Samstag, 15. August 2009

Sommerwetter hält an

Ein Bilderbuchsommer Auch in der kommenden Woche hält das hochsommerliche Wetter an. Am Rande eines Hochs über Südosteuropa gelangt in breitem Strom subtropische Warmluft nach Mitteleuropa. In ihr steigen die Temperaturen am Sonntag in weiten Landesteilen auf Werte um 30 Grad an. Nur der Norden wird von einem schwachen Tiefausläufer und etwas kühlerer Luft erfasst. Aber auch dort gibt es nur vorübergehend lokale Schauer. Die neue Woche startet dann in etwas feuchteren Luftmassen leicht unbeständig mit einzelnen Gewitterschauern. Mit Höchstwerten von 24 bis 32 Grad bleibt es aber hochsommerlich warm. Am Dienstag wird es dann etwas kühler. Mit nordwestlichen Winden fließt frischere Meeresluft ein, die die Bildung von Schauern begünstigt. Dennoch erreichen die Temperaturen weiterhin sommerliche Werte bis 28 Grad. Im Wochenverlauf verstärkt sich wieder der Zustrom subtropischer Warmluft. Dabei etabliert sich ein Hoch über Mitteleuropa und Skandinavien, so dass sich bei Höchstwerten von 26 bis 31 Grad verbreitet die Sonne durchsetzt.

Alles in allem also schöne Aussichten, Bilderbuchwetter, das zum Baden einlädt, oder um auf der Terasse zu sitzen und ein leckeres Eis zu lecken, oder um Urlaub zu machen, falls noch nicht geschehen.

Viel trinken Viel trinken ist gesund. Das hat jeder wahrscheinlich schon zu hören gekriegt. Wasser ist unser Lebenselixier, ohne können wir nicht überleben. Schließlich bestehen wir aus nahezu 65 Prozent Wasser! Dies verteilt sich in unserem Organismus in Blut, Lymphe, Verdauungssäften, Gewebe und Zellen. Wasser braucht unser Körper, um Zellen aufzubauen und um Nährstoffe, Sauerstoff, Kohlendioxid zu lösen und zu transportieren. Auch Stoffwechselendprodukte werden mit Hilfe von Wasser abtransportiert. Des Weiteren benötigen wir es für die Verdauung und das Aufquellen von Ballaststoffen und um unsere Körpertemperatur zu regulieren. Durch Schweiß, Urin und Atemluft verlieren wir täglich rund 2,5 Liter Wasser. Die heißt es natürlich wieder aufzufüllen. Doch keine Angst. Auch in fester Nahrung steckt Wasser, so reichen täglich 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit, um die Wasserbilanz wieder auszugleichen.


Nächte teils frühherbstlich kühl Während tagsüber verbreitet Hochsommerwetter regiert, streckt in den langsam länger werdenden Nächten bereits der Herbst seine Fühler aus. So begann der Freitag im Westen und der Samstag vor allem im Süden Deutschlands mit teils dichten Frühnebelfeldern. Dabei lagen die Quecksilber verbreitet unter 15 Grad und ies ist durchaus möglich, dass in den kommenden Nächten örtlich nur noch Temperaturen von 5°-7° gemessen werden. (Quelle: Deutscher Wetterdienst)

Freitag, 14. August 2009

Kräuterweihe an Mariä Himmelfahrt - Ein fast vergessener Brauch ist wieder aktuell

Das Fest Mariä Himmelfahrt und der Brauch der Kräutersegnung wurden durch fromme Legenden miteinander verbunden. So erzählte man sich, dass, als die Gottesmutter gestorben war und die Apostel das Grab drei Tage später besuchten, sie das Grab leer auffanden - Maria war mit Seele und Leib in den Himmel aufgenommen worden -, aber doch angefüllt mit Rosen und Lilien, und dass die Umgebung erfüllt war mit dem Duft von vielen dort wachsenden Heilkräutern.

