Mittwoch, 10. März 2010

Wort Gottes für den Tag, Donnerstag, 11. März 2010.


Wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt?


Wo Menschen miteinander leben gibt es auch Enttäuschungen, da gibt es Schuld. Petrus möchte es genauer wissen darum fragt er nach: " Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal?"Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.Jesus erzählte ihne folgendes Gleichnis:

Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe.
Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

Siebenundsiebzigmal

Wie die Bezeichnung “Bruder“ verrät, blickt das Evangelium auf das Zusammenleben der Christen vor Ort, in der Gemeinde. Auch dort bleibt manches an Enttäuschung und Schuld. Im Namen der anderen Jünger fragt Petrus, wann Schluss sein darf mit Entgegenkommen und mit Vergebung. Siebenmal vergeben ist schon viel, scheint er sagen zu wollen. Jesus überrascht mit einer Zahl; die keine Zahl sein will: nicht siebenmal soll man vergeben, sondern siebenundsiebzigmal, also immer!

Ist das möglich, wenn man bedenkt, was Menschen einander antun? In der Tat: Vergebung kann schwer werden. Oder gar unmöglich erscheinen. Aber das Gebot Jesu steht! Ist es nicht schon viel, wenn wir den Weg der Vergebung wenigstens versuchen? Ist esc nicht schon viel, das zu tun, was an uns liegt, um gestörte Beziehungen von Bitterkeit zu befreien oder erlittenes Unrecht nicht weiter böse wirken zu lassen?

Der Aufruf Jesu zur Vergebung ist eine der radikalsten Forderungen Jesu. Geht das ohne den Glauben an den Gott, der uns allen das zu vergeben verspricht, was wir ihm schuldig bleiben?

Hab Geduld mit mir!

Matthäus lässt ein Gleichnis folgen, das noch einen anderen Punkt betont. Da hat einer eine riesige Schuldensumme erlassen bekommen – 10.000 Talente sind eine Phantasiezahl – und bestraft anschließend einen kleinen Schuldner wegen einer Geringfügigkeit. Der Text hebt die Parallelität hervor, indem er die beiden dieselben Worte sprechen lässt: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Barmherzigkeit und Geduld für sich erbitten, und fast im selben Atemzug hartherzig an andere herantreten? Da wäre es wichtig wahrzunehmen, dass auch wir anderen manches schuldig bleiben und davon leben, dass sie uns ertragen und vergeben. Auf diese Weise verlöre man ein gehöriges Stück Selbstgerechtigkeit und würde nachsichtiger.

Am Schluss bestraft der zornige Herr den Diener, der sich nicht an sein Vorbild gehalten hat. Könnte der Zorn des Königs nicht bedeuten, dass Gott – menschlich gesprochen – zornig wird, wenn Menschen so hartherzig zueinander sind, ohne zu merken, dass sie alle auf Barmherigkeit angewiesen sind?

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