Samstag, 30. Januar 2010

Wort Gottes für den Tag - Sonntag, 31. Januar, 2010


Die ganze Welt wächst immer dichter zusammen. Die Wirtschaft ist miteinander verflochten. Wenn sich irgendwo im hintersten Winkel der Welt irgend etwas ereignet, dann wissen wir es oft Minuten später. Europaweit haben wir die gleiche Währung.

Europa ist wie eine große Stadt geworden. Welche Rolle spielt Gott nun in dieser Stadt?

Vor wenigen Jahren hat sich die Europäische Union auf eine gemeinsame Verfassung verständigt, eine Art Grundgesetz für Europa. In dieser Verfassung fehlt ein expliziter Hinweis auf Gott. Immer mehr Minister verzichten bei ihrem Treuegelöbnis auf den Zusatz: „So wahr mir Gott helfe“!

Gott wurde also aus der zusammen-
wachsenden Stadt Europa hinausgetrieben! Eine Stadt ohne Gott! Was bedeutet es, wenn die ganze Welt im Zuge von Globalisierung so eng zusammenwächst, aber Gott in dieser Welt keine Rolle mehr spielt?

Der Mensch als Maßstab aller Dinge

Wo wir Gott vertreiben, da setzt sich der Mensch an seine Stelle. Dort ist der Mensch das Maß aller Dinge. Das hört sich zuerst einmal gut an, aber es täuscht. Wo der Mensch der Maßstab aller Dinge ist, da geht es vor allen den kleinen an den Kragen, denen, die sich nicht gut wehren können, denen, die bei der Globalisierung nicht so gut mitthalten können. Dann entpuppt sich der Mensch als Raubtier. (Vergleichje die Bankenkriese)

Wer Gott vertrieben hat, der hat keinen anderen Maßstab mehr als sich selbst.

Und es ist meine feste Überzeugung: Wo versucht wird, diese Welt bewusst ohne Gott zu gestalten, da geht die Welt zu Grunde; denn sie ist von Gott geschaffen, und sie ist auf ihn hin geschaffen. Er ist ihr Mittelpunkt. Es geht daher um viel mehr, als bloß darum, einen Platz für Gott in der Welt zu bewahren, eine Art Reservat für Gott und Religion. Wer Jesus aus der Stadt vertreibt, wer Jesus an den Rand, an den Abgrund drängt, der drängt den Menschen an den Rand. Gott an den Rand drängen heißt: Menschen an den Rand drängen.

Oft hat es den Eindruck, als ob Gott sich an den Rand drängen lässt in unserer Welt, bis hin zur Bedeutungslosigkeit, bis hart an den Abgrund. Aber er lässt sich letztlich nicht ganz aus dieser Welt hinausdrängen. Denn es ist seine Welt. Er wird einen Weg finden, sich wieder präsent zu machen.

Freitag, 29. Januar 2010

Meditationen


Sinnvoll leben


Tief im Mittelalter ging ein Mann auf einer verstaubten Straße seines Weges. Wo immer er auf Menschen stieß, blieb er stehen und fragte sie, was sie arbeiteten und für wen sie es taten. Denn seit geraumer Zeit wusste er um sein Leben nicht mehr Bescheid, wusste nicht mehr, was er tun sollte und wofür. Des Nachsinnens müde, zog er aus, um von anderen Menschen zu hören, was sie bewegte. 
Auf diese Art wollte er in Erfahrung bringen, was ihm verloren gegangen war.

Da stieß er auf einen Mann, der am Wegrand saß und ganz gebückt auf einen Stein einschlug. Der Wanderer blieb stehen und schaute ihm lange zu. Da er seine Tätigkeit nicht verstand, fragte er ihn: "Freund, lange schon schaue ich dir zu, wie du behend auf diesen Stein einschlägst. Allein es mangelt mir an Verständnis. Freund, kannst du mir, einem Fremden und deines Handwerks Unkundigen, verraten, was du da machst?" - Ohne in seiner Tätigkeit innezuhalten, murmelte der Mann missmutig in seinen Bart: "Du siehst alles. Ich behaue einen Stein."

