Samstag, 12. Dezember 2009

Hl. Lucia - Lichtbringerin in dunkler Zeit

Heute, am 13. Dezember wird der Lucia-Tag gefeiert. Obwohl Lucia Südländerin ist wird sie besonders in den skandinavischen Ländern hoch verehrt, allen voran in Schweden.

Von der heiligen Lucia wissen wir sehr wenig. Man hat sogar eine Zeit lang gemeint, dass sie gar nicht gelebt hat und somit nur eine Art Märchenfigur gewesen sei, aber eine Grabinschrift in der Katakombe San Giovanni in Syrakus in Italien und die Erwähnung ihres Namens in allen Märtyrerlisten lassen es als sicher erscheinen, dass sie gelebt hat.

Diesen Quellen nach war sie die Tochter eines reichen römischen Bürgers von Syrakus, der jedoch früh starb. Ihre Mutter hatte ihr von Jesus erzählt. Lucia nahm den Glauben sehr ernst und versprach Christus ihr ganzes Leben zu weihen. Der Legende nach soll sie anderen Christen, die unter der Verfolgung des römischen Kaisers zu leiden hatten, nachts Essen in ihre Verstecke gebracht haben. Damit sie beide Hände frei hatte zum Tragen der Lebensmittel soll sich Lucia einen Lichterkranz auf das Haar gesetzt haben, um in der Dunkelheit den Weg zu finden.

Ihre Mutter Eutychia wollte sie mit einem jungen Mann verheiraten, doch Lucia hatte die Jungfräulichkeit um Christi willen gelobt und weigerte sich. Lucias zurückgewiesener Bräutigam klagte sie schließlich als bekennende Christin an, was zu dieser Zeit Lebensgefährlich war. Unter Kaiser Diokletian (284- 305), fand sie den Märtyrertod. Mit einem Schwertstich in den Hals wurde sie getötet. Andere Quellen berichten, dass man ihr die Augen herausgerissen hat. Lucia wird in der Kunst dargestellt als Jungfrau (Palmzweig) mit Schwert, entweder in der Hand oder durch den Hals, oft trägt sie auf einem Tablett ein Augenpaar.

In Schweden, wo sie sehr verehrt wird, ist der Luciatag seit mehr als 200 Jahren ein besonderer Feiertag: Die Älteste Tochter im Hause stellt die Heilige dar, trägt am Morgen des 13. Dezember ein langes weißes Kleid und hat den Kopf mit einem grünen Kranz - geschmückt, in den eine Reihe brennender Kerzen gesteckt sind. So geht sie Morgens von Zimmer zu Zimmer und weckt die Eltern und Geschwister. Alle warten schon darauf, denn sie bringt das Frühstück ans Bett und die ersten Kostproben der Weihnachtsplätzchen, ihr Licht ist Vorbote des Weihnachtslichtes.

Schon Wochen vor dem Luciafest wird eine ’schwedische’ Lucia vom Fernsehpublikum gewählt, auch lokale Lucias werden in den Dörfern und Stadtteilen gewählt. Das Lucia-Fest ist ein besinnliches und schönes Fest, das Familie, Freunde und Gemeinden zusammenbringt und in Schweden die vorweihnachtliche Zeit einläutet.

An Lucia können wir lernen, dass wir uns unseren Glauben nicht madig machen lassen und noch viel weniger ausreden lassen. Dazu brauchen wir Frauen wie die heilige Lucia, Zeuginnen mit Rückgrat, erfüllt von heißer Leidenschaft für Christus und Lichtgestalten die uns den Weg weisen in einer verworrenen Welt.

Freitag, 11. Dezember 2009

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Wort Gottes für den Tag - Freitag, 11. Dezemmber 2009

Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht und sie sagen: Er ist von einem Dämon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, recht bekommen. (Mt 11,16-19)

Der Advent ist eigentlich alles andere als eine gemütliche Zeit. Die Schrifttexte, die uns die Kirche vorlegt, sind ganz anders geprägt. Worte wie „Hättest du doch …“ oder „Dieser Fresser und Säufer“ sind nur zwei Beispiele des heutigen Tages. Wer ein adventlicher Mensch sein will, begnügt sich nicht mit einer Tasse Tee und Keksen. Wer hinhört auf Gottes Wort, wird aufgeschreckt und angestachelt, über sein Verhalten nachzudenken.

Adventliche Menschen findet man in diesen Tagen nicht auf den Christkindlmärkten und in den Kaufhäusern.

