Donnerstag, 24. Juni 2010

Johannes der Täufer: Vorbote des Messias

Genau sechs Monate vor der Feier der Geburt Christi am 25. Dezember feiern wir heute die Geburt seines Vorläufers, seines Verwandten, seines prophetischen Kollegen und Vorbildes Johannes. Er ist der letzte Prophet des Alten Bundes und kündigt den Neuen Bund an. Er verkündet die Umkehr und beschenkt das Volk mit der Erfahrung des Heils in der Vergebung der Sünde. Mit seinem Geburtsfest kehrt auch die Sonne an ihrem Höchststand um, beginnen die Tage kürzer zu werden. Johannes macht sich klein, um Christus groß zu machen. Den Menschen damals und uns heute sagt er: „Mitten unter euch steht er, den ihr nicht kennt“ (Joh 1,26).

Johannes, so könnte man es vielleicht salopp formulieren, war einer, der den Mund aufgemacht hat. Und zwar nicht nur seinen eigenen.

Um letztere Aussage zu verstehen, muss man etwas weiter ausholen: Zacharias hatte als Priester gerade Dienst im Tempel, als ihm ein Engel des Herrn erschien und ihm die Geburt eines Sohnes verkündete. Zacharias und seine Frau Elisabet waren kinderlos; Elisabet war unfruchtbar, beide zudem in vorgerücktem Alter die Hoffnung auf ein Kind aufgegeben. Und eben deshalb konnte Zacharias dieser frohen Botschaft des Engels auch nichts abgewinnen.Der aber strafte ihn wegen seines Unglaubens mit Stummheit. Fortan konnte Zacharias nicht mehr reden; seine Frau aber wurde tatsächlich schwanger und neun Monate später kommt es zu der Situation, die das heutige Evangelium schildert. Die Mutter Elisabet beharrt bei der Namensgebung am achten Tag nach der Geburt auf den nicht in der Familie vorkommenden Namen Johannes, den der Vater der erstaunten Verwandtschaft schriftlich bestätigt. Dieser Name ist nämlich von Gott selbst gegeben (Lk 1,13) und er ist zugleich ein Programm: Gott ist gnädig! Er enthält nicht nur einen Wunsch, wie es sich häufig in der Wahl eines Namens ausdrückt, sondern eine Erfahrung: Gott hat sich erbarmt. Eben diese Erfahrung bestätigte Elisabet in ihrer Schwangerschaft: „Der Herr hat mir geholfen und gnädig auf mich geschaut; er hat mich von der Schande der Kinderlosigkeit befreit“ (vgl. Lk 1,25).

Und in dem Moment, da Zacharias diesen Namen schreibt, löst sich sein Mund, er kann wieder sprechen und Gott preisen, er stimmt den großen Gesang des Benedictus an: „Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels …“

So machte Johannes den Mund auf: Nicht das erste Mal sicherlich, doch zumindest erstmals nicht den eigenen … Etwa dreißig Jahre später sehen wir ihn wieder – wortgewaltig diesmal, als Prediger am Jordan, wo er Umkehr verkündete und die Taufe zur Vergebung der Sünden spendete. Was er sagte, war nicht nur dahingesagt, seine Worte hatten Wucht und Gewicht. Sie waren eine Kampfansage an all jene, die von der Gnade der Geburt sprechen, es aber an entsprechenden Früchten fehlen lassen. Diese Worte klingen nach, bis heute, denn sie betreffen und treffen auch uns, alljährlich wieder, wenn sie im Gottesdienst verkündet werden.

Johannes machte den Mund auf, er schwieg auch dann nicht, wenn es für ihn besser gewesen wäre gewesen wäre. Er mischte sich ein, weil es ihm um die Wahrheit und Gerechtigkeit ging. Die Umkehr, die er predigte, betraf auch die Herrschenden, Herodes und Herodias in seinem Fall. Doch die hören solche Worte nichtgern. Und das hat ihn letztlich den Kopf gekostet. Johannes machte seinen Mund auf. Und zwischen all den harten, mahnenden und aufrüttelnden Worten hören wir auch noch etwas anderes; wir hören, wie er Jesus, als dieser zu ihm an den Jordan kam und sich einreiht in die Schar der Sünder, als den „Sohn Gottes“ bezeugt, wie er ihn das „Lamm Gottes“ nennt und „Bräutigam“.

Wie er sich als „Freund des Bräutigams“ sieht, der sich über den anderen freut. Und wie er von sich selbst sagt, dass er kleiner werden, jener aber wachsen muss. Johannes machte den Mund auf im Bekenntnis für den, dem er vorausging, dessen Schuhriemen zu lösen er sich nicht für wert empfand. Und diese Worte haben ihn zum Propheten des Höchsten gemacht, wie ihn sein Vater schon kurz nach der Geburt vorausschauend bezeichnet hat – Jesus wird ihn s

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