Samstag, 28. November 2009

Seid wachsam, denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde, wenn der Herr kommt

In der Liebe wachsen und reich werden - Wort Gottes für den 1. Adventsonntag, 29. November 2009

Der Herr lasse euch wachsen und reich werden in der Liebe zueinander und zu allen, wie auch wir euch lieben, damit euer Herz gefestigt wird und ihr ohne Tadel seid, geheiligt vor Gott, unserem Vater, wenn Jesus, unser Herr, mit allen seinen Heiligen kommt. Im Übrigen, Brüder, bitten und ermahnen wir euch im Namen Jesu, des Herrn: Ihr habt von uns gelernt, wie ihr leben müsst, um Gott zu gefallen, und ihr lebt auch so; werdet darin noch vollkommener! Ihr wisst ja, welche Ermahnungen wir euch im Auftrag Jesu, des Herrn, gegeben haben. (1 Tess 3,12-4,2)

Wenn an den Adventsonntagen eine Kerze nach der anderen angezündet wird und es von Woche zu Woche in den Wohnungen heller wird, dann soll in den Menschen die Vorfreude auf die Ankunft Jesu Christi wachsen. Der Adventkranz, aus grünen Zweigen gesteckt oder geflochten, und mit Kerzen und Bändern geschmückt, will uns den Sinn der Adventszeit erschließen helfen.

Die grünen Zweige sind ein Symbol für Leben - gerade in einer Jahreszeit, wo alles abstirbt, den Winterschlaf hält. Dieser Kranz besteht aus vielen Zweigen. Diese Zweige sind zum Kranz gewunden: der Kranz steht für die Christengemeinde, für unsere Kirche. Er symbolisiert : Jeder und jede von uns ist in der Gemeinde ist ein Zweig am Kranz. Wir sind der Kranz, der das Licht hochhalten muss: das Licht der Botschaft Jesu - der Botschaft von Befreiung, Erlösung und Hoffnung. Und gleichzeitig drückt die runde Form aus, dass es um Vollendung geht. Denn jeder Kreis vermittelt Unendlichkeit, Ewigkeit.

In dem Text aus dem Brief des Apostels Paulus an die Tessalonicher hörten wir, wie er sich das Warten seiner Gemeinde auf das Kommen Christi vorstellt: Sie sollen wachsen und reich werden in der Liebe zueinander, damit sie ohne Tadel sind, wenn der Herr kommt. Damit unterscheidet er sich sehr deutlich von den Versuchen unserer Konsumgesellschaft das Weihnachtsfest ausschließlich mit dem gegenseitigen Austausch von Geschenken in Verbindung zu bringen.

Den Christen seiner Gemeinde kann Paulus dabei ein gutes Zeugnis ausstellen. Sie haben von ihm viel gelernt, was zum Leben im Advent gehört. Sie sollen aber mit dem erreichten Stand nicht zufrieden sein. „Werdet darin noch vollkommener“ sagt er!

Das wäre doch auch für uns eine gute Möglichkeit der Vorbereitung auf Weihnachten. Im Advent da fragen wir uns manchmal, was wir dem einen oder anderen zu Weihnachten schenken sollen. Warum sparen wir uns nicht das Geld für teuere Geschenke, oder führen das gesparte Geld einem guten Zweck zu und wenden uns stattdessen unseren Mitmenschen mehr auf der Gefühlsebene zu?

In der Familie oder in unserem Lebensumfeld gibt es viele Möglichkeiten diesen Vorschlag umzusetzen. Wir selbst wachsen in der Liebe und der Familie oder unseren Freunden und Bekannten, Arbeiskollegen ... tut es gut, wenn statt teueren Geschenken mehr Liebe, mehr Friede herrscht. Auch die Kinder können sich daran beteiligen. Sie selber wünschen sich ja so vieles und bekommen es auch. Aber wie ist es mit der Liebe untereinander bestellt? In der Schule wird gestritten und gezankt wegen Kleinigkeiten. Da werden Kinder ausgegrenzt und ausgelacht, wenn sie nicht alles haben, was andere haben. Alle diese scheinbar kleinen Dinge sind große Hindernisse auf dem Weg nach Weihnachten.