Adventliche Menschen findet man in diesen Tagen nicht im Getriebe und Gehetze der Städte. Adventliche Menschen findet man in diesen Tagen nicht mit Glühwein und Keksen im bequemen Wohnzimmer.

Wer den Advent wirklich erleben will, den findet man in den Krankenhäusern und Altenheimen, bei denen, die allein gelassen werden und Zuwendung brauchen.



Christen nach meinem Wunsch

Ich wünsche mir Christen, die bei Gegensätzen meinen Standpunkt achten und nach seiner Begründung fragen, wenn sie ihn nicht verstehen, die meinen Stolz nicht demütigen und meine Gefühle achten.

Ich wünsche mir Christen, die bei Schicksalsschlägen und in Traurigkeiten mir Mut machen, mich niemals aufzugeben.

Ich wünsche mir Christen, mit denen ich lachen kann, die Worte nicht auf die Goldwaage legen, die sich auch einmal auf den Arm nehmen lassen und Spaß verstehen, die nicht gleich oder für alle Ewigkeit eingeschnappt sind, die es mit einer Entschuldigung gewendet sein lassen und mich nicht zur Abbitte auf die Knie zwingen.

Ich wünsche mir Christen, bei denen ich ohne Herzklopfen und innere Anspannung anklopfen kann, denen mein Erscheinen nicht von vornherein lästig ist, die mich nicht an der Türe abfertigen, sondern herein bitten und in Ruhe zuhören.

Ich wünsche mir Christen, die gern einmal wohlwollend oder aufmerksam über den Zaun schauen, bei denen man eine Nachricht für mich hinterlassen kann, die sich Sorgen machen und fragen, was los ist, wenn sie mich länger nicht gesehen haben.

Ich wünsche mir Christen, die ich in der Not nicht anbetteln muss, bei denen Nachbarschaftshilfe nicht eine leere Floskel, sondern eine Selbstverständlichkeit ist.


Ich wünsche mir Christen, denen ich so viel wert bin, dass sie mir nicht nach dem Munde reden, sondern mich aufmerksam machen auf Fehler; Spinnereien, Risiken, Gefahren.

Ich wünsche mir Nachbarn, die nicht mit zwei Zungen reden, freundlich und anerkennend mir ins Gesicht, aber geringschätzig und abfällig hinter meinem Rücken.

Ich wünsche von Herzen, ein solcher Christ meinen Nächsten zu sein.

Ralf Birkenheier

Kalenderblatt 10. Dezember 2009



Dienstag, 8. Dezember 2009

St. Nikolaus beschenkte die Kinder von Maldingen

Am Sonntagnachmittag war der Nikolaus zu Besuch in Maldingen im Saal Gennen. Die Kinder hatten ihm zur Ehre ein Theaterstück vorbereitet, welches sie gekonnt in Szene setzten.

Das Stück erzählt die Geschichte eines kleinen Weihnachtsbaumes, der zusammen mit vielen anderen Weihnachtsbäumen im Wald steht. Aber: er war sehr klein! Die Leute kamen in den Wald um sich einen Weihnachtsbaum auszusuchen, aber niemand wollte ihn. Er war einfach zu klein. Irgendwann stand er ganz alleine da. Die anderen hatten jemand gefunden, der sie mit nach Hause nahm, nur ihn wollte niemand.

Der kleine Weihnachtsbaum war sehr traurig. Weihnachten stand vor der Tür und wie es aussah, musste er Weihnachten alleine im Wald verbringen. Nur die Vögel kamen, um in seinen Ästen zu sitzen. Sie merkten seine Traurigkeit und dachten sich etwas besonderes aus. Sie flogen zu den anderen Tieren des Waldes und erzählten ihnen die traurige Geschichte des kleinen Weihnachtsbaumes. Da fassten alle Tiere des Waldes den Beschluss, den kleinen Weihnachtsbaum am Weihnachtsfest zu besuchen. So kam es, dass der kleine Weihnachtsbaum ein wunderschönes Weihnachtsfest erlebte.

St. Nikolaus, Knecht Ruprecht und die vielen Leute im Saal waren begeistert, von der Darbietung der Kinder, was sich natürlich bei der anschließenden Geschenke-Verteilung bemerkbar machte. St. Nikolaus ließ sich nicht lumpen. Und so gingen alle Kinder reich beschenkt und froh gelaunt nach Hause.