Mit trüben Gedanken zog der Mann weiter. "Was ist das für ein Leben", dachte er bei sich, "die ganze Zeit Steine zu behauen?" Da seine Verwirrung nun noch größer war, betrachtete er es als ein Glück, als er wenig später wieder einen Mann da sitzen sah, der emsig auf einen Stein einschlug, in der gleichen Art wie zuvor der andere Mann. Auf ihn ging der Wanderer zu und fragte ihn sogleich: "Freund, wozu schlägst du auf diesen Stein?" - Der Mann, etwas erschrocken von der unerwarteten Frage, antwortete nach einigem Zögern: "Siehst du nicht, Fremder, ich mache Ecksteine!"
Betroffen ob seiner Unwissenheit setzte der Wanderer seinen Weg fort. Die Verzweiflung in ihm wuchs, denn er konnte sich nicht abfinden mit dem, was er gesehen hatte. Sollte das ganze Glück des Lebens darin bestehen, Steine zu behauen oder Ecksteine zu machen? In der Sorge seines Herzens versunken, hätte er beinahe übersehen, dass er wieder an einem Mann vorbeigekommen war. Auch dieser saß am staubigen Wegrand und schlug auf einen Stein ein, nach der Art, wie die beiden anderen Männer. Der Wanderer blieb stehen und prüfte voller Staunen, was dieser Mann tat. Nachdem er sich überzeugt hatte, dass auch dieser Mann mit derselben Fertigkeit wieder auf einen Stein einschlug, ging er langsam auf ihn zu und richtete seine Rede, die er nicht weiter zurückhalten konnte, an ihn und fragte: "Freund, sag mir: Was ist deine Tätigkeit? Behaust auch du nur Steine, oder machst du gar Ecksteine?" - "Nein, Fremder", antwortete der Mann und wischte sich den Schweiß von der Stirn, "siehst du denn nicht? Ich baue eine Kathedrale!"
Aus: Sinnvoll leben, Alfried Längle, St. Pölten Wien, 1994 4. Auflage.


Wo ist Gott?

Wo ist der Gott,
der rettet aus Todesnot 

aus Angst und Gefahr?

Wo ist der Gott, 

der heilend die Hände auflegt 

und das Herz von Ängsten befreit?

Wo ist der Gott, 

der mich sieht, 

der mich aufrichtet 

durch ein Wort des Verstehens 

durch eine Geste der Liebe? 


Wo bist DU, 

Sohn Gottes, Heiliger Geist, 

Immanuel, Friedensfürst, starker Gott, 

Wunderbarer Ratgeber? 

Messias! 

Bist Du es wirklich,

auf den ich warten soll

auch weiterhin?

Bist Du es 

oder muss ich auf einen anderen warten? 


Soll ich selber einen König einsetzen

im Inneren meiner Seele? 

Einen König, der meinem Selbst entstammt, 

der nicht auf einem Esel reitet,

sondern auf einem hohen Ross, 

der nicht gekrönt ist mit einer Dornenkrone, 

sondern mit einer Ideal-geschmückten Krone? 

Dessen Thron nicht das Kreuz ist, 

sondern das leuchtende Ego? 


Du Christ-König,
mein König?

Habe nicht ich die Macht zu sagen: 

"Weg von mir, ich kenne Dich nicht!"

Ich weiß, Du würdest gehen,

mit geschlagenem Herzen,

mit blutender Sehnsucht, 

gefesselter Zärtlichkeit. 


Du weinst, weil Du 

umsonst ausgezogen bist, 

mich zu suchen, 

mich, den Deine Seele liebt 

und die in Deinen Augen 

kostbar und teuer ist. 

Du hast alles gegeben 
für mich, 

sogar Dein Leben, 

und ich wage zu sagen: 

"Weg von mir, ich kenne Dich nicht!" 


Und doch ahne ich: 

wenn alles in mir schreit, 

weg von mir, 

wenn alles in mir hart und kalt, 

verirrt und geschlagen, 

verstrickt in Schuld und Versagen, 

dann wirst Du trotzdem warten

an der Straße meines Lebens, 

um mir in einem Augenblick 

neu zu sagen: 

"Ich liebe Dich, 

so wie Du bist. 

