Montag, 26. Juli 2010

Wort Gottes für den Tag, Dienstag, 27. Juli 2010.

Das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen

Jesus erzählte ihnen noch ein anderes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune. (Mt 13,36–43)

Es gefällt uns nicht recht, dass wir uns dem Bösen gegenüber so passiv verhalten sollen. Man muss doch gegen Krieg und Raub oder Lüge und Stolz oder Unglauben und Sünde kämpfen. Man kann das Unkraut doch nicht einfach gewähren lassen. Nein, kann man nicht.

Wer Ohren hat, der höre: Gott allein entscheidet, was Unkraut und was Weizen ist

Jesus will nichts wissen von Jäten auf dem Feld seiner Kirche. Nein, sagt er, lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte. Erst die Ernte bringt es an den Tag. Wer sind wir denn, wenn wir behaupten, andere richtig zu beurteilen? Wie schnell verurteilen wir Menschen, die nicht unsere Ansichten vertreten. Aber es ist wohl eher unsere Aufgabe, unterschiedliche Charaktere zu akzeptieren und das Bereichernde herauszufinden. Das Gleichnis zielt auf Geduld, auf Gottvertrauen, zielt gegen den Richtgeist. Wir sollen das Gericht Gott überlassen.

Ueberwinde das Böse mit Gutem, sagt das Evangelium.

Jesus ist in die Welt gekommen, die Werke des Teufels zu zerstören. Aber er tut das nicht, indem er den Teufel an Kreuz schlägt. Jesu Methode ist völlig anders. Jesus lässt sich selbst ans Kreuz nageln. Jesus leidet und stirbt für die Bösen und überwindet so das Böse mit Gutem.


Gott ist barmherzig und gnädig. Sind wir es auch?

Gott wird zum Rechten sehen. Gott wird alles Schiefe gerade richten. Alles Unrecht kommt vor Gott noch einmal zur Sprache, kommt ins göttliche Licht und Lot. In der Wirklichkeit geht es ja nicht um Weizen und Unkraut. In der Wirklichkeit geht es um Menschen. Weizen bleibt immer Weizen und Unkraut bleibt Unkraut. Menschen aber können sich ändern und aus „Unkraut“ wird „Weizen“.

Wenn deine Liebe, deine Güte, deine Barmherzigkeit das Herz eines bösen Menschen erreicht, wenn der Same des guten Wortes Gottes in das Herz eines Bösen fällt, dann kann das Wunder geschehen und aus „Unkraut“ wird „Weizen“.

Also,lassen wir Gott dieses Gericht halten, denndas kann nur er. Er hat den Durchblick, den Überblick. Unser Aufgabe ist: Standhalten, meinen Platz einnehmen, leuchten, lieben – den Rest Gott überlassen.

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