Weitere Fotos dieser Feier finden Sie Hier

Wort Gottes für den Tag - Mittwoch,, 09. Dezember 2009

Weh der trotzigen, der schmutzigen, der gewalttätigen Stadt.

Sie will nicht hören und nimmt sich keine Warnung zu Herzen. Sie verlässt sich nicht auf den Herrn und sucht nicht die Nähe ihres Gottes. Ihre Fürsten sind brüllende Löwen. Ihre Richter sind wie Wölfe der Steppe, die bis zum Morgen keinen Knochen mehr übrig lassen. Ihre Propheten sind freche Betrüger. Ihre Priester entweihen das Heilige und tun Gewalt dem Gesetz an.


Aber der Herr tritt für das Recht ein in ihrer Mitte, er tut kein Unrecht. Morgen für Morgen fällt er das Urteil, es fehlt nie beim Aufgang des Lichts. Doch der Böse kennt keine Scham.
Ich habe ganze Völker ausgerottet, ihre Zinnen liegen zertrümmert am Boden. Ich habe ihre Straßen entvölkert, keiner geht dort mehr umher; ihre Städte sind verwüstet, ohne Menschen, ohne Bewohner. Ich dachte: Sicher fürchtest du mich jetzt, nimmst dir die Warnung zu Herzen; und alles, was ich ihnen auftrug, werden sie immer vor Augen haben. Aber nein, sie begingen immer wieder all ihre schändlichen Taten. Darum wartet nur - Spruch des Herrn - auf den Tag, an dem ich auftreten werde als Kläger. Denn ich habe beschlossen: Völker will ich versammeln und Königreiche biete ich auf; dann schütte ich meinen Groll über sie aus, die ganze Glut meines Zorns. Denn vom Feuer meines Eifers wird die ganze Erde verzehrt.

Dann werde ich die Lippen der Völker verwandeln in reine Lippen, damit alle den Namen des Herrn
anrufen und ihm einmütig dienen. An jenem Tag brauchst du dich nicht mehr zu schämen, wegen all deiner schändlichen Taten, die du gegen mich verübt hast. Ja, dann entferne ich aus deiner Mitte die überheblichen Prahler und du wirst nicht mehr hochmütig sein auf meinem heiligen Berg. Und ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk, das seine Zuflucht sucht beim Namen des Herrn.

Der Rest von Israel wird kein Unrecht mehr tun und wird nicht mehr lügen, in ihrem Mund findet man kein unwahres Wort mehr. Ja, sie gehen friedlich auf die Weide und niemand schreckt sie auf, wenn sie ruhen. Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! (Zef 3,1-14)



Gott schafft einen neuen Anfang

Der Prophet Zefanja übt harsche Kritik an den Missständen in Jerusalem. Gewalt und Ausbeutung haben sich eingeschlichen. Doch Zefanja geht es um mehr als eine bloße Kritik an den sozialen Zuständen seiner Zeit. Er wirft seinen Zeitgenossen vor, sie würden leben, als ob es Gott nicht gäbe. Gegen diese Gottvergessenheit seiner Umgebung erinnert der Prophet an das kommende Gericht Gottes. Wer Gott nicht fürchtet und nicht auf ihn vertraut, hat sich
selbst das Urteil gesprochen.

Die Warnung Zefanjas ist eindeutig und hart. Das Gericht Gottes, auf das der Prophet hinweist, ist ein Weckruf. Gott will Israel erneuern und auch darüber hinaus die Völker läutern. Gott allein kann einen neuen Anfang setzen und die Menschen aus den Verstrickungen ihrer sündhaften Lebensweise herausreißen – wenn sie seinen Ruf nicht überhören.

Der Advent lädt uns wieder dazu ein, einen neuen Anfang zu machen und dem Ruf Gottes mit neuer Entschiedenheit zu folgen.

Montag, 7. Dezember 2009

Ein Volk ohne Visionen geht zugrunde (Spr 29,18)


Die Unwissenheit einer Mönchsgemeinschaft
Von einer Mönchsgemeinschaft wird erzählt: Es war einmal ein Kloster, in dem nur noch sehr wenige Mönche lebten. Es kamen auch nur noch wenige Menschen, um sich von dem Gebet dort Kraft für ihr Leben und ihren Glauben zu holen. Die Mönche wanderten langsam durch die Kreuzgänge und priesen Gott mit schwerem Herzen.

