Donnerstag, 28. Januar 2010

Vergiss nicht, zu danken

Regelmäßig werden im Fernsehen Preisverleihungen übertragen. Persönlichkeiten aus dem Showgeschäft, der Politik oder dem Sport erhalten Auszeichnungen für besondere Leistungen. Nach einer entsprechenden Würdigung ist es an ihnen, sich zu bedanken. Manch einer kramt dann einen Zettel hervor, auf dem alle Namen der Förderer, Sponsoren, Mitarbeiter oder der Familie aufgelistet sind. Keiner darf vergessen werden, denn das brächte nur Ärger ein. Auch wenn manch eine Aufzählung eher einer Pflichtübung als einer Herzenssache gleicht, macht sie doch etwas deutlich: Wir sind eingebunden in ein Beziehungsgeflecht aus Geben und Nehmen, sind angewiesen darauf, dass uns andere ermutigen, korrigieren, fördern und fordern.

Wem würden Sie denn Danke sagen wollen, wenn Sie auf Ihr Leben zurückblicken? Welche Namen fallen Ihnen ein? Verbinden Sie das Dankeschön nur mit den guten oder auch mit den schwierigen Zeiten? Und sagen Sie es dann den entsprechenden Menschen auch? Wir sind in diesen Dingen ja oft sehr zurückhaltend. Vielleicht liegt es daran, dass wir am liebsten alles allein schaffen wollen - ohne Hilfe, ohne Unterstützung, ohne Rat. Wenn ich jemandem danke, habe ich zuvor etwas empfangen und angenommen. Wer meint, ohne dies alles auszukommen, nur auf die eigene Kraft und Intelligenz vertraut und dabei seine Bedürftigkeit ignoriert, läuft Gefahr, sich selbst zu überschätzen und zu isolieren.

Davor warnt Gott. Er bringt sich seinem Volk in Erinnerung und lässt die schwierigen Zeiten lebendig werden: "Ihr sollt auf das ganze Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, achten und es halten, damit ihr Leben habt und zahlreich werdet und in das Land, das der Herr euren Vätern mit einem Schwur versprochen hat, hineinziehen und es in Besitz nehmen könnt.

Wenn du dort isst und satt wirst und den Herrn, deinen Gott, für das prächtige Land, das er dir gegeben hat, preist, dann nimm dich in acht und vergiss den Herrn, deinen Gott, nicht, missachte nicht seine Gebote, Rechtsvorschriften und Gesetze, auf die ich dich heute verpflichte. Und wenn du gegessen hast und satt geworden bist und prächtige Häuser gebaut hast und sie bewohnst, dann nimm dich in Acht, dass dein Herz nicht hochmütig wird und du den Herrn, deinen Gott, nicht vergisst, der dich aus Ägypten, dem Sklavenhaus, geführt hat; der dich durch die große und Furcht erregende Wüste geführt hat, durch Feuernattern und Skorpione, durch ausgedörrtes Land, wo es kein Wasser gab; der für dich Wasser aus dem Felsen der Steilwand hervorsprudeln ließ; der dich in der Wüste mit dem Manna speiste, das deine Väter noch nicht kannten, und der das alles tat, um dich gefügig zu machen, dich zu prüfen und dir zuletzt Gutes zu tun. (Dtn 8,1-16)

Er ruft die Wüstenwanderung ins Gedächtnis und damit seine Führung, Fürsorge und Bewahrung inmitten von Entbehrung, Orientierungs- losigkeit und Gefahr. Erinnern Sie sich an eigene Wüstenerfarungen? Was wurde Ihnen da zum Manna - zum Himmelsbrot? Wo tat sich ein Brunnen auf und ließ neue Hoffnung sprudeln? Wer leitete durch Gefahren hindurch? Wodurch wurde Ihr Vertrauen auf die Probe gestellt? Wenn Sie in alldem Gottes Handeln entdecken können, dann vergessen Sie nicht, wem Sie sich mit alldem, was Sie sind und haben, verdanken.

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