Montag, 11. Januar 2010

Wort Gottes für den Tag - Dienstag, 12. Januar, 2010

Nach der Taufe Jesu hören wir von der ersten Jüngerberufung. Jesus kam von Galiläa und seine ersten jünger lebten am See Gennesaret.


Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach. (Mk 1,14-20)



Kirche: Eine „Gemeinschaft mit dem Herrn“

Bestimmte Personen hatten im Umkreis Jesu von Anfang an eine bedeutende Rolle gespielt, wie die Brüderpaare Petrus und Andreas, Johannes und Jakobus. Wenn der Evangelist Lukas die
Berufung dieser Jünger deutlich hervorhebt will er sagen, dass sie von Anfang an bei ihm waren. Diese Gemeinschaft wird als der Anfang der sich bildenden Kirche verstanden. Das Wort ‘Kirche‘ ist griechischen Ursprungs und leitet sich von ‘Kyrios‘ ab, von Herr. Kirche bedeutet so Gemeinschaft mit dem Herrn, der Jesus Christus ist. Hinter den kurzen Berufungsgeschichten steht wahrscheinlich ein längerer Prozess. Der Evangelist weist aber nur auf das Wesentliche hin: es war Jesus, der die Initiative ergriff. Er beruft die Fischer während ihrer Arbeit, so dass sie sogar ihren Vater im Boot zurücklassen. Sie überlegen scheinbar nicht lange. Aus den Fischern am See Gennesaret sollten Menschenfischer werden, Fischer, die andere für die Botschaft jesu gewinnen sollten.

Es muss schon eine starke Faszination von seiner Person ausgegangen sein, wenn bodenständige Menschen ihre Heimat verlassen, um eine unsichere Aufgabe zu übernehmen. Aber nur wer wagt, gewinnt. Wer ständig überlegt und sich zu keinem Entschluss durchringen kann, kommt im Leben nicht vorwärts. So ist das auch mit unserem Glauben.


Kirche ist eine Gemeinschaft von Sündern

Es war ein Ruf in eine neue Welt hinein. In all dem spiegelt sich das Selbstverständnis der Urkirche wider: Was von Jesus her entstanden war, bleibt verpflichtend für die Gemeinschaft der Christen. Man wäre nicht auf den Gedanken gekommen, Glaube und Gemeinschaft mit Christus loszulösen von der konkreten Gemeinschaft der Gläubigen, nach dem Motto das heute so viele anführen: Jesus, Ja! Kirche, Nein! Es wäre kein Gegenargument gewesen, dass diese Gemeinschaft der Christen eine Gemeinschaft von schwachen, versagenden und sündigenden Menschen darstellt. Diese Erfahrung hat man schon damals machen müssen. Nicht die Vollkommenheit der Glieder, so sehr ein moralischer Anspruch besteht, ist der tragende Grund der Kirche, sondern die Person Jesu Christi mit ihrer Botschaft.


Kirche: Eine Gemeinschaft von Umkehr-bereiten Menschen

Wie eine Überschrift für das ganze Evangelium steht das Wort Jesu: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium. Evangelium heißt "frohe Botschaft", frohe Botschaft vom Reich Gottes. Damit ist nicht gemeint, dass es ab und zu froh machende Botschaften in unserem Leben gibt, sondern dass eine frohe Botschaft für unser ganzes Leben ausgesprochen wird. Nicht eine Botschaft, die alles Dunkle und Bedrohende aus dem Leben verbannen würde, sondern eine Botschaft, die trotz all dessen, was dem Leben entgegensteht, die Perspektive der Hoffnung eröffnet, bis in den Tod hinein. Frohe Botschaft als Lebenszusage von dem, der der Grund allen Lebens ist, Gott. Und Lebenszusage nicht nur für Bevorzugte, sondern für alle.

Das ist der eigentliche Kern der christlichen Umkehr: Umkehr zur Frohbotschaft, Umkehr aus der Gleichgültigkeit, aus Resignation, aus Hoffnungslosigkeit. Umkehr zur Verheißung von Leben, egal aus welcher Situation. Mit dieser Frohbotschaft will Christus die Mitte der Kirche und die Mitte seiner Glaubensgemeinschaft sein.

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