Freitag, 30. Oktober 2009

Wort Gottes für den Tag - Samstag, 30. Oktober 2009

Auf seinem Weg nach Jerusalem zog Jesus von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte. Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er sagte zu ihnen: Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt, dann steht ihr draußen, klopft an die Tür und ruft: Herr, mach uns auf! Er aber wird euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid. (Lk 13,22-25)

Wenn man die Worte von der engen und verschlossenen Tür betrachtet, wird man sie als
Mahnung verstehen. Die Tür ist eng, will sagen, nicht alle Wege dieser Welt führen in die große Lebenshoffnung. Die Tür ist verschlossen: Es gibt Wege, die nicht zum endgültigen Glück der Menschen führen. Wer möchte das angesichts vieler Irrwege dieser Welt leugnen?

Aber auch dann, wenn Menschen Irrwege zum Glück einschlagen, gibt es keine irdische Instanz, die festlegen könnte, wen Gott letzten Endes nicht zu sich herein lässt. Das gehört mit zur großen Hoffnung, dass Gott auch die Verirrten, die Schuldig- gewordenen umwandeln kann zum endgültigen Glück. Deshalb auch die Aufforderung zur Bekehrung: „Bemüht euch mit allen
Kräften!“
Die Aussage bei Lukas: „Denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen“ möchte keine Mutlosigkeit oder gar Resignation bei uns hervorrufen, sondern ist - wie überhaupt die Botschaft Jesu – Aufforderung zur Umkehr und Neuausrichtung zu einem bewussten christlichen Leben.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Der neue Pfarrbrief ist da!

Die Gottesdienstordnung für den Monat November finden Sie Hier

Nicht nur, dass der Monat November mit dem Fest Allerheiligen beginnt, ist ein Grund zur Freude, sondern der ganze Monat ist geprägt von großen Heiligengestalten. Der November hat mehr Wärme und Licht als wir ihm zutrauen. Man muss nur daran glauben. Man muss nur daraus leben. (Gerhard Ebeds)

1.November: Allerheiligen Das Fest Allerheiligen lässt sich als eine Art „Erntedankfest“ verstehen – Dank für die Ernte des Lebens so vieler Menschen vor uns, die wie wir gelebt, ihr Leben genossen, aber auch gekämpft und gelitten haben und die zur Vollendung bei Gott gelangt sind. Wir selbst haben auch schon so einiges in die Erntescheune unseres Lebens eingefahren, sind aber immer noch mitten im Pflügen, Säen und Schwitzen.

Das Fest heute will uns Mut machen, im Blick auf das Ziel neue Kräfte zu sammeln und die Herausforderungen unseres Lebens anzunehmen.

2. November: Allerseelen - Der Gräbergang an diesen Tagen gehört immer noch zu den am meisten gepflegten Traditionen der Christen. Es ist gut, wenn es einen Ort gibt, zu dem ich kommen kann, um mich an Menschen zu erinnern, mit denen ich verbunden war und bin. Je mehr wir bereit sind in betender Weise an jene zu denken, die uns verlassen haben, umso näher werden sie uns sein; umso bereiter werden sie uns schützen und segnen.

11. November: Sankt Martin - Es gibt kaum einen Heiligen, um den sich so viele Legenden und Bräuche ranken, wie um den heiligen Martin. So gehen am Martinstag schon seit Jahrhunderten Kinder und Erwachsene in Umzügen und Prozessionen auf die Straße, um an die bekannte Mantelteilung zu erinnern und zu heischen. Auf diese Weise kann Martin, der Heilige der Nächstenliebe, uns immer wieder daran erinnern, wie wesentlich die Caritas zur Nachfolge Christi gehört.

Als Kirche und als Christen sind wir täglich neu herausgefordert, die frierenden Bettler unserer Tage zu sehen und mit ihnen unseren Soldatenmantel, wie immer dieser auch aussehen mag, zu teilen.

"Indem Martin Gutes tut,
wird er nicht arm,
vielmehr begegnet er Christus selbst.
Er findet im Geben und Teilen den Sinn,
Christus, der seinem Leben Gestalt gibt
und geben wird."
Gebhard Fürst (Bischof von Rottenburg)



19. November: Hl. Elisabeth von Thüringen
- Eine Legende über die heilige Elisabeth besagt, dass sie ihre landgräfliche Krone abgesetzt und vor den Gekreuzigten gelegt habe. Christus ist ihr König, dem sie ihr ganzes Leben anvertrauen möchte. Und so teilt Elisabeth in Überfülle von den Fähigkeiten aus, die sie von Gott geschenkt bekommen hat.