Ich werde Dich immer suchen. 

Ich werde Dich immer finden."

Maria-M. Robben, in: Wenn ich sterbe, falle ich tief in deine Liebe hinein. Anselm Grün, Maria-M. Robben, Hörbuch, Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzbach 1998, Text 20

Donnerstag, 28. Januar 2010

Vergiss nicht, zu danken

Regelmäßig werden im Fernsehen Preisverleihungen übertragen. Persönlichkeiten aus dem Showgeschäft, der Politik oder dem Sport erhalten Auszeichnungen für besondere Leistungen. Nach einer entsprechenden Würdigung ist es an ihnen, sich zu bedanken. Manch einer kramt dann einen Zettel hervor, auf dem alle Namen der Förderer, Sponsoren, Mitarbeiter oder der Familie aufgelistet sind. Keiner darf vergessen werden, denn das brächte nur Ärger ein. Auch wenn manch eine Aufzählung eher einer Pflichtübung als einer Herzenssache gleicht, macht sie doch etwas deutlich: Wir sind eingebunden in ein Beziehungsgeflecht aus Geben und Nehmen, sind angewiesen darauf, dass uns andere ermutigen, korrigieren, fördern und fordern.

Wem würden Sie denn Danke sagen wollen, wenn Sie auf Ihr Leben zurückblicken? Welche Namen fallen Ihnen ein? Verbinden Sie das Dankeschön nur mit den guten oder auch mit den schwierigen Zeiten? Und sagen Sie es dann den entsprechenden Menschen auch? Wir sind in diesen Dingen ja oft sehr zurückhaltend. Vielleicht liegt es daran, dass wir am liebsten alles allein schaffen wollen - ohne Hilfe, ohne Unterstützung, ohne Rat. Wenn ich jemandem danke, habe ich zuvor etwas empfangen und angenommen. Wer meint, ohne dies alles auszukommen, nur auf die eigene Kraft und Intelligenz vertraut und dabei seine Bedürftigkeit ignoriert, läuft Gefahr, sich selbst zu überschätzen und zu isolieren.

Davor warnt Gott. Er bringt sich seinem Volk in Erinnerung und lässt die schwierigen Zeiten lebendig werden: "Ihr sollt auf das ganze Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, achten und es halten, damit ihr Leben habt und zahlreich werdet und in das Land, das der Herr euren Vätern mit einem Schwur versprochen hat, hineinziehen und es in Besitz nehmen könnt.

Wenn du dort isst und satt wirst und den Herrn, deinen Gott, für das prächtige Land, das er dir gegeben hat, preist, dann nimm dich in acht und vergiss den Herrn, deinen Gott, nicht, missachte nicht seine Gebote, Rechtsvorschriften und Gesetze, auf die ich dich heute verpflichte. Und wenn du gegessen hast und satt geworden bist und prächtige Häuser gebaut hast und sie bewohnst, dann nimm dich in Acht, dass dein Herz nicht hochmütig wird und du den Herrn, deinen Gott, nicht vergisst, der dich aus Ägypten, dem Sklavenhaus, geführt hat; der dich durch die große und Furcht erregende Wüste geführt hat, durch Feuernattern und Skorpione, durch ausgedörrtes Land, wo es kein Wasser gab; der für dich Wasser aus dem Felsen der Steilwand hervorsprudeln ließ; der dich in der Wüste mit dem Manna speiste, das deine Väter noch nicht kannten, und der das alles tat, um dich gefügig zu machen, dich zu prüfen und dir zuletzt Gutes zu tun. (Dtn 8,1-16)

Er ruft die Wüstenwanderung ins Gedächtnis und damit seine Führung, Fürsorge und Bewahrung inmitten von Entbehrung, Orientierungs- losigkeit und Gefahr. Erinnern Sie sich an eigene Wüstenerfarungen? Was wurde Ihnen da zum Manna - zum Himmelsbrot? Wo tat sich ein Brunnen auf und ließ neue Hoffnung sprudeln? Wer leitete durch Gefahren hindurch? Wodurch wurde Ihr Vertrauen auf die Probe gestellt? Wenn Sie in alldem Gottes Handeln entdecken können, dann vergessen Sie nicht, wem Sie sich mit alldem, was Sie sind und haben, verdanken.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Dienstag, 26. Januar 2010