Wer aufmerksam die liturgischen Texte der Adventszeit hört, merkt dass da noch von einem anderen Advent die Rede ist. Es geht um die Ankunft Christi zum Ende der Welt. Dazu kann man ähnliches sagen, wie zur jährlichen Adventszeit: Unser ganzes Leben soll geprägt sein von der Gewissheit, dass wir Gott einmal von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen. Das Evangelium malt dieses Ereignis mit großartigen, aber auch furchtbaren, angsterregenden Bildern aus:

Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen. Nehmt euch in Acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, so wie man in eine Falle gerät; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen. Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt. (Lk 21,25-28.34-36)

Für Christen bedeutet das: Jeder Tag unseres Lebens ist eigentlich Advent. Jeder neue Tag gibt uns die Möglichkeit als Mensch zu wachsen und zu reifen. Und wenn solche Dinge dann geschehen brauchen wir keine Angst zu haben, sondern können uns sagen: Der Herr wird nun kommen, um all das zu vollenden, was ich selbst nur Bruchstückhaft und unvollendet angefangen habe.

So verweist uns der jährlich wiederkehrende Advent zurück in den Alltag. Adventskranz und Kerzen sind mehr als nur ein Hinweis auf Weihnachten. Sie weisen uns zusätzlich darauf hin, dass wir immer im Advent leben, und deshalb ist der Alltag, jeder Tag unseres Lebens ein Tag wie im Advent.


Freitag, 27. November 2009

Wir beginnen ein neues Kirchenjahr

Das Kirchenjahr beschreibt den Kreislauf der Feste in einem Jahr. Anders als das bürgerliche Kalenderjahr, welches mit dem 1. Januar beginnt und mit dem 31. Dezember endet, beginnt das Kirchenjahr mit dem 1. Adventssonntag (erster Sonntag nach dem 26. November) und endet mit dem Christkönigssonntag.


Während eines Jahres entfaltet das Kirchenjahr das Leben Jesu von der Geburt bis zu seiner Himmelfahrt. Nach dem Fest Christi-Himmelfahrt spiegelt das Kirchenjahr in den vielen kirchlichen Festen das Leben der Christengemeinde wieder, die sich seit Pfingsten gebildet hat. Da feiern wir dann Kirchweihfest oder Erstkommunion, Firmung oder Erntedankfest um schließlich am Christkönigssonntag anzukommen, wo wir Christus als unseren König verehren, der wiederkommen wird um die Heilszeit zu vollenden die mit seiner Geburt an Weihnachten angebrochen ist und die mit seiner Wiederkunft ihren Abschluss findet.


Das Kirchenjahr
wird in 3 "Festkreise" eingeteilt:


1. Weihnachtsfestkreis

2. Osterfestkreis

3. Die Zeit im Jahreskreis


Der Weihnachts-
festkreis
beginnt mit dem 1. Adventssonntag und endet mit dem Fest der Taufe des Herrn. Das Wort Advent geht auf das lateinische „ad-ventus“ zurück, das übersetzt „Ankunft“ heißt und auf die Geburt Christi hinweist. Erst seit 1570 setzte sich der römische Brauch durch, den Advent am vierten Sonntag vor dem Weihnachtsfest zu beginnen. Während dieser vier Wochen bereiten die Christen sich auf das freudige Fest der Geburt Jesu vor. Die Kirche bezeichnet den Advent daher als eine Zeit „freudiger Erwartung“. Bis vor wenigen Jahrzehnten wurde während dieser Zeit gefastet, nicht getanzt und nicht geheiratet. Auch heute noch kann es sinnvoll sein, die Adventszeit persönlich zu einer Zeit der Einkehr und Umkehr zu gestalten. Dass die Adventszeit eine Bußzeit ist erkennen wir auch daran, dass die liturgischen Gewänder violett sind.