Am Festtag der heiligen Elisabeth werden wir uns neu bewusst: Der Herrgott hat mich als Rose gedacht: er will, dass ich blühe.Immer wenn wir unsere Berufung leben, sagen die Menschen: Gott ist noch da, er hat sich nicht von den Menschen zurückgezogen.



22. November: Christkönigssonntag
- Wir feiern den letzten Sonntag im Kirchenjahr, den Christkönigssonntag. Mit Königen und Königinnen verbinden wir immer noch Reichtum, Ansehen und Interesse der Medien. Die ungeheuere Machtfülle, die die Herrscher in den vergangenen Jahrhunderten noch ausgezeichnet hat, ist ihnen allerdings inzwischen vielfach abhanden gekommen. Dennoch übertragen wir vielleicht manche Vorstellung oder Informationen über die Königshäuser unserer Tage auf Jesus Christus als König: Er ist prächtig gekleidet, von vielen Höflingen umgeben, ihm mangelt es an nichts. Doch das ist nicht seine Vorstellung, auch wenn sich Jesus Christus selbst als König bezeichnet hat. Dies zeigt auch das Evangelium des Tages (Joh 18,33-37).

29. November: 1. Adventssontag - Ein Stern geht auf! Nehmen wir uns in diesen Wochen vor Weihnachten doch die Zeit im Gebet, in der Stille und im Gespräch die Ankunft des Erlösers zu erwarten. Bleibt wach. Seid wachsam. Viermal kommt das Wort vom Wachsein heute im Evangelium des 1. Adventssonntages vor. Auch im Adventslied taucht es in diesen Tagen auf: „Wachet auf, ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem.“ Die Wachsamkeit ist eine Tugend, die es vor allem in der Adventszeit anzustreben gilt.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Wort Gottes für den Tag - Donnerstag, 29. Oktober 2009

Jesus aber sprach: Wem gleicht das Reich Gottes, und womit soll ich's vergleichen? Es gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinen Garten säte; und es wuchs und wurde ein Baum, und die Vögel des Himmels wohnten in seinen Zweigen.

Jetzt im Herbst sehen wir sie überall: Eine Frucht, die durch ihre leuchtende Farbe beeindruckt, aber auch durch ihre Größe. Ich meine den Kürbis. Dabei hat auch er einmal ganz klein angefangen. Der Kürbis zählt wohl zu den auffälligsten Früchten, die wir in dieser Erntezeit genießen dürfen.

Wenn Gott aus einfachen Samenkörnern (siehe oben das Senfkorn) und hier der Kürbis so Großes wachsen lässt, was kann er dann nicht alles mit uns anfangen? Wir können seinen Plänen für unsere Lebenswege hoffnungsvoll vertrauen. Er wird Talente noch dort entdecken, wo wir Schwächen vermuten.

Das ist doch wirklich eine Frohe Botschaft, die uns heute motivieren kann, Neues auszuprobieren und optimistisch in die Zukunft zu sehen.

Was Gott sonst noch so alles wachsen ließ in diesem Sommer,
das schauen Sie sich einmal Hier an

Dienstag, 27. Oktober 2009

Wenn Kinder trauern

Kinder sind offen. Sie sind neugierig. Sie fragen nach allem. Die wohl am schwersten zu beantwortenden Kinderfragen sind die über den Tod. Und gerade diese lösen bei den Erwachsenen Befangenheit aus. Wie sollen sie das erklären, was sie selbst nicht verstehen? Wie Kindern beistehen, wenn sie selbst unsicher sind im Umgang mit Tod und Trauer? Das Werkblatt der Katholischen Landvolkbewegung Deutschlands „Wenn Kinder trauern“ will Eltern Sicherheit, Mut und konkrete Tipps geben, mit Tod und Trauer so umzugehen, dass sie den Verlust für sich und gemeinsam mit ihren Kindern aushalten. Norbert Kugler, Leiter der Kontaktstelle Trauerbegleitung der Diözese Augsburg hat in Zusammenarbeit mit dem „Bunten Kreis“ Augsburg, Kontaktstelle für trauernde Eltern und Geschwister, diese Hilfe geschrieben für alle, die mit ihren Kindern um den Verlust eines geliebten Menschen trauern. Die Broschüre kann online bestellt werden unter http://www.werkblaetter.de oder telefonisch unter Tel. 02224/71031.