Montag, 25. Januar 2010

Timotheus und Titus

Die Kirche ehrt heute die beiden Apostelschüler Timotheus und Titus. Timotheus war von Paulus in Lystra getauft worden und hat seinen Lehrer auf vielen Reisen begleitet. Zwei Briefe richtete der Völkerapostel an ihn persönlich. Timotheus war Bischof in Ephesus, wo er auch gestorben ist. Titus gehörte ebenfalls zu den engsten Mitarbeitern des Paulus. Er war Überbringer wichtiger Briefe des Paulus und wirkt als Bischof auf Kreta. Beide Männer waren mit Paulus zusammen berufen, das Leben in Jesus Christus zu verkündigen, was uns verheißen ist.

Paulus weiß, dass er Mitarbeiter braucht, die seine Missionsarbeit fortsetzen und seine Erbe bewahren. Für diese Aufgabe sucht er sich Männer aus, die er in der gemeinsamen Zusammenarbeit kennen und schätzen gelernt hat. Die etwas von dem ausstrahlen, was er im Brief an seinen Freund Timotheus den Geist der Kraft, Liebe und Besonnenheit nennt. Männer, die also durch ihr persönliches Engagement und Glaubenszeugnis andere beeindrucken.

Diese Fähigkeiten sind heute genauso wichtig. Gerade dort, wo Europa in vielen Ecken wieder zum Missionsgebiet geworden ist. Hier können und sollen die Mitarbeiter Gottes die Gnade entfachen, die ihnen durch Handauflegung und Gebet zuteilgeworden ist und die mit ins Boot holen, die heute unerlässlich sind: Engagierte pastorale Mitarbeiter und Laien.

Sonntag, 24. Januar 2010

25. Januar: Bekehrung des Hl. Paulus


Paulus - ein Gottsucher

Es ist nicht die Bekehrung eines Gottlosen zu einem Gläubigen, was die Kirche heute feiert. Paulus war immer ein Gottsucher. Aber sein Erlebnis vor Damaskus markiert für ihn einen wichtigen Punkt seines Lebens und der ganzen Kirche. Aus dem Christenverfolger wird ein glühender Verteidiger dieser Lehre. Er lässt sich vom Gott des neuen Bundes in seinen Dienst nehmen und will nichts mehr anderes wissen als Christus und zwar als den Gekreuzigten. Er gibt sich dem hin, der sich für die Menschen am Kreuz hingegeben hat. Auf seinen Missionsreisen durch den ganzen Mittelmeerraum legt er den Grundstein für eine spätere Weltreligion.


Vita

Paulus wurde in Tarsus in Cilicien geboren, als Sohn einer jüdischen Familie Benjamin mit römischem Bürgerrecht, das er ebenso besaß wie Silvanus (Silas), der später als Mitarbeiter und Sekretär für Paulus arbeiten sollte. Der jüdische Name von Paulus war Saulus, sein Name als römischer Bürger Paulus. Nach dem Vorbild seines Vaters erlernte er den Beruf des Zeltstoffwebers. Paulus galt als sehr gebildet, war der griechischen aber auch der hebräischen und aramäischen Sprache mächtig. Die Kindheit und Jugend verbrachte Paulus in Tarsus, einer in der damaligen Zeit bedeutenden Stadt mit etwa einer halben Million Einwohner.

Später ging Paulus nach Jerusalem. Dort studierte er fleißig. Saulus war ein eifriger Pharisäer, er war ein Schüler von Gamaliel, einer herausragenden Gestalt des damaligen Judentums, der auch den Beinamen "der Alte" oder "der Große" hatte. Paulus nahm an den Verfolgungen der ersten Christen teil, die er für gefährliche Häretiker hielt. Er war unter anderem am Märtyrertod des Hl. Stephanus beteiligt.

