Sonntag, 19. Dezember 2010

Wort Gottes für den Tag, Montag, 20. Dezember 2010.



Die Verheißung der Geburt Jesu

Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel. (Lk 1,26-38)


„Du hast bei Gott Gnade gefunden“: Kann es eine schönere Botschaft geben, die ein Engel überbringen kann? Wohl kaum. Sie ist bestimmt für einen Menschen, ein junges Mädchen, das augenscheinlich nichts Großes im Leben geleistet hat, kein Abitur, keine Berufsausbildung, kein Theologiestudium, keine niedere oder höhere Weihe, nur ein offenes Ohr und bereites Herz. Dieses Mädchen ist offen für das Wirken Gottes und lässt es an sich geschehen.

Diesen Glaubensprozess, den Maria durchlebt, entfaltet der Evangelist Lukas in mehreren Schritten, in denen jeweils der Engel, der Bote Gottes, die Initiative ergreift.

- Der Engel tritt ein ohne Einladung und ohne Anmeldung: Sei gegrüßt, du Begnadete, der
Herr ist mit dir! Gottes Initiative ist Wohlwollend.

- Der zweite Schritt: Maria erschrickt. Ein Erschrecken über etwas, was sie auf sich zukommen sieht, aber noch nicht genau erkennt. Im Erschrecken findet sie keine Worte. Aber sie sinnt nach.

- Im dritten Schritt hat der Engel wieder das Wort, nun ein längeres. Er redet Maria mit ihrem Namen an. Gottes Ruf ist persönlich - und ermutigend: Fürchte dich nicht! Und es ist klärend: Du sollst ein Kind empfangen.

- Die nächste Reaktion Marias besteht in einer Frage, weil sie nicht erkennen kann, wie das gehen soll, was ihr aufgetragen wird. Der Engel akzeptiert diese Frage und sagt Gottes Hilfe zu. Gott verlangt nichts Unmögliches. Aber er stärkt dort, wo der Mensch mit seiner Kraft nicht auskommt. Und der Engel macht auf Elisabeth aufmerksam, auf ein Beispiel, das Mut machen soll. Erst nach diesem Prozess, hier in kurz erzählter Form, in der Wirklichkeit länger, findet Maria zu ihrem Ja, durch das Gott Mensch geworden ist.

Die Schritte der Verkündigungsgeschichte können auch Schritte unserer Glaubenserfahrung sein. Umstände und Anlässe werden verschieden sein. Aber die Erfahrung der Zumutung, des Schreckens, des Stummwerdens, des Nichtweiterwissens kennen wir auch alle. Vielleicht können wir sogar feststellen, an welcher Stelle des Dialoges mit Gott wir zurzeit stehen. Dann sollten wir uns die Ermutigung, die der Engel immer wieder ausdrückt, zusprechen lassen. Fürchte dich nicht - du kannst loslassen von deiner Furcht und deiner Angst, vor dem, was die Leute sagen werden. Du kannst durchatmen, weil du nicht alleine bist, weil ich mit dir bin.

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