Dass der Brauch der Kräutersegnung bei uns in den vergangenen Jahrzehnten vernachlässigt worden war, dürfte vor allem daran liegen, dass für die modernen Menschen die Heilkräuter nicht mehr so wichtig waren, wie für ihre Vorfahren. Immerhin hat die Medizin uns eine Fülle von wirkungsvollen Medikamenten beschert, die die Heilkräuter überflüssig zu machen schienen. In den letzten Jahren jedoch war der Glaube an die Überlegenheit der modernen Medikamente in mehr und mehr ins Wanken geraten, ebenso wie der gesamte Glaube daran, dass mit Naturwissenschaft und Technik alle Probleme der Menschheit in den Griff zu bekommen seien. Zunehmend erkennen wir die Grenzen, die der menschlichen Wissenschaft gesetzt sind.

Dies hat zu einer Rückbesinnung auch auf die Kräfte der Heilkräuter geführt. Man bevorzugt bei Medikamenten solche Präparate, die natürliche Substanzen, wie sie auch in Heilkräutern vorkommen, enthalten. Bücher, die sich mit Heilkräutern und ihrer Anwendung beschäftigen, finden regen Absatz. Allenthalben werden von Bildungseinrichtungen Kurse über das Heilen mit Kräutern angeboten. Natürlich sollte man nun nicht in das Gegenteil dessen verfallen, was man in den vergangenen Jahrzehnten geglaubt hat, und sich nur noch auf Kräuter zu verlassen. Dies könnte böse Folgen für die Gesundheit haben. Doch ist es sicherlich sinnvoll, die modernen Medikamente durch Heilkräuter zu ergänzen und zu unterstützen.

Welche Pflanzen und Blumen man für das Kräuterbündel zum Hochfest Mariä Himmelfahrt verwendet, ist in den einzelnen Regionen ganz unterschiedlich. Hier spielen naturgemäß die jeweiligen klimatischen bzw. landschaftlichen Verhältnisse eine große Rolle. Aber auch von Ort zu Ort kann dies traditionell stark differieren, so dass es nicht möglich ist, allgemein verbindliche Regeln zu anzugeben.

Grundsätzlich kann alles genommen werden, was man an Heilendem und Schmückendem in Wald und Flur oder auch im heimischen Garten findet, und was einen Bezug zu der Gottesmutter Maria, die als "Heil der Kranken" verehrt wird, herstellen kann.

Es müssen immer sieben Kräuter sein, aber man kennt auch die 9er, 12er, 15 er und 19er Buschen, sogar den Buschen mit 77 verschiedenen Kräutern!

Der 9er Buschen besteht z. B. aus Johanniskraut, Schafgarbe, Baldrian, Arnika, Königskerze (immer in die Mitte binden), Kamille, Wermut, Pfefferminze und Tausendgüldenkraut.

Der 15er Buschen besteht z.B. aus Fünffingerkraut, Glockenblume, Kümmel, Margerite, Eberwurz, Bibernelle, Wermut, Königskerze (immer in die Mitte binden), Pfefferminze, Weinraute, Liebstöckel, Teufelsabbiß (Tormentil), Mooskolben, Bittersüßer Nachtschatten und Johanniskraut.

Diese Kräuter werden zu einem dicken Busch gebunden, in der Kirche geweiht und mit nach unten hängenden Blüten zum Trocknen aufgehängt. Ist der Kräuterbusch schön trocken, zupft man einige Kräuter ab, zerreibt sie und vermischt sie evtl. mit Weihrauch und räuchert alles zusammen.