Da fasste der Abt eines Tages einen Entschluß. Er ging zu dem Einsiedler, der am Rande des Klosterwaldes wohnte. Der Einsiedler bat ihn in seine Hütte und wies ihm einen Platz, sich zu setzen. Der Abt tat wie ihm geheißen, doch dann hielt er es nicht mehr länger aus und klagte dem Alten all sein Leid.

„Du hast wirklich eine schwere Last zu tragen“, sagte der Einsiedler, „die Last der Unwissenheit“. Der Abt war erstaunt, doch der Andere fuhr fort. „Du hast es noch nicht bemerkt: In eurer Mitte ist der Messias. Er ist nur verkleidet“. Es war eine Weile still. „Geh jetzt“, sagte der Einsiedler.
Da eilte der Abt schnellen Schrittes ins Kloster zurück und erzählte seinen Brüdern von dem Gespräch.

Die Mönche schauten sich an: „Der Messias unter uns? Wer ist es? Vielleicht Bruder Gabriel oder Bruder Josephus? Aber wen sie auch betrachteten, alle hatten sie ihre Fehler. Der eine sprach dem Weine zu, der andere war faul. Wenn nun aber die Unzulänglichkeit und Schwäche die Verkleidung ist, unter der der Messias verborgen wäre?
Die Mönche sahen sich plötzlich mit neuen Augen, ja, sie bekamen eine ganz andere Art des Umgangs miteinander: ehrfürchtig, aufmerksam und liebevoll. Das sprach sich herum und plötzlich kamen auch wieder Menschen und mochten hier neue Kraft schöpfen. Schließlich baten sogar junge Männer, in das Kloster eintreten zu dürfen.


Die gemeinsame Vision - Herzstück jeder Gemeinschaft

„Und wenn sie nicht gestorben sind, dann beten sie noch heute“, möchte man etwas abschätzig hinzufügen. So märchenhaft, so erfunden wirkt die Geschichte. Gleichzeitig bringt sie auf den Punkt, was der Satz aus dem Buch der Sprichwörter meint: „Ein Volk ohne Visionen geht zugrunde.“ Wenn die gemeinsame Leitidee verloren geht, kommt das Herz einer Gemeinschaft aus dem Rhythmus. Die Beteiligten sind nicht mehr miteinander im Einklang, die Attraktivität geht verloren. Dann verkehrt sich der Sinn des Miteinanders ins Gegenteil, die gemeinsamen Lebensvollzüge werden kontraproduktiv: „Sie lob- ten Gott mit schwerem Herzen“, lesen wir in der Geschichte. Das ist der Widerspruch in sich. Der Fehler wird zum Ganzen. Er ist nicht mehr die Ver- kleidung, sondern wird zum Inhalt. Und die Gemeinschaft, das Volk, dem dies widerfährt, geht zugrunde.


Deutung der Geschichte Israels

Dieses Bibelwort stammt aus den ältesten Schichten des Buches der Sprichwörter. Es geht nach Auskunft der Kenner in die Zeit König Salomos zurück. Damals hatte das Reich Israel seine größte Ausdehnung und die Verantwortlichen des Volkes fingen an, in Prunk und Diplomatie und nicht in den Offenbarungen Gottes die einende Kraft des Reiches zu suchen. Hier beginnt die Entwicklung, die in die Katastrophe des babylonischen Exils führt: das Volk ist ohne Visionen von Gott, ohne "Schauungen", wie Martin Buber übersetzt. Dem Volk fehlt der gemeinsame Blick in die gleiche Richtung. Jeder versucht, nach seiner Facon selig zu werden und der "rechte Zug", der einander eint und mitreißt, ist abhanden gekommen.


Pfarr-
gemeinden brauchen ein Profil


Im Lauf der Geschichte sind ganz unterschiedliche Visionen verfolgt worden. Die Römer hatten die Vision von der Weltherrschaft, die Nationalsozialisten die Idee vom Tausendjährigen Reich. Heute entwickeln Unternehmen ihre Vision, Politiker entwerfen Leitideen. Auch manche Christengemeinden suchen nach Leitbildern für sich und ihr Handeln. Sie spüren, wie aktuell das salomonische Sprichwort ist: Ein Volk ohne Visionen geht zugrunde.

Auf einem Besinnungswochenende wurden in Kleingruppen Mitglieder eines Pfarrgemeinderates angeleitet, mit der Bibel in der Hand eine Vision für ihre Gemeinde am Ort zu malen und mit einer knappen Überschrift zu versehen. „Gemeinsam unterwegs zum Licht“ hieß am Ende ein Bild, oder: „Unter einem Dach ist für alle Platz.“ Auf einem dritten faßte sich eine bunte Menschenkette um eine brennende Kerze herum an den Händen: „Wir gehören zusammen vor Gott“ stand darüber.