Seine Reise nach Damaskus sollte ebenfalls der Christenverfolgung dienen. Doch unterwegs erschien ihm der auferstandene Christus:

Unterwegs aber, als er sich bereits Damaskus näherte, geschah es, dass ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte. Er stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Er antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst. (Apg 9,3-5; 26,12-18)

Paulus erblindete daraufhin. In Damaskus angekommen, ließ er sich von dem Christen Hananias (Ananias) taufen, woraufhin er sein Augenlicht zurückerlangte. Er wurde daraufhin zu einem der aktivsten und einflussreichsten Verkünder Jesu Christi. Als christlicher Missionar und Apostel verwendete er seinen römischen Namen Paulus.

Missionsreisen

In den folgenden Jahrzehnten unternahm Paulus drei Missionsreisen und gründete zahlreiche Christengemeinden. Während dieser Zeit entstanden die beiden Briefe an die Thessalonicher, die beiden Korintherbriefe, der Galaterbrief und der Römerbrief. Schließlich wurde er in Caesarea gefangengenommen, sollte dann jedoch nach Rom überstellt werden. Während dieser Fahrt erlitten das Schiff vor der Küste Maltas Schiffbruch. Nach seiner Ankunft in Rom verfasste Paulus den Philipperbrief, den Epheserbrief, den Kolosserbrief sowie den Brief an Philemon.

Da der Bericht der von dem Evangelisten Lukas verfassten Apostelgeschichte mit der Gefangenschaft des Paulus in Rom endet, wissen wir von seinen letzten Jahren wenig. Es gibt Hinweise darauf, dass er möglicherweise noch eine vierte Missionsreise nach Spanien unternahm. In dieser wenig bekannten Zeit dürften die beiden Briefe an Timotheus sowie der Titusbrief entstanden sein.

Paulus starb der Überlieferung nach zwischen 64 und 67 n. Chr. Danach erlitt er als Märtyrer den Tod in der Nähe von Rom. Als römischer Bürger soll er nicht gekreuzigt, sondern vor den Toren Roms bei den "Tre Fontane" geköpft worden sein. Die "Tre fontane" (3 Quellen) seien entsprungen als der Kopf des Heiligen bei der Hinrichtung dreimal auf die Erde aufsprang. Der Heilige wird daher auch oftmals mit einem Schwert dargestellt. Die Basilika San Paolo fuori le mura gilt als seine Begräbnisstätte.

Nach alter Überlieferung starben Paulus und Petrus am gleichen Tag (wenn auch möglicherweise nicht im selben Jahr) den Märtyrertod.


Bei Christus gibt es keine hoffnungslosen Fälle

Das beweist uns die Bekehrung des Paulus ganz deutlich. Der radikale Seitenwechsel im Leben des Paulus enthält auch für uns Menschen heute eine befreiende Botschaft: Wenn der auferstandene Christus den Christenverfolger Saulus sogar zu seinem Apostel berufen und ihm den neuen Namen Paulus gegeben hat, dann ist es einleuchtend, dass es bei Christus einfach keine hoffnungslosen Fälle gibt. Mag ein Mensch noch so tief gefallen sein – er kann eigentlich nie tiefer fallen als in die ausgebreiteten Arme und auffangenden Hände Jesu Christi. Dass eine solche Begegnung mit dem auferstandenen Christus dann auch das Leben dieses Menschen von Grund auf verändern wird, ist freilich ebenso zu verstehen.

Was Paulus vor Damaskus erfahren hat, dies hat er nachher zum Inhalt seiner Verkündigung gemacht, nämlich die Gnade Gottes, die die Menschen einlädt, sich mit Gott, mit sich selbst und den anderen Menschen zu versöhnen. Paulus war dabei überzeugt, daß diese Botschaft nicht nur die Juden betreffen kann, dass sie vielmehr eine universale Bedeutung hat und alle Menschen angeht. Denn der Gott, der sich ihm in Jesus Christus offenbart hat, ist Gott aller Menschen und der ganzen Schöpfung.