Donnerstag, 13. August 2009

Viele Pilger unterwegs zu Maria, am Maria-Himmelfahrtstag

Das Hochfest "Mariä Himmelfahrt" wurde im 6. Jahrhundert zunächst als Fest der "Entschlafung" Mariens begangen und Ende des 6. Jahrhunderts vom oströmischen Kaiser Mauritius auf den jetzigen Tag gelegt. In der Ostkirche wird das Fest bis heute als "Tag der Entschlafung" und Maria als die "Panagia", die "Allerheiligste", bezeichnet; als erster Mensch habe sie die Vergöttlichung erfahren, weil Christus ihre Seele sofort ins Paradies holte.

Das Fest entwickelte sich ab dem 8. Jahrhundert zum Himmelfahrtsfest, zunächst in Rom am 15. August gefeiert, 813 es auch in Deutschland eingeführt. In der römisch-katholischen Kirche ist es Ausdruck der Glaubenslehre, dass der Leib Marias in den Himmel aufgenommen wurde. Papst Pius XII. verkündete im Jahr 1950 das Dogma "von der ganzmenschlichen Aufnahme Mariens in den Himmel".

Seit alters her pilgern Menschen am Himmelfahrtstag zu den unterschiedlichsten Marien-Wallfahrtsorten um der Muttergottes ihre persönlichen Anliegen zu empfehlen, so auch an vielen Orten in der Eifel.

Älteste Pilgerstätte in der Eifel.
Zu den wohl ältesten Pilgerstätten der Eifel zählt die Pfarrkirche von Neundorf. Am 15. August pilgern jedes Jahr am Nachmittag viele Gläubige zu Fuß zur Kirche in Neundorf, wo eine feierliche Andacht stattfindet. So starten etwa 100 Fußpilger um 14.15 Uhr ab St.Vith nach Neundorf, wo um 15.30 eine Andacht stattfindet, nachdem bereits um 14.30 Uhr die Andacht mit den Pilgern aus Aldringen stattgefunden hat. Am Abend ist gegen 20.00 Uhr die Andacht und Lichterprozession mit der Mutter-Gottes-Statue.

Die Wallfahrt nach Neundorf geht auf die Zeit zurück, als das Dorf der Hauptort der Pfarre und des Hofes Neundorf war, der seit 888 urkundlich als Königshof „Nova villa“ bekannt ist. Die Neundorfer Kirche war die Pfarrkirche für das ganze Hofgebiet, einschließlich St.Vith.

Die Kirche entstand als Muttergottes-Kirche, wahrscheinlich an der Stelle eines heidnischen Quellheiligtums. Als Marienkirche erlangte das Gotteshaus schon sehr früh Bedeutung. Am 15. August zogen seit alters her mehrere Prozessionen zu dem wundertätigen Gnadenbild Mariens in der Kirche. Zu Mariä Himmelfahrt waren die Pfarrangehörigen aufgerufen, zu ihrer Pfarrkirche zu pilgern, weiß Klaus-Dieter Klauser. Nicht nur die Pfarrkinder von Neundorf, zu denen St.Vith, Rodt, Emmels, Crombach, Galhausen u. a. gehörten, pilgerten zur Muttergottes, sondern auch diejenigen der benachbarten Pfarren Aldringen, Espeler, Maspelt und Dürler (bis 1955). Es gibt heute sogar noch die „Vegder Poort" (St.Vither Pforte) in der Neundorfer Kirche. Das war die Tür, durch welche die St.Vither Pilger die Kirche betraten. Sie befindet sich an der zum Bahndamm gewandten Seite der Kirche und trägt die Jahreszahl 1496.


70 Jahre Lourdesgrotte von Schönberg
Seit genau 70 Jahren kommen die Menschen zur Lourdesgrotte nach Schönberg. In Schönberg wirkte von 1937 bis zu Beginn des Krieges Pfarrer Franz Darcis, ein großer Marienverehrer. Dennoch war es seiner Mutter, die sich in der Ferienzeit regelmäßig bei ihrem Sohn aufhielt, zu verdanken, dass die Idee aufkam, eine Grotte zu errichten. An Palmsonntag, dem 10. April 1938, wurde nach einem Triduum der Grundstein der Mariengrotte gelegt, wie in der „Chronik Schönberg“ von Josef Kirchens nachzulesen ist. Dank der Mitarbeit vieler fleißiger Helfer, Stifter und Unternehmer konnte die Grotte am 27. September fertig gestellt werden. Wegen des nahenden Winters wurde die neue Wallfahrtsstätte im nachfolgenden Sommer, am 15. August 1939, nur vierzehn Tage vor Kriegsausbruch, offiziell geweiht.

