Samstag, 6. Februar 2010

Wort Gottes für den Tag - Sonntag, 07. Februar, 2010

Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus. Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen. Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. (Lk 5,3-6)

„ ... die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen“ - eine Erfahrung, die viele von uns nur zu gut kennen:

- Man hat sich eingesetzt und gerackert - und am Ende steht man mit leeren Händen da.

- Eltern haben alle Sorge und Liebe, ja ihr Leben in das Glück ihrer Kinder investiert und erleben: Sie werfen alles über Bord, was man ihnen mitgeben wollte.

- Junge Menschen erleben: Ein langes Studium, gute Prüfungen - und jetzt kann mich niemand brauchen.

„ ... die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen!“ - das ist über weite Strecken auch das Resümee unserer kirchlichen Arbeit. Trotz aller Bemühungen um Gottesdienst und Seelsorge, trotz allem Engagement in der Gemeinde: Der Erfolg ist eher bescheiden.

Als junge Priester haben wir gesagt: Wir wollen den Karren wieder in Schwung bringen, die Menschen für das Evangelium und für das Leben in der Kirche begeistern ... Und mit den Jahren, wenn klar zu sehen ist, dass man auch nicht mehr bewegt hat als die vor uns - wenn man schmerzhaft das Fernbleiben von ehemaligen Ministranten, von jungen Menschen, die man selber getraut hat feststellt, wenn man sieht wie unsere vierzehnjährigen das Fest ihrer Firmung benutzen, um der Pfarrgemeinde endgültig den Adieu zu sagen, da ist dann die Frage nicht mehr weit: War und ist nicht alles umsonst?

Schauen wir auf‘s Evangelium!
»Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen«, sagt Petrus, der im Geschäft Erfahrene, der sehr wohl weiß, dass am helllichten Tag kein Fisch ins Netz geht und nichts zu gewinnen ist. Aber: Wenn du es sagst, Herr!

Wenn du es sagst, Herr! werde ich weitermachen und dabei bleiben trotz Enttäuschung, trotz ausbleibendem Erfolg. Allein weil du es sagst - Auf dein Wort hin!

Irgendwann wird jede und jeder von uns an dieser entscheidenden Wegkreuzung stehen auf seinem Kirchen- und Glaubensweg, wo die Kraft zum Weitergehen und Weitermachen nachlässt und viele Fragen aufkommen und so manches negative Argument auftaucht. Da heißt es dann: Ach, ich habe schon so oft gebetet und es hat nichts genützt. Ich habe damals, als jemand aus unserer Familie so schwer krank war, so viele Kerzen am Muttergottesaltar gebrannt, aber es hat nichts gebracht, ach, dieses ständige in-die-Kirche-gehen bringt mir nichts, das ist langweilig und der Pastor predigt immer das selbe. Und mein Gut-sein, anderen gegenüber hat auch wenig Zweck. Diejenigen, die die Ellenbogen gebrauchen und rücksichtslos nur ihre eigenen Interessen verfolgen, kommen weiter im Leben als ich! Und, und, und...

Jesus würde sagen: Auf mein Wort hin, bleib dran, bleib am Ball, geh deinen einmal begonnenen Glaubensweg weiter. Auch, wenn es oft mehr ein stolpern und hinfallen ist, als ein aufrechtes gehen, ich sage dir: Auf mein Wort hin! Geh!

Auf mein Wort hin, sei weiterhin gut. Auf mein Wort hin, beteilige dich nicht am Mobbing deines Arbeitskollegen, auf mein Wort hin beteilige dich an der Sonntagskollekte für Haiti, auch wenn noch so viele sagen: es lohnt sich nicht, das Geld kommt nicht an!





Auf dein Wort hin

Auf dein Wort hin, Herr,

haben Menschen sinnloses gewagt,

sie haben Anfänge gesetzt,

die von vornherein
zum Scheitern verurteilt schienen.

Auf dein Wort hin, Herr,

Das allein war der Weg und die Brücke,

die Richtung und das Licht,

Das Tragende und das Sichere,

wo alles finster wurde
 und zu zerbrechen schien.

Auf dein Wort hin, Herr,

ging Abraham fort in ein fremdes Land.

Noch weiter ging er fort,
 als er aufbrach, 

um den einzigen Sohn zu opfern,

und die Verheißung 
in deine Hand zurücklegte.

Auf dein Wort hin, Herr,

ging Mose zum Pharao,

er sprach zu denen, die Ohr und Herz verschlossen.

In deiner Kraft führte er das Volk 
aus der Knechtschaft
und durch die Wüste, 
auch wenn es nicht wollte.

Auf dein Wort hin, Herr,

verkündeten die Propheten das Wort,

das du auf sie gelegt hattest,

auch wenn niemand sie hören wollte.

Auf dein Wort hin, Herr,
kehrten einige zurück aus Babel

in das Land der Verheißung.

Sie hofften wider aller Hoffnung

auf das Kommen deines Reiches.

Auf dein Wort hin, Herr,

sprach Maria ihr Ja am Morgen der Verkündigung

und am Abend des Kreuzes.

Auf dein Wort hin, Herr,

brachen die Zeugen des Glaubens auf 

und ließen sich führen,

wohin sie nicht wollten.

Sie verloren ihr Leben
 und fanden es neu in dir.

Auf dein Wort hin, Herr,

habe ich mich auf den Weg gemacht,

versuche ich zu antworten auf deinen Ruf.

Laß mich dein Wort für mich hören.

(Quelle unbekannt)

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