Die Adventssonntage haben je ihr eigenes liturgisches Gepräge:

* der 1. Adventssonntag bedenkt die Wiederkunft Christi am Jüngsten Tag,
* der 2. Adventssonntag dient der Vorbereitung auf den kommenden Erlöser,
* der 3. Adventssonntag stellt die Gestalt Johannes des Täufers in den Mittelpunkt,
* der 4. Adventssonntag ist geprägt von der wnahenden Freude, er ist in der katholischen Kirche Maria gewidmet.

Am 25. Dezember feiern wir das Weihnachtsfest. Das Fest schlechthin, das wir stimmungsvoll begehen wie kein zweites im Laufe des Jahres, das wir vorbereiten wie kein zweites im Laufe des Jahres ... Weihnachten, das Fest, dessen wesentlicher Inhalt Gefahr läuft, in Bergen von Geschenkpapier unterzugehen.

Wir feiern den Geburtstag Jesu von Nazaret, den Eintritt Gottes in die Welt der Menschen. Das Weihnachtsfest spricht ja in besonderer Weise Herz und Gemüt an. Um so erstaunter sind wir vielleicht über die nüchternen Begriffe des Weihnachts-
evangeliums: „Und das Wort ist Fleisch geworden“. So lautet der zentrale Satz des heutigen Evangeliums, mit dem Johannes das
Geheimnis der Menschwerdung Christi beschreibt. Und in der zweiten Lesung aus dem Hebräerbrief heißt es: „Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten.“ Auf vielerlei Weise hat Gott sich den Menschen mitgeteilt. Dieses immer wieder auf uns Menschen zugehen, ist eine grundlegende Charaktereigenschaft Gottes. Heute nun ist er auf uns zugegangen, indem er als Kind auf die Welt kam.


Am bürgerlichen Neujahrstag gedenkt die Kirche der Beschneidung des Herrn und damit auch seiner Namensgebung. Die Kirche Roms beging an diesem Tag ein Marienfest. Auch heute noch feiern wir die Gottesmutterschaft Mariens.

Das Epiphaniefest ist das älteste Fest der Kirche, das kalendarisch festgelegt war, es wurde schon um 300 im Osten gefeiert, wobei es regional unterschiedliche Schwerpunkte in der Feier gab. Das Fest ist nicht eigentlich das Fest der „Heiligen Drei Könige“, wie es im Volksmund heißt, sondern das Fest des Kindes in der Krippe, das in dieser Welt erschienen ist: „Epiphanie“ bedeutet „Erscheinung“. Christus erscheint nun nicht nur den Juden, sonden den Heiden = der Rest der Welt.

Mit dem Fest der Taufe Jesu am Jordan, das am Sonntag nach Epiphanie gefeiert wird, schließt der Weihnachtsfestkreis. Vor ein paar Tagen haben wir Jesus in der Krippe besungen, und in den heutigen liturgischen Texten ist er den Kinderschuhen schon endgültig entwachsen. Jesus tritt in die Öffentlichkeit. Zu Johannes dem Täufer, der am Jordan angesichts des kommenden Gottesgerichts Umkehr predigt und zur Bußtaufe aufruft, kommt Jesus, um sich taufen zu lassen. Als er aus dem Wasser steigt, sieht er den Himmel geöffnet und den Heiligen Geist in Taubengestalt herabkommen. Zugleich hört er Gottes Stimme vom Himmel, der ihn als seinen geliebten Sohn proklamiert.

Für Jesus beginnt nun ein neuer Abschnitt seines Lebens. Nachdem er sich von seiner Familie in Nazaret abgenabelt hat wird er, nachdem er 40 Tage in der Wüste gefastet hat und vom Teufel dreimal versucht wurde, seine ersten Jünger berufen.

Donnerstag, 26. November 2009

Gottes Spuren in der Natur entdecken

„Ich weiss, dass ich nichts weiss“, bekannte einst der griechiche Denker Platon. Und vom heiligen Apostel Paulus kennen wir sein freimütiges Bekenntnis: „Soviel ich auch darüber nachdenke, ich vermag den Grund nicht zu erkennen; ich vermag Gottes Geist nicht zu begreifen.“

Und wir? Geht es uns nicht genau so? Wie oft im Leben bleibt uns nichts anders übrig, als zu staunen, weil wir nicht begreifen und nur staunen können, angesichts der Zusammenhänge iin der Natur. Wir begreifen schon, was da vor sich geht, aber immer wieder müssen wir bekennen: „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ Ich weiß, dass, wenn ich ein Geheimnis gelüftet habe, sich dahinter ein neues versteckt und darauf wartet von uns Menschen erforscht zu werden.