Seitdem haben tausende Gläubige ihren Schritt zu Maria gelenkt und vor der Lourdesgrotte in Schönberg bittend und dankend gebetet. Die Grotte wurde mehr und mehr zu einem Ort der Kraft und der Geborgenheit, und das nicht nur im Marienmonat Mai oder im Rosenkranzmonat Oktober. Viele Menschen erbitten in schweren Situationen Beistand oder danken für Bewahrung.

Dürler
Hinter der Kirche schlängelt sich der Weg hinauf zur Banneux-Kapelle. Musste man früher den Weg über einen beschwerlich zu gehenden Pfad zur Kapelle nehmen, so ermöglicht der am 25. März 2007 eingeweihte Kreuzweg heute einen bequemeren Aufstieg.

Die Anlage von der Pfarrkirche zur Kapelle auf dem Berg war nach der Rodung des Nadelwaldes zwischen beiden Stätten auf Wunsch der Dorfbewohner entstanden. Das Friedhofskomitee übernahm die Initiative und konnte auf die Unterstützung der Gemeinde über das Programm der »Ländlichen Entwicklung« zurückgreifen. Nach getaner Arbeit schlängelt sich jetzt ein mit Feinkies befestigter Fußweg von der Kirche hinauf zur Kapelle. Die vierzehn Kreuzwegstationen sollen die Pilger zum Innehalten und zum Beten anregen.

Am Samstagabend, 15. August, zieht eine Lichterprozession hinauf zur Banneux-Kapelle, wobei die Menschen ihre Anliegen betend und singend der Gottesmutter anvertrauen. Abschließend gibt es den sakramentalen Segen in der Pfarrkirche.

Steffeshausen
Hoch oben, über dem Dorf, liegt die kleine Kapelle am Waldesrand und lädt den vorbeigehenden Wanderer zu einer besinnlichen Pause ein. In liebevoller Arbeit wurde sie vor einigen Jahren restauriert und erfüllt ihren Zweck als Ort der Besinnung. Im Anschluss an die 9,00 Uhr Messe, ziehen die Gläubigen von Steffeshausen und Auel am Maria-Himmelfahrtstag hinauf zur Muttergotteskapelle „Auf dem Berg“, begleitet vom Musikverein.

Reuland
Unter den Klängen des Musikvereins ziehen die Reuländer, Weweler, Stoubacher, Alsterer, Lascheider, Brachter und Maspelter betend und singend durch das malerische Dorf Burg-Reuland, in Begleitung des Allerheiligsten. An der Marienkapelle, kurz vor der Burg wird ein Halt eingelegt und zur Muttergottes in den vielfältigen Anliegen der Zeit gebetet. Schließlich zieht die Prozession weiter, enlang der Burgmauer, hinunter zur St.Stephanus Kirche, wo der abschließende sakramentale Segen erteilt wird.


Lengeler
Die Kapelle wurde in den Jahren 1998 und 1999 in eigener Regie der Dorfbewohner erbaut. Die feierliche Einweihung unter Pfarrer LENZ erfolgte am 20.06.1999. Die Lage der Kapelle, auf einer lichten Anhöhe, unter einer mehr als 100 Jahren alten Eiche, lädt zu einer Besichtigung ein. Hier findet der Besucher einen Ort der Ruhe, wo er einige Augenblicke der Besinnung mit sich selbst und der Mutter Gottes verbringen kann. Jedes Jahr findet im Monat August eine Marienfeier mit anschließender Lichterprozession statt.


