Montag, 22. November 2010

In 5 Tagen beginnt die Adventszeit

Der Komiker Karl Valentin sagt einmal in einem Sketch: „Heut abend besuch ich mich. Ich hoffe, ich bin daheim!” Ein Satz, der schmunzeln lässt und zugleich nachdenklich stimmt: Man kann bei sich selbst manchmal nicht zuhause sein. Wir können aber auch bei der Begegnung mit anderen „nicht zuhause“ sein. – Mit dem kommenden Sonntag beginnt die Adventszeit. Sie stellt mir neu vor Augen: Gott selbst will in Jesus Christus bei mir ankommen. Aber bin ich zuhause? Bin ich richtig bei mir? Bin ich nicht abgelenkt von so vielem um mich herum? Bin ich innerlich so eingestellt, dass Gott mich findet und ich durch ihn zu mir selbst finden kann?


Zur Geschichte der Adventszeit

Das Wort Advent ist lateinisch und bedeutet „Ankunft“. Für Christen bedeutet es: Gott kommt auf die Erde, indem sein Sohn Jesus Christus geboren wird. Dabei hat „Ankunft“ eine zweifache Bedeutung: zum einen ist damit die Geburt, die Menschwerdung Gottes gemeint, zum anderen weist der Advent auf das zukünftige Kommen Christi in Herrlichkeit hin. Ursprünglich war die Adventszeit eine Buß- und Fastenzeit, um sich auf diese Ankunft vorzubereiten. Es gab keine Tanzveranstaltungen, keine Hochzeiten, man aß kein Fleisch. Ausdruck des Bußcharakters der Adventszeit sind die violetten Messgewänder oder violetten Bänder an Adventskränzen.


Bis zum Mittelalter gab es fünf oder sechs Adventssonntage, bis Papst Gregor der Große vier Adventssonntage festlegte. Mit der Adventszeit beginnt das neue Kirchenjahr, am Sonntag nach dem Christkönigstag. Gegen einen zu frühen Beginn der Vorweihnachtszeit wendet sich die Aktion der evangelischen Kirche „Advent ist im Dezember“. Sie lädt dazu ein, die Adventszeit als eine Zeit der Einkehr und der Stille, der Vorfreude und der Erwartung wieder zu entdecken. Die Adventszeit ist mit vielen Bräuchen verbunden. Am bekanntesten ist der Adventskranz. Seine vier Kerzen bezeichnen das Kommen Jesu, der das „Licht der Welt“ mitten in vielfältiger Finsternis ist. Dieses Licht signalisiert: Gegen Ungerechtigkeit und Habgier, gegen Egoismus und Machtmissbrauch hat Jesus sich an die Seite der Menschen gestellt. Die Zweige immergrüner Tannen symbolisieren das ewige Leben. Quelle: Andere Zeiten e.V.,


Ampelzeit Advent

Advent ist mehr als Weihnachtsmärkte, Christstollen und Geschenke kaufen. Advent ist Auszeit für die Seele. Advent ist Ampelzeit, eine Zeit also, in der die Ampel des eigenen Lebens ruhig öfters mal auf rot oder doch wenigstens auf orange stehen könnte. Unsere Lebensampeln können nicht immer auf Grün stehen. Es muss auch Zeiten geben, in denen das Gelb aufleuchtet, in denen wir wachsam sind, Augen und Ohren offen halten. Und es muss und es wird immer wieder Zeiten geben, wo unsere Ampeln auf Rot stehen. Nutzen wir diese roten Ampelzeiten doch einfach dazu, um unseren Alltag zu unterbrechen, ruhig zu werden und über uns und unser Leben nachzudenken. Ganz besonders jetzt im Advent.

Frank Greubel, www.adventsmomente.de


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