Freitag, 10. Juli 2009

Benedikt von Nursia - Der ‚Gesegnete‘

Es gibt wohl nur wenige Menschen, die die Geschichte Europas, ja der Menschheit so geprägt haben wie der heilige Ordensgründer Benedikt von Nursia dessen Namensfest wir heute, am 11. Juli feiern. Seine Ordensfamilie hat Großes für die Christianisierung Europas, für Kunst und Kultur in unserer Heimat geleistet und tut dies in vielen Klöstern weltweit noch immer. Im Jahre 547 ist er in Montecassino, im heutigen Mittelitalien verstorben. Arbeit und Fleiß prägten und prägen das Leben der Benediktinerinnen und Benediktiner. Genauso wichtig aber ist für sie das Gebet. „Dem Gottesdienst ist nichts vorzuziehen“, ermahnte Benedikt die Seinen.


Leben und Legenden

Benedikt lebte in einer Zeit des Übergangs von der Antike zum Mittelalter.

Die Hauptquelle für sein Leben ist die Heiligenvita, die Gregor der Große um das Jahr 600 verfasste. In der modernen historischen Forschung wird die Historizität dieser Angaben allerdings teilweise bezweifelt, und einige Forscher gehen aufgrund des Fehlens zeitgenössischer Nachrichten sogar davon aus, dass es Benedikt niemals gegeben habe.

Folgt man dagegen der traditionellen Sichtweise, so ergibt sich folgendes Bild: Benedikt wurde in Nursia (ital.: Norcia) um 480 als Sohn eines reichen Landbesitzers geboren. Seine Zwillingsschwester war die später ebenfalls als Heilige verehrte Scholastika.

Nach der Schulzeit in Nursia schickten Benedikts Eltern ihren Sohn zum Studium nach Rom. Von der Sittenlosigkeit seiner Mitstudenten enttäuscht, ging er aber bereits nach kurzer Zeit in die Berge nach Enfide (dem heutigen Affile) und lebte mit einer Gruppe von Einsiedlern, bevor er sich 3 Jahre lang in eine Höhle bei Subiaco östlich von Rom zurückzog.

In dieser Zeit wurden immer mehr Menschen auf Benedikt aufmerksam, und bald wurde er gebeten, dem nahe gelegenen Kloster in Vicovaro vorzustehen. Benedikt willigte ein und versuchte, das Leben in dem Kloster neu zu ordnen. Dabei stieß er auf großen Widerstand der Mönchsgemeinschaft, die sogar versuchte, ihren unbequemen Abt mit vergiftetem Wein umzubringen.

Benedikt zog nach traditioneller Sichtweise 529 mit einer kleinen Schar treuer Anhänger auf den 80 km südöstlich gelegenen Monte Cassino und gründete dort das Kloster, das als Mutterkloster der Benediktiner gilt. Er führte selbst dort die Gemeinschaft. Für sie schrieb er auch seine berühmte „Regula Benedicti".

Benedikt war bei der einheimischen Bevölkerung sehr beliebt. Er stand den Menschen in Notzeiten bei. Auch von Heilungen, sogar von Totenerweckungen berichten die Legenden. Benedikt gilt als Begründer der organisierten klösterlichen Pflege.

In Monte Cassino starb Benedikt schließlich am Gründonnerstag des Jahres 547, dem 21. März, während er am Altar der Klosterkirche betete.

Der Name Benedikt stammt aus dem Lateinischen „bene dictus“ und bedeutet "der Gesegnete".




Ora et labora
Seit ihr Ordensgründer sie aufgeschrieben hat, leben die Benediktiner / Innen danach: Nach den Ordensregeln des heiligen Benedikt. Die bekannteste lautet „Ora et Labora“ (lateinisch: Bete und arbeite !) Sie ist auch heute noch aktuell. Diese Regel erhellt, wie spirituelles Leben und handwerklich professionelles Leben einander befruchten und auch für den Menschen von heute eine tiefe Quelle sind, um Kraft für den Alltag zu schöpfen.








Donnerstag, 9. Juli 2009

Wort Gottes für den Tag - Freitag, 10. Juli 2009

Jesus rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat.
Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. (Mt 10,1-7)

Apostel sind „Gesandte“. In gewissem Sinn sind wir alle Apostel, gesandt, das Evangelium
Christi von der Menschenfreundlichkeit Gottes hinauszutragen in unseren konkreten Alltag, an dem Platz, wohin wir gestellt sind, in Familie, Arbeit und Freizeit so gut wie möglich zu leben und spürbar werden zu lassen.