Alle Gottesdienste
im Pfarrverband Reuland
auf einen Blick

Samstag, 15. August 2009
Mariä Himmelfahrt
9,00 Uhr: Steffeshausen, hl. Messe, anschließend Prozession
zur Muttergotteskapelle "auf dem Berg"
9,00 Uhr: Oudler, hl. Messe
10,15 Uhr: Reuland, hl. Messe
10,15 Uhr: Bracht, hl. Messe
10,30 Uhr: Thommen, hl. Messe
15,00 Uhr: Oudler: Andacht zu Mariä Himmelfahrt
12,30 Uhr, Aldrinden: Abgang der Pfarrprozession nach Neundorf
20,00 Uhr: Reuland, Sakramentsprozession
20,30 Uhr: Dürler, Sakramentsprozession

Mittwoch, 12. August 2009

Wort Gottes für den Tag - Donnerstag, 13. August 2009

Mose stieg aus den Steppen von Moab hinauf auf den Nebo, den Gipfel des Pisga gegenüber Jericho, und der Herr zeigte ihm das ganze Land. Er zeigte ihm Gilead bis nach Dan hin, ganz Naftali, das Gebiet von Efraim und Manasse, ganz Juda bis zum Mittelmeer, den Negeb und die Jordangegend, den Talgraben von Jericho, der Palmenstadt, bis Zoar. Der Herr sagte zu ihm: Das ist das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob versprochen habe mit dem Schwur: Deinen Nachkommen werde ich es geben. Ich habe es dich mit deinen Augen schauen lassen. Hinüberziehen wirst du nicht. Danach starb Mose, der Knecht des Herrn, dort in Moab, wie es der Herr bestimmt hatte. (Dtn 34,1-5)

Gottes Güte ist unbegrenzt, aber er ist auch konsequent. So hören wir in der Lesung. Er hat Mose nicht in das Land der Verheißung ziehen lassen, als Konsequenz auf das Verhalten der Israeliten in der Wüste. Diese hatten sich von Gott abgewandt, in der Zeit, als Mose auf dem Berg die Gotteserscheinung hatte und sie annahmen, er sei längst gestorben, weil er so lange nicht vom Berg herunterkam. Mose trug für das Volk die Verantwortung und musste nun die Konsequenz für dieses Verhaltens tragen. Er hat Mose nach dem Abfall seines Volkes weiterhin geführt und unterstützt, ihn also nicht fallengelassen. Doch sein Wort hat er wahrgemacht.

Gott verurteilt die Tat, die Sünde, aber er gibt den Menschen nicht auf. Er zeigt uns auf, dass der Sünder auch dann noch unser Bruder bleibt, und setzt alles daran, ihn zurückzugewinnen. Gottes Güte, seine Nachsicht, seine Vergebungsbereitschaft hören niemals auf. Jesus hat dies noch am Kreuz gegenüber dem reumütigen Schächer in die Tat umgesetzt.

Montag, 10. August 2009

Lorenzi gut, einen schönen Herbst verheißen tut.

Am 10. August feiert die Kirche einen, der zu den meist verehrten Heiligen gehört, den Diakon Laurentius. Er ist nicht nur ein großer Heiliger, sondern sein Namenstag ist ein entscheidender Lostag bei den Bauernregeln. Wie das Wetter an St. Lorenzi ist, davon hängt vieles ab ...

