dem Begriff „Heilige“ vielleicht gar nicht recht zusammenbringen. Petrus hat Jesus verraten und Paulus war einer der schlimmsten Christenverfolger bevor er sich bekehrte. Das zeigt, dass Gott die Möglichkeit hat Menschen zu verwandeln, dass Menschen entwicklungs- und wandlungsfähig sind.


Petrus und Paulus - sie haben sich weder selbst gesucht noch hätten sie sich wahrscheinlich selbst gefunden. Was nach menschlichem Ermessen nicht zusammenpasst, kann Christus zusammenfügen. Petrus und Paulus - zwei völlig unterschiedliche Menschen.
Der eine ein Fischer, ein einfacher Mann, wankelmütig, er trägt das Herz auf der Zunge. Er ist der Felsenmann der Kirche, dem Jesus das Amt der Leitung seiner Gemeinde übergeben hat. Und die ersten Christengemeinden haben diesen Vorrang anerkannt und respektiert über seinen Tod hinaus. Es ist gut, dass die Kirche auch die Geschichte seines Versagens aufbewahrt hat: Seine Anfechtungen durch Zweifel und Unglauben wie er den Herrn verleugnen will. Nein Petrus war kein Übermensch. Und dennoch hat ihm Jesus den Dienst der Einheit aufgetragen, der im Petrusamt bis heute weiterwirkt.

Der andere, Paulus, ein begabter Theologe. Er steht für die
Wahrheit des Evangeliums. Ohne diesen Paulus, seinem Eigensinn und seiner Streitbarkeit wäre die Kirche wohl eine jüdische Sekte geblieben. Petrus und Paulus - die beiden Apostel - werden sich kaum in den Armen gelegen haben, wie die Ikonen der Ostkirche sie oft darstellen. Sie waren nicht unbedingt ein eingespieltes Team, Vielmehr wird es so gewesen sein wie in unserer Kirche dargestellt: Sich gegenüberstehend, aber dem gleichen Ziel dienend, jeder auf seine Art und Weise. Sie hatten sich miteinander abgesprochen; sie informierten sich, damit sie einander nicht ins Gehege kämen. Vielleicht könnte man ihren Arbeitsstil so umschreiben: ein neidloses Miteinander, getragen von gegenseitiger Wertschätzung, bei der Konflikte nicht überspielt, sondern ausgetragen werden