Der Entlassungsruf am Ende der Messfeier, das „Gehet hin in Frieden“, ist wie der Sendungsauftrag Jesu an seine Jünger:
„Geht und verkündet, das Himmelreich ist nahe“.Dieser Ruf will sagen:
Auf, lasst uns gehen, hinaus in die Welt,
an unseren Platz, dorthin, wohin wir gesandt sind.
Keine Angst, Gott ist mit uns.
Mit seiner Hilfe bauen wir miteinander an seinem Reich.
Nicht mit großartigen Aktionen.
Die kleinen, alltäglichen Liebesbeweise sind es,
das gute Wort, die helfende Hand, der aufmerksame Blick,
das einfach Da-Sein füreinander.
Und so wächst Gottes Reich mitten unter uns.

Dienstag, 7. Juli 2009

Karmelfest in Bütgenbach

Am 12. Juli werden auf Einladung der Bütgenbacher Kongregation der Franziskanerinnen von der hl. Familie wieder mehrere hundert Gläubige das Hochfest des Ordens der Karmeliten, das volkstümlich auch Skapulierfest genannt wird, feiern, das nach dem Kalender am 16. Juli stattfindet.

Dabei drücken die Christen den Schwestern ihren Dank aus, den ehemaligen Karmel vor 24 Jahren von den Karmelitinnen übernommen zu haben und ihn seitdem als ein „Geistliches Zentrum“ mit vielfältigen Aufgaben zu unterhalten.

Das alljährlich stattfindende „Karmelfest“ in Bütgenbach, das sich über drei Tage (Triduum) hinzieht, wird in diesem Jahr von Albert Brodel, Pfarrer des Pfarrverbandes Soumagne-Olne, gestaltet. Dabei stellt der aus Manderfeld stammende 41-jährige Priester das Fest unter das Leitwort „Maria bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen und dachte darüber nach“. Albert Brodel wird in den drei Tagen auf dieses Wort eingehen, das auch während des Krankentriduums in Banneux zum Thema gemacht wird. Er stellt den Teilnehmern des Karmelfestes Maria als Vorbild dar: „Wir unterliegen heutzutage einer Dauerberieselung, die kaum jemandem noch Zeit zum Nachdenken lässt. Ständig strömen Nachrichten und Neuigkeiten auf uns ein, die Flut der Bilder und Worte reißt uns mit und macht uns wehrlos gegen Manipulation. Dagegen hilft die Meditation des Wortes Gottes, die stille Einkehr im Gebet.“

Programm des „Karmelfestes“

Das Fest steht in diesem Jahr unter dem Leitthema: „Maria bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen und dachte darüber nach.“ Festprediger wird Pfarrer Albert Brodel aus Soumagne-Olne sein.

Dem eigentlichen Festtag am 12. Juli gehen zwei Tage der Einstimmung voraus. So finden am Freitag, 10. Juli, und am Samstag, 11. Juli, jeweils um 20.00 Uhr, Gottesdienste in der Klosterkapelle statt.

Der Sonntag beginnt mit einem Festgottesdienst um 8.00 Uhr, der vom Kgl. Kirchenchor und Gesangverein „St. Cäcilia“ Heppenbach gestaltet wird. Am Nachmittag findet um 15.00 Uhr die Segensandacht statt.

Das „Karmelfest“ geht am Abend um 20.00 Uhr mit der Schlussandacht zu Ende, die vom Kgl. Musikverein „Laetitia“ Heppenbach umrahmt wird und zu der wieder viele hundert Pilger im Klosterhof auf der Domäne erwartet werden.



Unsere liebe Frau auf dem Berg
Karmel


Zur Geschichte des Karmelfestes

Der Karmel (ein Berg oder ein Gebirge in Israel) wird im Alten Testament mehrfach erwähnt. Bedeutsam ist der Bericht über das Gottesurteil bei der Auseinandersetzung Elias mit den Baalspriestern (1. Könige 18).