Schauen wir zunächst auf seine Person: Die Griechen nennen ihn sogar „Großmärtyrer“. Allein in Rom sind ihm über dreißig Kirchen geweiht. Papst Leo der Große sagte über ihn: „Das Feuer, das in ihm brannte, half ihm, das äußere Feuer des Martyriums zu bestehen.“

Viel Legendarisches rankt sich um sein Leben. Die Legende erzählt: Als Diakon von Rom war Laurentius in Vertretung des Papstes für die Verwaltung des örtlichen Kirchenvermögens und seine Verwendung zu sozialen Zwecken zuständig. Nachdem der römische Kaiser Valerian Papst Sixtus hatte enthaupten lassen, wurde Laurentius aufgefordert, alles Eigentum der Kirche innerhalb von drei Tagen herauszugeben. Laurentius weigerte sich, umging diese Anordnung indem er das Kircheneigentum an die Armen verteilte und sie dem Kaiser als den ‚wahren Reichtum präsentierte‘.

Dieser Affront gegenüber dem römischen Herrscher kostete ihn das Leben. Kaiser Valerian ließ Laurentius mehrfach foltern und dann durch Grillen auf einem eisernen Gitterrost qualvoll hinrichten. 258 fand er den Tod.Im Martyrium zeigte er Größe und Fröhlichkeit, er pries Gott und betete. Seine Gebeine sind in S. Lorenzo beigesetzt, einer der sieben Hauptkirchen Roms.



Gott liebt einen fröhlichen Geber, so lesen wir es in der Epistel, die am Gedenktag des hl. Laurentius im Gottesdienst vorgelesen wird. Diese Eigenschaften trafen in einzigartiger Weise auf den heiligen Laurentius zu. Sein soziales Engagement und seine Zivilcourage haben ihm berühmt und bekannt gemacht. Indem er nach dem Tod Papst Xystus II. den Kirchenbesitz unter den Armen verteilte, auf den es der damalige römische Kaiser abgesehen hatte, erwies Laurenzius sich als wahrer Diakon seiner Kirche.

Die Leichtigkeit, mit der er sein Martyrium ertrug, darf aber wohl eher im Bereich der frommen Legende angesiedelt werden. So soll er auf dem glühenden Rost zu seinen Verfolgern gesagt haben: „Der Braten ist fast fertig gebraten, wendet ihn um und kommt dann zum Essen.“

Was er in seinem Leben reichlich gesät hat, wurde dadurch belohnt, dass sich sein Ruf schnell verbreitete. So gehörte er in kurzer Zeit zu den am meisten verehrten Heiligen der Kirche.






Der St. Laurenzius-Tag
ist in den Bauernregeln ein entscheidender Tag.
Das Wetter sollte schön, sonnig und warm sein:

Lorenzi gut, einen schönen Herbst verheißen tut.

Regnet's am Sankt Laurenztag, gibt es eine große Mäuseplag'.

Sonnenschöner Lorenz - du machst auch den Herbst zum Lenz.

Auf Laurentius Sonnenschein - folgt gutes Jahr und guter Wein;
doch mäßigen Wein gibt's heuer, wenn der Lorenz ohne Feuer.

Der Laurentius steht bei den Bauern in Gnaden,
weil bald die Gewitter nicht mehr schaden.

Sonntag, 9. August 2009

Wer sein Leben retten will wird es verlieren

Johann Schorkops aus Espeler: 68 Jahre im Dienst der Kirche als Organist


Von Lothar Klinges

Mit der Königin der Instrumente ist Johann Schorkops seit 70 Jahren vertraut. „Wenn einer sich freiwillig zum Organistendienst in Espeler meldet, höre ich aber gleich auf, ansonsten mache ich noch gerne weiter“, sagt Johann Schorkops, Ostbelgiens dienstältester Organist, „denn ich habe sehr viel Freude am Gesang und am Orgelspiel.“ Nach so vielen Jahren ist er kaum mehr von der Orgel wegzudenken. Ohne das Orgelspiel würde ihm sicherlich etwas ganz Wichtiges fehlen, räumt er ein. Die Musik hat einen großen Raum in seinem Leben eingenommen.