Zehn Verhaltenshilfen für Eltern im Umgang mit trauernden Kindern

1. Geben Sie Kindern die Chance zu lernen, wie man trauert.
Zeigen Sie Ihre Trauer. Überspielen Sie nichts. Geben Sie ihren Kindern die Möglichkeit, Trauer an anderen und die eigene Trauer zu erleben.

2. Lassen Sie Kinder auch über die kleinen Verluste im Leben trauern.
Die Katze stirbt, ein Freund zieht in eine andere Stadt, das Lieblingsstofftier ging verloren. Das sind Gelegenheiten für Kinder, das Abschiednehmen zu lernen.

3. Informieren Sie Kinder über Todesfälle im Umfeld.
Wenn Kinder nur die Verhaltensänderung der Erwachsenen wahrnehmen, aber keine Erklärung dafür bekommen, entwickeln sie eigene Fantasien.

4. Vermitteln Sie Kindern die Endgültigkeit des Todes.
Umschreibende, verharmlosende Bezeichnungen des Todes nähren nur Hoffnungen, die zwangsläufig zu Enttäuschungen führen.

5. Geben Sie Kindern Gelegenheit zum Abschied nehmen. Kinder nehmen keinerlei Schaden, wenn sie den Toten/die Tote sehen, sie/ihn berühren, sich verabschieden, im Gegenteil: Kleine Kinder sind sehr unbefangen, für größere ist ebenso wichtig wie für Erwachsene, den Tod zu begreifen. Nehmen Sie die Kinder mit zu allen Trauer-
feierlichkeiten, schließen Sie sie nicht aus.

6. Geben Sie dem Kind Gelegenheit, mit seinen Gefühlen umzugehen.
Vermitteln Sie dem Kind, dass es mit allen seinen Fragen kommen kann. Nehmen Sie sich Zeit, wenn es weint oder Angst hat. Sprechen, weinen, malen, lesen, basteln Sie mit ihm.

7. Geben Sie dem Kind die Sicherheit, dass Sie für Ihr Kind noch lange da sind.
Der Verlust einer geliebten Person weckt in Kindern die Angst, auch andere könnten plötzlich sterben. Versichern Sie, dass Sie noch lange leben werden - aber auch, dass alle Menschen irgendwann sterben müssen.

8. Kinder sollten wissen: Auch Kinder können sterben.
Aber machen Sie deutlich, dass das selten passiert: zum Beispiel bei sehr schweren Krankheiten oder bei Unfällen.

9. Ermuntern Sie Kinder, ihre Gefühle zu zeigen.
Kinder schonen ihre Eltern oft, weil sie nicht wollen, dass diese noch trauriger werden. Sie weinen heimlich oder nehmen vor der traurigen Stimmung zuhause Reißaus.

10. Seien Sie ehrlich.
Kinder brauchen die Sicherheit, dass ihre Fragen ehrlich beantwortet werden.

Norbert Kugler aus: Wenn Kinder trauern. Werkblatt der Katholischen Landvolkbewegung Deutschlands, 6/2003. www.werkblaetter.de

Sonntag, 25. Oktober 2009

Erste umfassende Biografie von Freddy Derwahl über Pater Anselm Grün erschienen

Wer ist Pater Anselm Grün wirklich?

Von Lothar Klinges

Wer in Ostbelgien kennt nicht Pater Anselm Grün, Benediktinermönch und einer der bedeutendsten christlichen Schriftsteller der Gegenwart. Von vielen fast wie ein „Popstar in Mönchskutte“ verehrt.

Viele seiner 300 Bücher mit einer weltweiten Auflage von 14 Millionen (in 32 Sprachen) liegen auch auf ostbelgischen Tischen und werden immer wieder gerne gelesen. Vor einigen Jahren war er auf Einladung des Landfrauenverbandes „Frauen in Bewegung“ im Pfarrheim Weywertz und im Elsenborner Kulturzentrum „Herzebösch“, das aus allen Nähten zu platzen drohte.