Um 1115 ließ sich Berthold von Kalabrien mit einigen Gefährten auf dem Berg Karmel nieder, um hier ein Leben wie Elia zu führen. Nach seinem Tod erhielt die Einsiedlergemeinschaft 1214 eine Ordensregel, die 1226 bestätigt wurde. Die Gemeinschaft nannte sich 'Brüder unserer Lieben Frau vom Berg Karmel'. Die Karmeliter, wie die Gemeinschaft kurz genannt wurde, wurden 1238 von Sarazenen vom Karmel vertrieben. Danach wuchs der Orden in Europa schnell an. Die strenge Ordensregel, die Einsamkeit und ständiges Gebet forderte, wurde hier abgemildert und der Orden um 1250 in einen Bettelorden umgewandelt. Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz reformierten den Orden erneut und führten die strenge Richtung der unbeschuhten Karmeliten ein.

Seit Ende des 14. Jahrhunderts feierten die Karmeliter das Fest unserer lieben Frau auf dem Berg Karmel als Skapulierfest. 1726 wurde das Fest in der katholischen Kirche allgemein geboten.


Usprung und Bedeutung des Skapuliers.


Was ist das Skapulier?
Skapulier = der körperbreite Überwurf, den einige Orden über dem Ordenskleid tragen. Er ist Abbild des Schutzmantels Mariens und Zeichen für eine besondere Verbundenheit der Gemeinschaft mit Maria.

Viele tragen das Skapulier unter ihrer Kleidung. Das Skapulier besteht dann aus zwei Stückchen braunen Wollstoffes, die durch zwei Tragbändchen miteinander verbunden sind. Eines der Wollstückchen trägt ein Bildnis der Muttergottes mit ihrem göttlichen Kinde auf dem Arm. Auf dem anderen Wollstückchen befindet sich das Bild des Gekreuzigten oder des Heiligsten Herzens Jesu.

Ursprung
Nach der Überlieferung des Skapulierfestes überreichte die Muttergottes, die von den Mönchen des auf dem Berge Karmel gegründeten Bettelordens besonders verehrt wurde, am 16. Juli 1251 dem englischen Ordensgeneral Simon Stock ein Skapulier mit den Worten: „Mein Sohn, empfange dieses Skapulier deines Ordens; es ist das Zeichen der besonderen Vergünstigungen, die ich für dich und die Kinder des Karmel erlangt habe. Wer in diesem Gnadenkleide sterben wird, wird vor dem ewigen Feuer bewahrt bleiben. Es ist ein Zeichen des Heiles, ein Schutzkleid in Gefahren, das Unterpfand eines besonderen Friedens und besonderen Schutzes.“

Ein Zeichen
Das Skapulier ist von der Kirche approbiert und vom Karmeliterorden angenommen als äußere Manifestation der Liebe zu Maria, des kindlichen Vertrauens zu ihr und des Versprechens, ihr Leben nachzuahmen. Es symbolisiert ebenso die Verbundenheit der Laien, die es tragen, mit dem Karmeliterorden. Natürlich ist es nur ein Zeichen, welches dem Gläubigen zwar Gnaden gewährt, ihn jedoch nicht seiner Pflicht entbindet, sich bestmöglich im Weg der Nachfolge Christi zu bemühen.




Montag, 6. Juli 2009

Der Großvater und der Enkel

Ein Vater war sehr alt und zittrig geworden, so daß er beim Essen Suppe auf das Tischtuch schüttete. Manchmal floß ihm auch etwas aus dem Mund. Sein Sohn und dessen Frau ekelten sich davor. Schließlich setzten sie ihn hinter den Ofen in die Ecke. Dort saß er nun betrübt und allein und sah zum Tisch. Einmal entfiel seinen zittrigen Händen auch noch das Schüsselchen, aus dem er aß, und zerbrach. Die junge Frau schimpfte ihn aus. Sie kaufte ihm eine hölzerne Schüssel; daraus mußte er nun essen.

Eines Tages trug der Enkel von vier Jahren kleine Brettchen zusammen. »Was machst du da?« fragte ihn der Vater. »Ich mache einen kleinen Topf«, antwortete das Kind, »daraus sollen Vater und Mutter essen, wenn sie alt sind.«

Da sahen sich Vater und Mutter an. Sie holten sofort den alten Großvater an den Tisch. Und sie sagten auch nichts mehr, wenn er ein wenig verschüttete. (Willi Hofsümmer, Kurzgeschichten, Bd.1)