Wer das Wohnzimmer von Johann Schorkops betritt, merkt sofort, welches sein Lieblingsinstrument ist. An der Wand hängt ein Gemälde von Helmuth Hahn, das die drei Orgeln der Pfarre zeigt und das er zu seinem 60-jährigen Jubiläum als Dankeschön für seine Verlässlichkeit und sein Engagement in den vielen Jahren von der Pfarre überreicht bekam. Daneben hängt der päpstliche Orden „Bene Merenti“, und natürlich steht im Zimmer eine Orgel, an die er übt und sich auf die Gottesdienste vorbereitet.

„Er ist noch fit und solange er noch kann, hilft er gerne aus“, ergänzt seine Frau Goara Berens, mit der er seit 53 Jahren verheiratet ist. Bei ihr fand er für seine Passion und die damit verbundene geringe Freizeit viel Verständnis. „Ich verstehe meinen Einsatz an der Orgel unserer Kirche als einen Dienst an unserer Dorfgemeinschaft“, erklärt der 83-jährige Kirchenmusiker seine Motivation. „Ich freue mich, dass ich mich in meinem Alter noch für unsere Dorfkirche einsetzen kann“.

„Natürlich ist man gebunden“, erklärt Johann Schorkops. Aber mit früher sei dies nicht mehr zu vergleichen, da hätten noch viel mehr Gottesdienste als heute stattgefunden. Jahrzehntelang spielte er die Frühmesse in Espeler, anschließend das Hochamt in der Pfarrkirche Dürler und am Nachmittag, nach der Christenlehre, die Andacht. Er erinnert sich an das 40-stündige-Gebet, als an drei Tagen neben den Gottesdiensten auch noch verschiedene Gebetsstunden, die Vesper und die Komplet an der Orgel begleitet wurden. „Damals war man noch jung und voller Tatendrang, und die Arbeit war mir nie zuviel“, bekräftigt der auch heute noch aktive Sänger im Kirchenchor St. Mathias Dürler-Espeler.

„Meine Finger sind Gottseidank noch immer sehr beweglich“, freut sich Johann Schorkops. „Dafür bin ich dem Herrgott sehr dankbar, der mir die Gesundheit gegeben hat.“ Leider machen die Füße nicht mehr so mit, so dass er auf das Pedalspiel an der Orgel verzichten muss. Aus Gesundheitsgründen möchte er sich aber doch langsam zurückziehen, sagt er. „Das können Sie ruhig schreiben“, meint Johann Schorkops und schaut dabei etwas gedankenverloren in sein Album, das wichtige Etappen seines Kirchendienstes festhält. Und gleich fällt sein Blick auf eine Glückwunschkarte von Bischof Aloys Jousten, der kurz nach seiner Bischofsweihe über die Zeitung von seinem 60. Dienstjubiläum erfuhr. „Das hat mich besonders gefreut, dass der Bischof an mich gedacht hat.“, freut er sich noch heute. „Und dieses Foto hier muss noch eingeklebt werden.“ Es zeigt ihn und die anderen Kirchenbediensteten von Espeler zusammen mit Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz. „Er hat mich gefragt, wie lange ich schon als Organist tätig bin?“

Ein Hauptgedanke bleibt ihm während der vielen Jahre immer vor Augen: „Das Spielen im Gottesdienst macht mir immer viel Freude und hat seinen besonderen Wert, denn es ist ein Dienst an Gott und der Christengemeinde.“ Als Organist möchte er so spielen, dass die Gläubigen gerne mitsingen und so den Gottesdienst zu einem echten Fest werden lassen. Musik sagt eben mehr als tausend Worte. Das ist auch in der Kirche so.

„Als Organist spiele ich alles“, und auch die Umstellung bei der Liturgiereform von den lateinischen Gesängen auf deutsche Lieder „habe ich gut geschafft“. Lieder gehören zum Gottesdienst wie Kerzen oder Blumen. Sie verleihen einer Messe die Festlichkeit. Gerade durch die Lieder können die Menschen den Glauben auf intensive Weise erfahren.