Samstag, 1. August 2009

Vom Vollsein und von der Fülle des Lebens

Jesus antwortete ihnen: "Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben. (Joh 6,27.35)

Vollsein ist nicht das selbe wie "die Fülle des Lebens haben"

Voll ist heutzutage vieles, nicht nur der Kühlschrank und die Regale der Supermärkte. Wenn es nach den Werbeprospekten ginge, die täglich ins Haus kommen, dann dürfte es uns an nichts fehlen, dann wären unsere Häuser vollgestopft mit Konsumgütern. - Alles ist da! - Das Vollsein des Lebens! Folglich müsste unsere Gesellschaft das glücklichste Volk auf dieser Erde sein. Dass dem nicht so ist, das weiß jeder. Denn, auch wenn der Magen voll ist, hat die Seele Hunger: Hunger nach Liebe, Hunger nach Frieden, Hunger nach Anerkennung, Hunger nach Vergebung, Hunger nach Lebenssinn. Viele Leute verwechseln die Fülle des Lebens mit dem Vollsein des Lebens; deshalb werden sie nie satt.

Jesus - die "Fülle des Lebens"

Hier setzt Jesus an. Er hat die Menschen mit Brot und Fischen gespeist. Die Menschen erleben das Vollsein des Lebens: Alle waren satt geworden, und von den ausgeteilten Broten waren sogar noch zwölf Körbe übrig geblieben. Da ist schnell die Gefahr da, sich damit, mit diesem Vollsein, zufrieden zu geben.

Die Leute sagen: »Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll«,der Messias. Jetzt, so könnte man sagen, ist Jesus der große Durchbruch gelungen. Nicht mehr nur eine Gruppe folgt ihm, nein, Tausende folgen ihm, die Masse schließt sich ihm an, sie wollen ihn zum König machen. Doch Jesus zeigt sich sehr zurückhaltend: Deshalb warnt Jesus:

„Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird.“

Es geht jesus um die Fülle des Lebens, nicht um das Vollsein des Lebens; es geht ihm um die Sättigung der Seele, nicht um die Sättigung des Magens.

Fülle und Vollsein, Sättigung der Seele und Sättigung des Magens - zwei Dinge, die immer wieder verwechselt werden, damals wie heute. Wir haben eine Menge an Möglichkeiten, um zu genießen und zu konsumieren aber am Ende stellen wir meist fest: Wir sind nicht satt geworden! Wir können jedes Spaßangebot wahrnehmen und auf allen möglichen Hochzeiten tanzen, aber am Ende bleibt die fade Frage: War das denn wirklich alles?

Das Vollsein des Lebens geht vorüber. Die Fülle des Lebens hält an.

Die Frage, die sich den Menschen damals wie heute stellt, lautet: Habe ich mir ein Gespür für die tiefe Fülle des Lebens bewahrt oder bin ich mit dem oberflächlichen Vollsein des Lebens zufrieden? Ist die Sehnsucht nach Fülle eine Kraft, die mich innerlich lebendig erhält? Reicht mir die Befriedigung meiner äußeren Wünsche, oder suche ich nach innerem Frieden? Das Vollsein des Lebens geht vorüber. Die Fülle des Lebens hält an.

Donnerstag, 30. Juli 2009

Hast du heute schon gedankt?


„ Hast Du eigentlich mein Geschenk erhalten?“ – so könnte Gott uns heute fragen. Wie viele Menschen reagieren gar nicht auf das, was der Schöpfer des Lebens ihnen Tag für Tag schenkt, ja manche haben ihn sogar ganz vergessen im Trubel der Zeit. Aber sind wir nicht reich Beschenkte?

Der große Geber ist Gott, der Allmächtige. Jeder Augenblick unseres Daseins ist abhängig von Seinem Wirken uns gegenüber. „Die Himmel sind die Himmel Jahwes“, singt der Sänger David, „die E r d e aber hat er den Menschenkindern gegeben.“ (Ps.115:16).

„Die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.“ Wohin wir auch schauen - alles ist für unsere Existenz zubereitet. Wir bewundern die grenzenlose Macht, die unerschöpfliche Phantasie und tiefe Weisheit, die in den kleinsten wie auch in den größten Werken der Schöpfung wahrzunehmen sind. Die Luft, die wir atmen, das Licht, das uns leuchtet, die Sonne, die den verschiedenen Samen Wachstum und Fruchtbarkeit bringt in der warmen, bewässerten Erde - alle diese Dinge sind Gaben des Schöpfers für uns: für Mensch und Tier zur Nahrung und zur Freude. Keine menschliche Kunst vermag die mannigfaltigen Naturschauspiele in ihrer Schönheit und schnell wechselnden Pracht völlig zu erfassen und nachzubilden; kein noch so meisterhaftes Dichterwort ist auch nur annähernd fähig, den Zauber eines Vogelfluges oder die Grazie eines schönen Tieres zum Ausdruck zu bringen. Gottes Gaben sind von unnachahmlicher Schönheit und Vollendung.