Im Buch der Weisheit wird uns gesagt: „Töricht waren von Natur alle Menschen, denen die Gotteserkenntnis fehlte. Sie hatten die Welt in ihrer Vollkommenheit vor Augen, ohne den wahrhaft Seienden erkennen zu können. Beim Anblick der Werke erkannten sie den Meister nicht, sondern hielten das Feuer, den Wind, die flüchtige Luft, den Kreis der Gestirne, die gewaltige Flut oder die Himmelsleuchten für weltbeherrschende Götter.“ (Weish 13,1-2)

Ja, so ist es noch heute. Nicht jeder Mensch kann oder will Gottes Wirken in der Natur erkennen. Das Problem ist so alt wie die Menschen. Jahrhunderte lang haben Menschen versucht, Gottes Existenz - oder auch seine Nicht-Existenz zu beweisen.

Sie haben nicht viel Erfolg damit gehabt! Zumindest gelten alle Gottesbeweise heute als widerlegt. Und Wissenschaftler können keine Experimente angeben, mit denen Gottes Existenz oder Gottes Nicht-Existenz nachgewisesen werden könnte!

Die Frage nach Beweisen ist aber eine sehr wichtige Frage! Denn, wir Menschen wollen Gewißheit! Viele von uns leben heute mit einer großen Skepsis gegenüber dem traditionellen Glauben. Sie sagen: "Angesichts der wissenschaftlichen Ergebnisse kann ich nicht mehr glauben!"

Auch ich kann und will Gott nicht beweisen, aber ich kann und möchte auf die Möglichkeit hinweisen zumindest seine Handschrift zu erkennen, oder seine Spuren zu entdecken, indem wir die Schönheit und die manchmal fast unglaublichen Zusammenhänge in der Natur entdecken.

Es braucht für diese Art Gotteserfahrung allerdings Achtsamkeit und Langsamkeit. Und es braucht das Überschreiten einer Schwelle. Ich muss still werden, den Atem anhalten, mir Zeit nehmen, denn Ich kann Gott nicht im Vorbeigehen erfahren. Ich muss sozusagen in den Raum des Heiligen hineinschreiten. Dort kann ich Gott zwar nicht mit den Händen greifen und nicht mit den Augen sehen. Aber es können sich in meiner Seele Räume öffnen, die mich zum Staunen bringen und mir ein Gespür für Gott ermöglichen. Diese Erkenntnis führt mich dann zur Dankbarkei und zum Loben.

Die Natur kann für uns zum Evangelium werden. Zu einem Buch, das von Gott erzählt. Denn, wie wir aus dem Buch der Weisheit hörten: »von der Größe und Schönheit der Geschöpfe läßt sich auf ihren Schöpfer schließen« (Weish 13,5). Aber diese Fähigkeit zum Betrachten und Kennenlernen, dieses Entdecken einer transzendenten Präsenz in der Schöpfung muß uns auch zum Wiederentdecken unserer geschwisterlichen Beziehung zur Erde führen, mit der wir seit unserer Geburt verbunden sind.

Die Erde ist uns Menschen, anvertraut. Nicht nur, damit wir sie bebauen und unseren Lebensunterhalt sichern, sonderen damit wir sie für spätere Generationen bewahren und nicht zuletzt, damit wir auch in Zukunft in der Schönheit der Natur Gottes Wirken und Gottes Spuren entdecken können.

Mittwoch, 25. November 2009

Wollt auch ihr gehen? Wort Gottes für den Tag. Donnerstag, 26. November 2009

Viele seiner Jünger, die ihm zuhörten, sagten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?

Jesus erkannte, dass seine Jünger darüber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß? Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war? Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben.
Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde. Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist. Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher.

Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen? Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes. (Joh 6,60-68)


Im Evangelium stellt Jesus seine Jünger vor die Entscheidung: „wollt auch ihr gehen?“
Er Lässt den Gefragten die Freiheit der Entscheidung: Ihr könnt bleiben, ihr könnt gehen. Gott zwingt sich nicht auf, biedert sich nicht an, vergewaltigt nicht. Er will nicht Sklaven, sondern Liebende, er ist in Wahrheit der Gott der Freiheit und der Freien: "Für wen wollt ihr euch entscheiden?" - "wollt auch ihr gehen?"

Aber er fordert eine klare Entscheidung: Entweder für Jesus oder gegen ihn. Wer sich entscheidet, muss sich ganz entscheiden, denn unser Gott duldet keine anderen Götter neben sich, er teilt seine Herrschaft nicht, es gibt keine Koexistenz: "Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich" (Mt 12, 30). Diese Entscheidung hat Konsequenzen: Wer sich für Gott entscheidet, muss das Tischtuch zu den anderen Göttern zerschneiden.

Bevor Gott diese Entscheidung fordert, gibt er sich zu erkennen als der Mächtige, als den, der sich auf die Seite des Menschen stellt, der für den Menschen da ist. Die Jünger müssten es eigentlich wissen. Bei ihnen dürfte keine Diskussion aufkommen. Sie sind doch oft genug Zeuge geworden, von Jesu Heilshandeln an den Menschen. Den blinden Bartimäus hat er auf dessen Bitte hin geheilt, die Sünderin hat er vor der Steinigung bewahrt und ihr die Sünden vergeben, die Schwiegermutter des Petrus hat er geheilt und, und, und.

Jesus hat vor den Augen der Jüinger Zeichen gewirkt. Er hat sich erwiesen als der, der rettet, er hat sich erfahren lassen als der Mächtige und Treue, er hat in die Geschichte hereingesprochen und in ihr machtvoll gewirkt. Diesem Gott können wir also unser Vertrauen schenken.

Die Jünger Jesu - allen voran Simon Petrus - fällen ihre Entscheidung für Christus aufgrund ihrer Erfahrung: „Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir haben geglaubt und erkannt: du bist der Heilige Gottes.“ Und dann, ein weiteres Argument: Natürlich können sie gehen, aber wohin dann? Wo wäre zu diesem Christus, der Worte des Lebens spricht und Taten der Erbarmung setzt, eine Alternative?

Etwa bei den Pharisäern, die den Geist erstickt haben in Paragraphen und kleinlichen Vorschriften, die keinen Raum mehr lassen für Initiative und Freiheit? Die Jünger haben erkannt: Es gibt keine Alternative zu dieser Botschaft, die ihnen jesus verkündet hat.

Für wen wollt ihr euch entscheiden - wollt auch ihr gehen?

Diese Frage steht fordernd im Raum. "Viele von seinen Jüngern verließen ihn und begleiteten ihn nicht mehr." Was damals geschah, geschieht heute in einer Weise, die uns beängstigt. Wohin gehen sie? Welche Götter locken sie? Ein Leben in Ungebundenheit und Freiheit? Es erweist sich allzu schnell als ein Leben in Leere und Sinnlosigkeit. Aber wir haben nicht nach den anderen und ihren Gründen zu fragen, sondern nach uns. Wollen auch wir gehen? Aber wohin? Kennen wir eine echte Alternative zu diesem Jesus und zu seiner Botschaft vom Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens?

Wohin wollen wir gehen, wenn wir Christus preisgeben? Es gibt keine Alternative zu dem, der für uns gestorben ist. Deshalb wandeln wir die Frage: „wollt auch ihr gehen?“ in die Bitte: „Herr, bleibe bei uns!“

Montag, 23. November 2009

Weihnachtsbaum aus Spa unterwegs zum Vatikan

Im Beisein vieler Reporter der verschiedensten Zeitungen und der RTBF und BRF Radio- und Fernsehanstalten sowie der Forstverwaltung und Vertreter der Wallonischen Region wurde die 30 m hohe Fichte gefällt, die demnächst als Weihnachtsbaum den Petersplatz schmücken soll.

