Mittwoch, 24. November 2010

Entscheidung ist gefragt



Das Wort Gottes ist oft leicht gesagt, klingt oft süß und schön. Auch predigen kann man darüber oft in hübschen Worten. Doch wenn es verinnerlicht wird, wenn es in seiner ganzen und tiefen Bedeutung ergriffen wird, dann wird uns auch bewusst, dass es oft keine leichte Kost ist, dass es auch schwer und bitter im Magen liegen kann, dass es zu schmerzhaften Konsequenzen herausfordert. Versuchen wir also das Wort Gottes immer wieder neu zu verstehen und ergreifen– nicht nur in seiner süßen Oberflächlichkeit, sondern auch in seiner manchmal bitteren Tiefe.


Josua versammelte alle Stämme Israels in Sichem; er rief die Ältesten Israels, seine Oberhäupter, Richter und Listenführer zusammen und sie traten vor Gott hin. Josua sagte zum ganzen Volk: Wenn es euch aber nicht gefällt, dem Herrn zu dienen, dann entscheidet euch heute, wem ihr dienen wollt: den Göttern, denen eure Väter jenseits des Stroms dienten, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt. Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen.


Das Volk antwortete: Das sei uns fern, dass wir den Herrn verlassen und anderen Göttern dienen. Denn der Herr, unser Gott, war es, der uns und unsere Väter aus dem Sklavenhaus Ägypten herausgeführt hat und der vor unseren Augen alle die großen Wunder getan hat. Er hat uns beschützt auf dem ganzen Weg, den wir gegangen sind, und unter allen Völkern, durch deren Gebiet wir gezogen sind. Auch wir wollen dem Herrn dienen; denn er ist unser Gott. (Jos 24,1-2.17-18)


Der Gott Israels ist ein „eifersüchtiger Gott“. Wer sich für ihn entscheidet, kann sich nicht mehr mit anderen Göttern arrangieren, er kann nicht zwei Herren dienen. Denn der Gott der Bibel fordert nicht eine Nische, die man für ihn einrichtet, sondern er will den ganzen Menschen. Er fordert eine klare Entscheidung, die auch mit Konsequenzen verbunden ist. Diese Erkenntnis hat einen historischen Hintergrund. Immer wieder musste das Volk Israel die bittere Erfahrung machen, dass Götzen mächtig wurden, sobald die Entscheidung für den Gott der Befreiung nicht konsequent genug gelebt wurde. Da wurde das goldene Kalb wichtiger als der Gott, der den Schrei der Unterdrückten hört. Da wurde der Glaube an die eigene militärische Stärke wichtiger als das Vertrauen auf Gott, der das Leben aller Menschen will.


Aufgrund solcher Erfahrungen formulieren biblische Texte immer wieder ein hartes Entweder-oder, das gar nicht in unsere pluralistische Welt passt.


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