Am 14. Januar 2010 wird der populäre Zeitgenosse 65 Jahre alt. Obschon Anselm Grün seit Jahrzehnten im Licht der Öffentlichkeit steht, weiß man über die Privatperson eher wenig. Diese Lücke schließt Freddy Derwahl mit der ersten ausführlichen Biografie „Anselm Grün. Sein Leben“, die anlässlich des 65. Geburtstages erscheint.

Sie erzählt auf mitreißende Weise das Leben des Benediktinermönchs aus Münsterschwarzach in der Nähe von Würzburg, von seiner Kindheit in einem Münchener Vorort, von der Suche nach Gott, die ihn sein Leben lang begleitet, um die Atmosphäre im Kloster bis zu seinem Wirken als weltbekannter Autor. Dem Autor ist wahrhaftig nichts Wichtiges verborgen geblieben.

„Es soll aber keine Lobeshymne werden“, sagte das bald 65-jährige Geburtstagskind seinem Gesprächspartner Freddy Derwahl, der am Fest Mariä Lichtmess, am 2. Februar dieses Jahres, mit dem Schreiben der Biografie begann. Pater Anselm Grün kannte die Bücher des Eupener Autors über Papst Benedikt XVI. und Hans Küng sowie die „Eremiten“. Deshalb hatte er ihn als Autor vorgeschlagen. Auf der Grundlage vieler Gespräche, die der Biograf mit Personen aus dem nahen Umfeld Grüns führte, erlebt der Leser den Menschen Anselm hautnah. Täglich führte

Als ein nachhaltiges Erlebnis für den Autor war die Begegnung mit Anselms Schwester, der Schriftstellerin Linda Jarosch. „Sie machte nach all den Kontakten und Recherchen den Blick frei auf einen neuen Anselm.“, schreibt Freddy Derwahl, der stets „tiefere Facetten einer Lebensgeschichte entdeckte, die stark und schön ist.“ Es ist ihm nichts Wichtiges verborgen geblieben.

So ist ein fundiertes, lebensnahes und authentisches Buch über einen geistlichen Schriftsteller entstanden, das in hervorragender Weise die geistlichen Wurzeln seiner Spiritualität erschließt. Ob Karl Rahner, C.G. Jung oder der Trappistenmönch Thomas Merton – es waren vielfach Querdenker, die den Benediktiner auf seiner Suche nach der ureigenen Sendung inspirierten. Der Autor zeichnet nicht nur den Lebensweg Anselm Grüns nach, sondern ergründet das gesamte Umfeld. Auch die Einsamkeit und die Stundengebete in der Abteikirche, die Krypta, die Klausur und der Kreuzgang und vieles mehr hat er auf sich wirken lassen.

Das dabei gewonnene Profil wird für den einen oder anderen
Leser sicherlich ein ungewohntes Licht auf den geschätzten Mönch werfen, aber dadurch kommt eine echte Begegnung mit seiner Persönlichkeit zustande. Die Biografie will keine „Erfolgsstory" sein, sondern die sehr private Geschichte des Paters aufzeigen, mit seiner Berufungsgeschichte, die von vielen Zweifeln und von Durchhalten geprägt war und den außergewöhnlichen Menschen hinter dem Mönch durchscheinen lassen, der als Cellerar, als Verwalter der Großabtei, dafür verantwortlich ist, dass die 90 Mönche und rund 250 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht von der Hand in den Mund leben. Freddy Derwahl ein- bis zweistündige Begegnungen mit dem Pater in einem Sprechzimmer des Gästehauses der Abtei. Das Frage- und Antwortspiel mit dem verschwiegenen Mönch musste Freddy Derwahl noch erlernen, denn „Anselm ist ein scheuer Mensch, er blinzelt lieber mit den Augen, als lange Erläuterungen zu verbreiten.“ Dennoch ist es ihm gelungen, einem öffentlich zwar sehr bekannten, aber dennoch äußerst bescheidenen Mönch nahezukommen.

Aus den wochenlangen Begegnungen und
„Nachtgesprächen“ bei den langen Autobahnfahrten mit seinem „klapprigen Golf“ zu seinen Vorträgen entwickelte sich ein nahezu vertrauliches Verhältnis, das von großem Respekt und Sympathie getragen ist. Anselm Grün überließ ihm eine Kiste mit persönlichen Briefen und Notizen. „Das empfand ich als besonderen Vertrauensbeweis“, schreibt Freddy Derwahl zur Entstehungsgeschichte des Buches.