(Fotos Lothar Klinges)

Zur Geschichte

Die wallonische Export- und Auslands-Investitionsbehörde Awex hatte die Tanne aus der Gegend von Spa in den belgischen Ardennen an den Vatikan vermittelt. Seit Papst Johannes Paul II ist es üblich, dass der Weihnachtsbaum auf dem Platz vor dem Petersdom aus einer europäischen Region stammt.


Am 23. November war es nun soweit

Die rund 30 Meter hohe Fichte wurde im strömenden Regen und bei starkem Wind geschlagen. Ein 70 Meter hoher Kran hob sie anschließend auf einen Tieflader. Nachdem die Äste in Netze verpackt wurden, brach der Transport nach Rom auf. Nach rund 1.500 Kilometern Fahrt wird der Baum spätestens am 4. Dezember von den technischen Diensten des Vatikan in Empfang genommen und dann für die Weihnachtsfeierlichkeiten vorbereitet.

Wegen des starken Regens und extremen Windböen, die in verschiedenen Landesteilen Belgiens für Schäden sorgten, musste das Schlagen des nach Schätzungen bis zu 14 Tonnen schweren Baumes um rund eine Stunde verschoben werden. Die Fällarbeiten gestalteten sich vor allem wegen der Witterungsverhältnisse schwierig.

Offizielle Übergabe am 18. Dezember

Die offizielle Übergabe der vermutlich rund 90 Jahre alten Fichte ist für den 18. Dezember geplant. Es ist das erste Mal, dass der Weihnachtsbaum für den Papst aus Belgien kommt. Seit Johannes Paul II. 1982 die Tradition eines Weihnachtsbaums auf dem Petersplatz einführte, wurde noch nie ein Baum über eine so weite Strecke transportiert.

Am Sonntag hatten laut belgischen Medienberichten mehrere Dutzend Demonstranten gegen das Geschenk der wallonischen Exportförder-
organisation AWEX protestiert. Sie kritisierten, mit den Kosten in Höhe von 30.000 Euro hätte Bedürftigen geholfen werden können. Die AWEX wies die Kritik zurück. Das enorme Medieninteresse wecke das Interesse an der belgischen Region und helfe damit der Wirtschaft des Landesteils. Mehrere Kamerateams und Fotografen aus Belgien, Deutschland und Italien verfolgten die Baumfällaktion.

Als Weihnachtsbaum besonders geeignet

Nach AWEX-Angaben wurde der Baum gewählt, weil er als Solitär in einer Umgebung von Laubbäumen ungehindert und mit bis zum Boden reichenden Ästen gleichmäßig wachsen konnte. Nach Abschluss der Weihnachtsfeierlichkeiten wird das Holz des Baumes wiederverwendet: Es soll zu Spielzeug verarbeitet werden. Vorgesorgt haben die Organisatoren auch für die Möglichkeit eines Zwischenfalls auf dem Weg nach Rom. Zur Sicherheit wird außer dem Baum für den Petersplatz eine etwas kleinere Fichte gefällt, die im Notfall als Ersatz dienen könnte. © KNA




NACHGEFRAGT

Interwiew mit Bischof Aloys Jousten (Lüttich)
(von Lothar Klinges)

Es ist für Sie ein besonderes Erlebnis, dass der diesjährige Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz aus Ihrem Bistum kommt. Warum?

Die Meldung war zunächst eine Überraschung, da wir nicht unmittelbar betroffen waren, und die Initiative von der AWEX kam. Natürlich freue ich mich, dass ein Weihnachtsbaum aus der Provinz Lüttich den Weg nach Rom antritt – waagegerecht – und dort auf dem Petersplatz seine Pracht – senkrecht – entfalten wird. Der Baum ist ein Gruß der Wallonischen Region, also kein rein katholischer Gruß. Aber ich bin froh, dass die AWEX sich darauf eingelassen hat.

