Donnerstag, 9. Dezember 2010

Wort Gottes für den Tag, Freitag, 10. Dezember 2010.


Mt 11,16-19: Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen.


Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht und sie sagen: Er ist von einem Dämon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder!


Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, recht bekommen.


Das Gleichnis von den spielenden Kindern


Kinder versuchen, andere Kinder in ihr Spiel einzubeziehen, einmal so, einmal anders, aber sie rufen keinerlei Reaktion hervor. Weder die Einladung zu einem fröhlichen Spiel (Hochzeitsfeier) noch die Einladung zu einem traurigen Spiel (Totenklage) wird erwidert. Die Eingeladenen bleiben gleichgültig und passiv.


Eine solche Erfahrung wiederholt sich ungezählte Male in jedem Menschenleben: keine Resonanz auf noch so freundliche Anstrengungen hin, Agieren ins Leere. So etwas ist enttäuschend.


Sie hören weder auf Johannes noch auf den Menschensohn


Die Situation wird auf Johannes den Täufer und auf Jesus bezogen. Beide haben versucht, die Menschen ihrer Zeit zu bewegen, aber ihre Wirksamkeit ging ins Leere. Nun waren zwar beide, Johannes wie Jesus, nicht ohne Wirkung und nicht ohne Anhänger geblieben, aber wirklich ernst genommen wurde keiner.


Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist von einem Dämon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Das Thema ist auch hier, wie bei den spielenden Kindern, Gleichgültigkeit und Passivität. Gott kann machen, was er will, er macht es den Menschen nie recht. Die Mehrzahl der Menschen lässt sich nicht beeindrucken, weder durch Johannes noch durch Jesus. Der Grund dieser Gleichgültigkeit und Passivität dürfte sein, dass die Menschen sich nicht aus ihrer selbst gemachten und scheinbar sicheren Welt herausbringen lassen. Die Stimme Gottes wird diffamiert und einfach überhört. Wollen wir uns da selbst ausschließen?


Und doch hat die Weisheit (= Jesus) durch die Taten, die sie bewirkt hat Recht bekommen. Gemeint sind die Taten Jesu. Trotz der ablehnenden Haltung dieser Generation hat sich der Glaube an Jesus rasch entwickelt und ist in der jungen Kirche zu einer unerwarteten und erstaunlichen Wirkung gekommen. Die Wirkkraft Gottes findet ihren Weg, auch bei noch so viel menschlichem Unwillen. Diese Textstelle erinnert an das Wort des Propheten Jesaja: 55, 10 - 11 So spricht der Herr: Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.

Keine Kommentare: