Dienstag, 9. Februar 2010

Wort Gottes für den Tag - Dienstag, 09. Februar, 2010

Nicht alles ist selbstversändlich - Dankbar sein für das, was andere Menschen uns schenken

Salomo trat in Gegenwart der ganzen Versammlung Israels vor den Altar des Herrn, breitete seine Hände zum Himmel aus und betete: Herr, Gott Israels, im Himmel oben und auf der Erde unten gibt es keinen Gott, der so wie du Bund und Huld seinen Knechten bewahrt, die mit
ungeteiltem Herzen vor ihm leben. Du hast das Versprechen gehalten, das du deinem Knecht, meinem Vater David, gegeben hast. Deine Hand hat heute erfüllt, was dein Mund versprochen hat. Und nun, Herr, Gott Israels, halte auch das andere Versprechen, das du deinem Knecht David, meinem Vater, gegeben hast, als du sagtest: Es soll dir nie an einem Nachkommen fehlen, der vor mir auf dem Thron Israels sitzt, wenn nur deine Söhne darauf achten, ihren Weg so vor mir zu gehen, wie du es getan hast. Gott Israels, möge sich jetzt dein Wort, das du deinem Knecht David, meinem Vater, gegeben hast, als wahr erweisen.

Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Siehe, selbst der Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe. Wende dich, Herr, mein Gott, dem Beten und Flehen deines Knechtes zu! Höre auf das Rufen und auf das Gebet, das dein Knecht heute vor dir verrichtet. Halte deine Augen offen über diesem Haus bei Nacht und bei Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast, dass dein Name hier wohnen soll. Höre auf das Gebet, das dein Knecht an dieser Stätte verrichtet. Achte auf das Flehen deines Knechtes und deines Volkes Israel, wenn sie an dieser Stätte beten. Höre sie im Himmel, dem Ort, wo du wohnst. Höre sie und verzeih! (1 Kön 8,22-30)


Wir haben das Staunen verlernt. Es ist uns so vieles selbsverständlich geworden: Dass ein liebevoller Mensch mit mir durch‘s Leben geht; dass ich einen wunderbaren, zuverlässigen Freund habe ... Selbstverständlich ist das nicht. Und des Staunens wert ist es allemal, wenn ein Mensch mich mag, mir seine Zuneigung, sein offenes Ohr, seine ausgebreiteten Arme, seine Zeit, sein Wohlwollen, sein Trösten und Bei-mir-Bleiben schenkt. Oft verlieren wir kein einziges Wort daran, was uns alles geschenkt wird, sondern sehen es als selbstversändlich an.

Anders dagegen König Salomo. Wir hören heute in der Schriftlesung ein großes Gebet, in dem Salomo nach dem Bau des Tempels Gottes Größe preist. Das eigentliche Gebet beginnt mit dem ehrfürchtigen Staunen darüber, dass der unfassbare Gott in einem Haus wohnen soll, das Menschen gebaut haben. Tatsächlich ist der Tempel nicht eigentlich seine Wohnung, sondern der Ort, „an dem sein Name wohnt“, der Ort wo man uhn anrufen und ihm begegnen kann.

Uns heutigen Menschen ist auch in Glaubensdingen ist so vieles selbstverständlich geworden: dass Gott uns berufen hat und an uns glaubt; dass wir die Seinen sein dürfen; dass seine Liebe gilt; dass er unter uns Menschen Wohnung genommen hat; dass er sich in seinem Wort und in Brot und Wein uns schenkt …

Unserem Gott dürfen (sollten) wir es immer wieder ausdrücken: Ich danke dir für dein Dasein, deine Kraft, deinen Segen, deine Wegbegleitung … Ich danke dir für die Berufung in Taufe und Firmung … Ich danke dir, dass du mir zutraust, dass ich dich in die Welt hinein lebe, und dass du mir Orte schenkst, an denen ich dir begegnen und dich immer neu finden darf. Ich danke dir für meine vertraute Kirche, für manches Plätzchen in meinem Leben, wo ich es mit Händen greifen kann, wie sehr du für mich da bist.

Nicht einander übervorteilen, sondern Beziehung leben, zu Gott und den Menschen, das lässt mein Leben glücken.