Gott gibt, weil er liebt; und die Freude derer, die empfangen, ist Seine Freude. Sie erstreckt sich auch auf diejenigen, die sich dessen gar nicht bewusst sind, dass all das Gute, das sie genießen, von dem Geber aller guten und vollkommenen Gaben kommt. „Wenn Gott irgendeinem Menschen Reichtum und irdische Güter verliehen und ihn in die glückliche Lage versetzt hat, davon zu genießen und sein Teil hinzunehmen und sich bei seiner Mühsal zu freuen, so ist das eine Gnadengabe Gottes.“

Manchmal scheinen meine Augen verschlossen zu sein, ich sehe gar nicht, wie viel Mühe Gott sich jeden Tag mit mir gibt. Ja, er hat seine Hand weit geöffnet und uns überschüttet mit Segen und mit viel Gutem, oder?

Warum tut Gott das?

Kennen wir das? Manchmal erhalten wir Geschenke und dann denken wir uns: „ Na, was will der andere uns damit wohl sagen?“ Kommt da nicht irgendwann eine Rechnung hinterher? Das kann doch nicht sein, dass jemand uns einfach nur so aus Freude, aus Vergnügen beschenkt? Und Gott?

Lothar Zenetti hat diese unsere heimlichen Gedanken in einer kleinen Medikation
aufgenommen, die uns etwas von dieser unberechenbaren Güte Gottes aufzeigt, aber auch von unserer Skepsis, die sich zuweilen in unseren Herzen breit machen will: Einmal wird uns gewiss die Rechnung präsentiert für den Sonnenschein und das Rauschen der Blätter, sie sanften Maiglöckchen und die dunklen Tannen, für den Schnee und den Wind, den Vogelflug und das Gras und die Schmetterlinge, für die Luft, die wir geatmet haben, für den Blick auf die Sterne und für alle die Tage, die Abende und die Nächte. Einmal wird es Zeit, dass wir aufbrechen und bezahlen. BITTE DIE RECHNUNG! Doch wir haben sie ohne den Wirt gemacht: Ich habe euch eingeladen, sagt der und lacht. Es war mir ein Vergnügen. (Lothar Zenetti)

Wenn es Gott ein Vergnügen ist, warum soll man dann noch Dankeschön sagen? Soll er uns doch nach Strich und Faden beschenken, wir haben doch nichts dagegen! Wenn es ihm Freude macht….?!

So mancher reißt die Geschenke Gottes an sich und nimmt sie noch nicht einmal als solche wahr. Er hält es doch für selbstverständlich, dass man zu essen und zu trinken hat. Warum sollte man da noch ein Dankgebet sprechen. So mancher schlingt alles in sich hinein. Doch wir sollten innehalten und Gott danken. Ich musste etwas schmunzeln, als ich folgende kleine Geschichte las:

Ein Bauer war zu einem Festessen in die Stadt geladen. Verwundert erlebt er die Schlacht am großen Buffet. Er sieht, wie die feinen Herren und Damen sich begierig ihre Teller füllen und einfach mit dem Essen beginnen. Er bedient sich auch, setzt sich zu Tisch und spricht zuerst ein Dankgebet. Sein vornehmer Tischpartner lächelt milde und sagt: „Na, Bauer, du kommst wohl vom Lande. Seid ihr da alle noch so altmodisch und betet bei Tisch?“- „Nein“, antwortet
der Bauer, „nicht alle. Sehen Sie, wir haben bei uns im Stall ein paar Säue und Ferkel, die fressen einfach drauf los. Aber alles, was bei uns Mensch ist, dankt seinem Schöpfer für alle guten Gaben!“

Dieser Tag heute soll uns helfen, inne zu halten, und uns die Augen zu öffnen für all die vielen guten Dinge, die wir hier in unserem Land haben.

Es geht weiter ...


Wie das Leben so spielt, irgendwann ist jeder von einer Computer-Panne betroffen. Halb so schlimm, denn es gibt Spezialisten die da helfen. Aber das braucht eben seine Zeit.

Nun geht‘s weiter. In Kürze folgt das Gottes-Wort für den Tag.

Danke für das Vertrauen und weiterhin viel Freude im Bog des im Blog des Pfarrverbands Reuland.

Sonntag, 26. Juli 2009

Wort Gottes für den Tag - Montag, 27. Juli 2009

Jesus verließ die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker.

Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: Der Menschensohn wird seine Engel aussenden und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen. Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre! (Mt 13,36-43)

Weizen und Unkraut, Gut und Böse sind Wirklichkeiten unseres Lebens. Mit dem Bösen scheint es zu sein, wie mit dem Unkraut: Es wächst überall, und je mehr man sich bemüht, es auszureißen, umso mehr wächst es. Was hilft, ist das Wachstum des Weizens, des Guten zu stärken, damit sich das Böse weniger entfalten kann. Wobei unsere Geduld und unser Vertrauen in die Macht des Guten manchmal schon arg strapaziert werden. Andererseits sind wir in der Gefahr, manches für böse zu halten, was gar nicht so böse ist, nur weil es nicht unseren Vorstellungen vom Guten und Richtigen entspricht.

Jesus sagt ja in seinem Gleichnis, dass sich Weizen und Unkraut sehr ähnlich sind und es passieren kann, dass wir vor lauter Tatendrang mit dem Unkraut auch den Weizen ausreißen.

Überlassen wir also das Verurteilen dem Herrn der Ernte. Wir können und sollen dem Guten in unseren Herzen Raum geben, damit es wachsen und reifen kann und so das Gute in der Welt groß und mächtig wird.