Sonntag, 23. Mai 2010

Gottes Geist ermutigt zu neuen Wegen


Aus der Lebensgeschichte vieler heiliger Männer und Frauen der Kirche wissen wir, dass sie Großes leisteten in ihrer je verschiedenen Zeit, weil sie sich ganz auf die Zusage Jesu einließen: „Ich werde euch den Beistand senden, den Heiligen Geist“ (vgl. Joh 15, 26, 16,7).

Nun könnten wir vorschnell oder vielleicht auch resignierend sagen: Ja, an den großen Frauen und Männern der Kirche hat sich die Verheißung Jesu, dass er uns durch den Heiligen Geist beistehen werde, bewahrheitet. Wie ist das aber bei uns? Wie sieht dieses Wort vom Beistand für uns heute aus, in unserer Welt?

Ganz persönlich möchte ich zunächst einmal sagen, dass all die Zusagen des Herrn, dass er bei mir ist, mir sehr tröstlich sind. Ich weiß, er meint mich damit, so, wie ich wirklich bin. Er ist bei mir, bei meinen guten und weniger guten Seiten , er kennt meine Grenzen und Fähigkeiten. „Ich bin bei euch, ich sende euch den Beistand.“ Wie es der Herr sagt, meint er wirklich uns alle, so, wie wir sind, auch wenn wir manchmal meinen, in dieser Welt nur ein kleines Licht zu sein. So wie wir sind, nimmt Gott uns in seinen Dienst, damit er mit seinem Geist in die Welt hineinwirken kann. Wir alle sind gefragt - jeder hier, jeder, der diese Zeilen jetzt liest -, als Kinder des Geistes Gottes in diese Welt hineinzuwirken.

Spürbar ist dieser Geist überall dort, wo Menschen füreinander einstehen, auch ohne zu fragen, was sie dafür bekommen. Spürbar ist dieser Geist, wo Menschen in Treue zueinanderstehen, in guten und in schweren Tagen. Spürbar ist dieser Geist bei vielen jungen Menschen, die bewusst mit ihren Fähigkeiten die Zukunft des eigenen Lebens in die Hand nehmen und ein kleines Stück ihrer Welt gestalten - und nicht resignieren wie viele andere. Spürbar ist dieser Geist, wo Menschen beten - in der Familie, in Krankheit und Alter, in der Gemeinde - und sich so zu ihrer Beziehung zu Gott bekennen und aus ihr leben.

Es gibt in der Welt nicht nur negative Entwicklungen, es gibt unendlich viele gute Zeichen, in denen etwas spürbar ist vom Geist Gottes. Das geschieht oft nur ganz im stillen und ist doch so wichtig.

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