Seit 25 Jahren bekommt der Vatikan jedes Jahr einen Weihnachtsbaum geschenkt. Warum hat Papst Johannes Paul II. diese Aktion eingeführt?

Über den Sinn dieser Aktion, die Papst Johannes Paul II. hat anlaufen lassen, weiß ich nichts Besonderes zu sagen. Ich könnte mir vorstellen, dass er darin eine völkerverbindende Geste gesehen hat.

Sie werden mit einer Delegation der belgischen Kirche bei der Einweihung des Weihnachtsbaumes in Rom dabei sein. Wie lautet Ihre Botschaft, die von diesem Weihnachtsbaum ausgehen soll?

Wir fahren zu fünfzehn Personen aus dem Bistum Lüttich nach Rom. Das ist eine bescheidende Delegation. Wir bezahlen übrigens Reise und Aufenthalt selbst. Der Abflug erfolgt am Donnerstagabend und die Rückkehr ist am Samstagmorgen vorgesehen. Ich möchte betonen, dass der Baum ein stiller Zeuge von den verheerenden Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges gewesen ist. Ein stiller Bote des Friedens an Weihnachten. Er ist ein Zeichen der Hoffnung in seinem immerwährenden Grün.

Das Fällen des Weihnachtsbaumes hat nicht nur Freude ausgelöst? Was sagen Sie zu den Argumenten der Gegner?

Die Kritik kann ich nicht gut nachvollziehen. Die AWEX erhofft sich eine nachhaltige wirtschaftliche Auswirkung. Ich vermag das nicht zu beurteilen. Dass man vom „reichen Vatikan“ spricht und dass man das Geld den Armen geben soll, ist eine oft gehörte Kritik. Ich finde sie in diesem Fall verfehlt. Aber jeder darf seine Meinung haben.

Welche Bedeutung hat für Sie persönlich der Christbaum zu Weihnachten?

Ein Weihnachtsbaum ist für mich in der Tat ein Christbaum. Seit meiner Kindheit gehört er zum Fest. Die Deutschsprachigen verbinden damit noch mehr als viele andere. Ich hoffe, dass er in der Tat ein Christbaum bleibt – Zeuge der Hoffnung auf Frieden, die Gott uns in einem Kind schenkt.

Sonntag, 22. November 2009

Missionsbazar in Reuland ein Erfolg


Für unsere Missionare war der heutige Sonntag ein Erfolg. Denn ihnen kommt der Erlös zu Gute, der aus dem diesjährigen Missionsbazar in Reuland hervorgeht. Sie werden das Geld auch gut gebrauchen können, angesichts der vielen Aufgaben, welche sie in den Missionen zu verwirklichen haben.

Bei vielen blieb der Herd zu Hause kalt. Ganze Familien hatten es vorgezogen, heute zu Gunsten der Missionen die gute Suppe und die leckeren Brötchen zu genießen, welche von den Helferinnen der Missionsgruppe angeboten wurden.

Einen Erfolg am Rande der Ausstellung konnte die Kontaktgruppe des Pfarrverbands Reuland verbuchen. Die Gruppe hatte einen eigenen Stand aufgebaut. Die interessierten Besucher konnten so einen guten Einblick in die Aktivitäten der Kontaktgruppe bekommen. Das, was im vergangenen Jahr seitens der Kontaktgruppe organisiert wurde fand sich wieder: Die neu gestalteten Totenwachen ebenso wie die die Aktion Osterwasser die an Ostern durchgeführt wurde und verschiedene Aktivitäten betreffend Jugendarbeit ( Romreise der Firmlinge, Banneuxfahrt der Firmlinge). Den ganzen Tag über waren Mitglieder der Kontaktgruppe präsent, um auf eventuelle Fragen der Gäste zu antworten.

Für die meisten fand der Tag seinen Ausklang bei Kaffee und Kuchen, was angesichts der großen Auswahl an Gebäck kein Problem war. Ebenso durfte ein Besuch an den verschiedenen Ständen, wo vor allem Adventsgestecke angeboten wurden nicht fehlen.

Der Missionsgruppe wünschen wir weiterhin viel Erfolg in ihrem Wirken für unsere Missionare.