Von diesen Visionen her setzten sich die Pfarrgemeinderatsmitglieder dann konkrete Ziele für ihre Arbeit in den nächsten Monaten. Nach einem Jahr wurde Rückschau gehalten und siehe da: ein Besuchs- und Informations- dienst für Neuzugezogene war entstanden, zwei Frauen wagten es, aus den Firmlingen dieses Jahrgangs eine jugendgruppe aufzubauen. Der Pfarrbrief war informativer und persönlicher geworden, und einige Männer und eine Frau hatten sich motivieren lassen, die Leitung von Wortgottesdiensten zu übernehmen. Die Beteiligten freuten sich selbst über den Aufschwung, den das Leben in ihrer Gemeinde genommen hatte.


Das Sprichwort läßt sich umkehren

Es war ähnlich wie bei der Mönchs-
gemeinschaft: die Visionen hatten das Miteinander an die Wurzeln zurückgeführt und die Gemeinschaft hatte daraus Anziehungskraft und Begeisterung gewonnen.

So läßt sich das alte Sprichwort offensichtlich auch umkehren: Ein Volk ohne Visionen geht zugrunde. Eine Gemeinde mit Visionen hat Zukunft.

Hans Huber, in: Franz-Josef Ortkemper (Hrsg.), Geh auf den Wegen, die dein Herz dir sagt, Kath. Bibelwerk, Stuttgart 1996, S. 101-103.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Die Imker feiern heute ihren Patron, den heiligen Ambrosius

Ambrosius von Mailand ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Alten Kirche gewesen. Er war als Bischof ein wirklicher Hirte für das Volk, zugleich ein überzeugter Streiter für den Glauben an die Gottheit Christi. Er ist aber nicht ausschließlich und von anfang an Priester gewesen, sondern er war studierter Jurist, war politisch engagiert und im Beamtendienst des römischen Kaisers als dessen Statthalter tätig.
Von Ambrosius wird gesagt, dass er ein hervorragender Redner gewesen sei und kompromisslos den Glauben der Kirche verteidigte. Am 7. Dezember 374 wird Ambrosius zum Bischof geweiht. Er war zusätzlich noch sehr musikalisch, hat den Psalmengesang sehr gefördert und vermutlich hat er das "Großer Gott wir loben Dich" verfasst.

Ambrosius ist neben Hieronymus, Papst Gregor und Augustinus einer der vier großen Kirchenväter.

Patron der Imker und Wachszieher

Das ist schon sehr viel, was wir über Ambrosius wissen. In den Verzeichnissen der Heiligen der Kirche wird Ambrosius als der Patron der Wachszieher und Bienenzüchter aufgelistet. Wie kam er zu solcher Ehre? Nun, eine fromme Legende berichtet, dass ein Schwarm Bienen daherflog, als der kleine Ambrosius in der Wiege lag und schlief. Die Bienen ließen sich auf seinem Gesicht nieder und drangen sogar in seinen Mund ein, ganz so, als handle es sich um einen Bienenstock - ohne dem Kind etwas zuleide zu tun. Noch bevor die erschreckten Eltern den summenden Schwarm vertreiben konnten, flogen die Bienen wieder fort. Der Vater deutete dieses Geschehnis als Zeichen dafür, dass aus dem Kind ein bedeutender Mann werden würde.

Und da sollte der Vater Recht behalten, denn nach dem Tode des Vaters zog die Familie nach Mailand. Ambrosius studierte Jura und wird Jurist, Politiker, Stadthalter des Kaisers und zuletzt Bischof von Mailand. - Ein bewegtes Leben, können wir doch, so denke ich, zu Recht behaupten.

Ambrosius wird meist mit einem Bienenkorb dargestellt, was seinen Fleiß und seine Gelehrsamkeit symbolisieren soll. Diesen Fleiß sagt man ja auch dem Bienenvolk nach. Dieser Fleiß beschert dem Imker eine reiche Ernte. Natürlich gehört auch der Fleiß des Imkers dazu, denn ganz ohne das Mitwirken des Imkers geht's auch nicht. Zuletzt aber sollten wir nicht vergessen, dass wir wir eine reiche Ernte vor allem dem Segen Gottes verdanken.